Zehn Jahre rassistischer Mord an Kamal: Remembering means fighting

Am 24. Oktober 2020 jährte sich der rassistische Mord an Kamal K. das zehnte Mal. Kamal wurde an jenem Oktobertag im Park vor dem Hauptbahnhof von zwei Neonazis provoziert und angegriffen. Er starb an den Verletzungen, die ihm mit einem Messer zugefügt wurden.

Während Polizei und Medien den Mord entpolitisierten bzw. ihn ins „Milieu“ verweisen wollte, begann der Initiativkreis Antirassismus tiefer zu graben, fand Kontakt zur Familie von Kamal und begann den Fall politisch und persönlich zu begleiten. 
Im Juli 2011 fällte das Landgericht Leipzig ein bemerkenswertes Urteil: Der Mord wurde als rassistisch motiviert anerkannt. Das lag vor allem auch an der engagierten Nebenklage, die in Bezug auf den politischen Background der Täter nicht locker ließ.

Kamal ist eines von insgesamt 10 Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig und einer von vier, die auch offiziell anerkannt sind.

1000 Menschen demonstrierten am 24. Oktober, zehn Jahre danach für ein kämpferisches Erinnern, ein Gedenken, das nicht konserviert, sondern das sich explizit politisch versteht und das zum Handeln in der Gegenwart auffordert. Sowohl im Umgang mit rechten, menschenfeindlichen Einstellungen und Gewalttaten durch staatliche Behörden aber auch Teile der Medien zeigt sich, dass hier weder konsequente Aufklärung noch konsequentes Agieren zu erwarten ist. Was nötig ist, ist eine starke antifaschistische Bewegung, ist darum die richtige Konklusion, die auf der Demonstration stark gemacht wurde. Remembering means fighting!

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