Übergriff von russischen Polizeieinheiten auf eine internationale Jugendbegegnungsveranstaltung in Apatity (Gebiet Murmansk, RF)

Am Abend des 1. August stürmten vermummte und mit Maschienenpistolen bewaffnete Polizisten der russischen Spezialeinheit “OMON” eine Jugendherberge bei Apatity. Die insgesamt 30 Teilnehmenden des Vostok-Forums (darunter 15 EU-Bürger / 12 Deutsche) sowie weitere Gäste der Jugenberberge wurden auf brutale Weise zu Boden gerissen und mussten dort ohne weitere Erklärungen ca. 20 Minuten verharren. Anschließend mussten sie sich ausweisen und wurden teilweise vereinzelt an verschiedenen Orten und ohne Angabe von Gründen für weitere 40 Minuten festgehalten. Die Festgehaltenen, von denen die meisten kein russisch sprechen, wurden angeschrien und bedroht.

Lediglich ein einzelner russischer Ermittlungsbeamter wies sich nach intensiver Nachfrage aus. Die Polizei konnten keinerlei Unterlagen oder Papiere vorweisen, die ihr brutales und absolut unverhältnismßiges Handeln hätten begründen können. Niemand wurde über seine Rechte aufgekärt. Mehrere Pesonen erlitten einen Schock. Der Notarzt musste zu Hilfe gerufen werden. Ein russischer Teilnehmender, der russische zivilgesesellschaftliche Aktivist Aleksej Raschodchikov (Алексей Расходчиков) wurde festgenommen. Sein gegenwärtiger Aufenthaltsort und seine Verfassung sind zur Zeit nicht bekannt.

Die internationale Organisationsgruppe des Vostok erklärt in diesem Zusammenhang: “Wir sind äußerst beunruruhigt über die Situation, das die Mitarbeiter des Ermittlungskomitees und der Spezialeinheit OMON ohne Rücksichtnahme auf Normen des internationalen Rechts handeln, indem sie alle Teilnehmenden des Vostok-Forums festsetzen, ihre Bewegungsfreiheit einschränken, ohne die Festgehaltenen über ihre Rechte zu informieren oder ihr Verhalten zu begründen.”

Das Vostok-Forum findet seit acht Jahren auf der russischen Kola-Halbinsel statt. Es ist eine Begegnungsplattform junger Studierender, Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten. Die konkreten Diskussions-Themen werden im Rahmen eines so genannten “offenen Prozesses” vor Ort festgelegt. Eine erweiterte Langfassung dieses Textes kann angefordert werden.

Pressemitteilung, 2.8.2013

UDATE: Interview zum Vorfall im linksdrehenden radio/ Radio blau Leipzig vom 2.8.13

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