linXXnet & el libro zur Buchmesse

11057676_791060327646429_1588902870069025335_nAuch in diesem Jahr präsentieren das linXXnet und die Buchhandlung el libro im Rahmen der Buchmesse vom 12. bis 15. März wieder spannende Buchvorstellungen zu , gesellschaftspolitischen und -kritischen Themen

* 12.3.2015, 18:00 @ linXXnet/ el libro, Bornaische Str. 3d

Leo Koflers Philosophie der Praxis. Eine Einführung in sein Denken
Vortrag und Diskussion mit dem Autoren Christoph Jünke des im Laika Verlag erschienen Buches

Der deutsch-österreichische Gesellschaftstheoretiker und Sozialphilosoph Leo Kofler (1907-1995) steht für einen »unverstümmelten, lebendigen Marxismus« (Oskar Negt). Zeitlebens hat er sich mit Themen der Geschichte und Gegenwart, der Philosophie- und Ideologiekritik, der Anthropologie und Ästhetik auseinandergesetzt.
Der Autor und Kofler-Biograf Christoph Jünke nähert sich in diesem Band der anhaltenden Aktualität des sozialistischen Humanisten, verdeutlicht die Konturen seiner Philosophie der Praxis und spannt dabei einen Bogen von der sozialistischen Klassik bis zum Postmodernismus.
Leo Kofler war ein herausragender Vertreter des deutschen Nachkriegsmarxismus. Geboren im österreichisch-ungarischen Ostgalizien, aufgewachsen im »Roten Wien« der Zwischenkriegszeit und während Faschismus und Krieg in der neutralen Schweiz interniert, wurde er 1947 an die Universität Halle berufen und musste als scharfer Bürokratiekritiker Ende 1950 nach Westdeutschland fliehen. Mit seinem Versuch, die marxistische Theorie dem 20. Jahrhundert entsprechend weiterzuentwickeln und die sozialistische Bewegung auf die Höhe der neokapitalistischen Zeit zu heben, machte sich der an Max Adler und Georg Lukács geschulte »heimatlose Linke« seit den 1950er Jahren zu einem wichtigen Vermittler zwischen alter Arbeiterbewegung und Neuer Linker.

* 12.3.2015, 20:00 @ linXXnet/ el libro, Bornaische Str. 3d

Antimuslimischer Rassismus am rechten Rand
Vortrag und Diskussion mit dem Autoren Alexander Häusler des beim Unrast Verlag erschienen Buches

Angst vor dem Islam versuchen Gruppierungen am rechten Rand politisches Kapital zu schlagen: In Bürgerbewegungen, rechtspopulistischen Parteien und Internetforen wird muslimfeindliche Hetze als Ausdruck von freier Meinungsäußerung zu verkaufen versucht, islamophobe Initiativen wie „Pegida“  rufen zur „Verteidigung des Abendlandes“  auf. In dem Vortrag werden die inhaltliche Spannbreite, die populistische Rhetorik und die politischen Zielsetzungen der muslimfeindlichen Rechten beleuchtet und analysiert.

Alexander Häusler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus/Neonazismus der FH Düsseldorf. Gemeinsam mit  Iman Attia und Yasemin Shooman ist er Autor der Neuerscheinung.

