Leipziger Sicherheitsunternehmen Pro GSL ist Teil eines extrem rechten Netzwerkes: Etablierte Institutionen müssen Konsequenzen ziehen

Im Kontext der Debatte um die Antisemitismus-Vorwürfe des jüdischen Musikers Gil Ofarim im Westin-Hotel wurde auch öffentlich, dass das Sicherheitsunternehmen „Pro GSL“ das Luxushotel am Abend einer zivilgesellschaftlichen Demonstration vor dem Hotel bewachte, das erste und hoffentlich auch letzte Mal. Denn: Pro GSL Teil eines rechten Netzwerkes.

Beide Geschäftsführer, Oliver R. und Tobias B., waren eifrige Besucher der extrem rechten Legida-Demonstrationen in Leipzig, einer führte dabei auch Ordnerdienste aus. B. war am neonazistischen Angriff in Leipzig-Connewitz im Januar 2016 beteiligt, er wurde im März 2021 zu elf Monaten Bewährung und 2.500 Euro Geldstrafe verurteilt. Im Rahmen der Verhandlung sagte er, dass er den Linken habe zeigen wollen, „dass Connewitz nicht nur ihnen gehört“. Beide waren zudem namentlich im NSU-Untersuchungsausschuss wegen ihrer Kontakte zu einem im NSU-Komplex angeklagten Zwickauer Neonazi Thema.

Last but not least war Pro GSL Sponsor der vom Wurzner Stadtrat Benjamin Brinsa ausgerichteten „Imperium fighting championship“, im gleichnamigen Freefight-Team kämpfen einschlägige Neonazis.

Der Geschäftssitz von Pro GSL in der Großen Fleischergasse 4 war auch Thema und Ort einer antifaschistischen Fahrraddemonstration am 13.10.2021.

Mein Statement:

„Ich beobachte schon lange, dass Pro GSL sich als Sicherheitsunternehmen in Leipzig und Umgebung etabliert. Neben dem Westin nutzten und nutzen auch der Supermarkt Globus und zahlreiche Immobilienunternehmen die Dienste dieses Bewachungsdienstes.

Ich meine: Wer Dienstleistungen von Pro GSL beauftragt trägt zur Normalisierung neonazistischer Netzwerke bei. Denn Gewerbe und Gesinnung lässt sich insbesondere im Fall von Pro GSL kaum trennen.

Gerade im hochsensiblen Sicherheitsbereich braucht es nicht nur gut ausgebildete Mitarbeiter/-innen, sondern einen klaren Konsens gegen Diskriminierung und Demokratiefeindlichkeit.“

12. Oktober 2021

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