* 13.3.2015, 19:00 @ linXXnet/ el libro, Bornaische Str. 3d

45 Minuten bis Ramallah
Lesung mit dem Autor Gabriel Bornstein des beim Assoziation A Verlag erschienen Buches

Typisch Rafik Abu-Raba. Er sitzt in einem Ruderboot, das langsam untergeht, und der Mann, der das 20-cm-Loch in den Boden des Bootes geschossen hat, steht mit einer Walther-Pistole am Ufer und zielt auf Rafiks Kopf. Da klingelt das Handy. Es ist Rafiks Mutter. Sein Bruder Jamal heiratet und Rafik soll zur Hochzeit nach Ost-Jerusalem kommen. Da ist es schon besser, in Hamburg zu bleiben und eine Kugel in den Kopf zu bekommen, findet Rafik.
Statt seiner inneren Stimme zu folgen, fliegt Rafik zur Hochzeit. Während der Feier stirbt sein Vater Mustafa. Die Mutter will, dass der Leichnam ihres Mannes in Ramallah beerdigt wird. So verstauen die beiden Brüder den toten Mustafa im Auto und machen sich auf den Weg. Das war keine gute Idee …
Gabriel Bornstein, von Beruf Drehbuchautor, hat mit seinem ersten Roman eine überraschungsreiche Nahostkomödie geschrieben. Der schwarze Humor als letzte Zuflucht in einem Konflikt, in dem eine politische Lösung weit und breit nicht in Sicht ist.
Das Buch wurde von Ali Samadi für das Kino verfilmt. Auf den Biberacher Filmfestspielen gewann er den Hauptpreis Goldener Biber und den Publikumspreis. Die Filmkritik der Progammkinos konstatierte: “Die temporeiche, wilde Tragikomödie ist beißend ironische Polit-Satire, makabres Road Movie und Love Story zugleich.

 * 14.3.2015, 18:00 @ Galerie KUB, Kantstraße 18, 04275 Leipzig

KARL MARX: ABER WAS HAT ER UNS ÜBERLASSEN
Volker Braun im Gespräch mit Wolfgang Fritz Haug über den gerade erscheinen Band 8/II des Historisch-Kritischen Wörterbuches des Marxismus

Die rund 80 Artikel des neuen Bandes dieses „Jahrhundertwerks“ (Oskar Negt) spannen den Bogen von „links/rechts“ bis „Maschinenstürmer“. Doch ins Zentrum platziert das Alphabet die Einträge zu Marxismus, Marxismus Lenins, Marxismus-Leninismus, Marxismus-Feminismus. Um die Subjekte mit ihren Motiven und Erfahrungen geht es in Haugs Artikel über das „Marxistsein“ als geschichtliche Individualitätsform.
Eine Veranstaltung von linXXnet e.V. und Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen

 * 14.3.2015, 20:00 @ linXXnet/ el libro, Bornaische Str. 3d

Deutschland.Kritik
Vortrag und Diskussion mit dem Herausgeber Gerhard Hanloser des beim Unrast Verlag erschienen Buches

Deutschland scheint geläutert vor seiner Geschichte zu stehen: man gedenkt routiniert der Vergangenheit, spricht sich staatsoffiziell gegen Antisemitismus aus, preist sich, Lehren aus der jüngsten Vergangenheit gezogen zu haben. Die Deutschen – ein Volk der Gutmenschen.

Einst war es die Aufgabe der historischen Linken, gegen Militarismus, Imperialismus, Nationalismus und Ausbeutung im eigenen Land scharf Stellung zu beziehen. 1990 demonstrierten noch Tausende gegen ein drohendes ›4. Reich‹, das die übelste Tradition Deutschlands wieder aufleben lassen könnte. Doch wo ist die linke Kritik an Deutschland geblieben? Welche Deutschlandkritik wurde historisch formuliert und wie müsste eine aktuelle Gesellscha­ftskritik beschaffen sein, damit sie die wirklichen Widersprüche in den Blick bekommt?
Autorinnen und Autoren der undogmatischen, antiautoritären und an der Kritischen ‑ Theorie geschulten Linken formulieren eine aktuelle Kritik der herrschenden Zustände, lassen vergangene Versuche Revue passieren, sich mit ›Deutschland‹ auseinanderzusetzen, und bieten so eine differenzierte Gesellscha­ftskritik aktueller deutscher Verhältnisse.
Es schreiben u.a. ‑ Thomas Konicz, Detlef Hartmann, Ulrike Heider, Moshe Zuckermann, Gerhard Hanloser, Bernard Schmid, Philippe Kellermann, Karl Reitter, Michael Koltan, Christoph Jünke, Markus Mohr, Ilse Bindseil.

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