Kein Asyl in Wiederitzsch?

15813369671_711f139ec9_zWo sollen die Menschen denn hin? In ihre Heimat! Abschieden! Zu ihnen nach Hause! Die Situation ist von uns allen zu meistern! NEIN!
So reagierte ein Gros der BesucherInnen einer Infoveranstaltung zur Interims-Erstaufnahmeeinrichtung in Leipzig-Wiederitzsch.
Am Ende bleiben viele offene Fragen, aber auch positive Signale.

Zirka 1000 Menschen hatten sich im Haus Auensee eingefunden, zum Teil durch Reisebusse der neu gegründeten BürgerInneninitiative  IG Wiederitzsch angereist.

Anlass der Veranstaltung war der Plan des Freistaates Sachsen im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus in Leipzig-Wiederitzsch eine temporäre Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende einzurichten. Bis zum 30. September 2014 wurden in Sachsen 5210 Asylanträge gestellt, davon 4576 Erstanträge. Bis zum Jahresende soll diese Zahl laut Prognosen auf mehr als 11.000 wachsen. 2013 waren es 5.800.
Durch die Zunahme der Flüchtlingszahlen wird auch in Sachsen die Schaffung neuer Erstaufnahme-Kapazitäten nötig. Die existierenden Einrichtungen in Chemnitz und Schneeberg sind überfüllt bzw. am Rande ihrer Aufnahmefähigkeit. Bis zum 30. September betrug die Auslastung in Chemnitz mit 584 Menschen 94 % und in Schneeberg mit 694 105 %. In Chemnitz waren zu diesem Zeitpunkt zudem 429 Menschen in Ausweichquartieren untergebracht.

Das Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch wird seit Anfang Oktober 2014 öffentlich als möglicher Interimsstandort diskutiert. Noch im August hatte Ministerpräsident Stanislaw Tillich die Errichtung von Wohncontainern angekündigt, was in Antwort auf meine Kleine Antwort zurückgenommen wurde.

Der Staatssekretär des Inneren Dr. Michael Wilhelm eröffnete die Veranstaltung am Montagabend mit der Information, dass bisher kein Vertrag mit dem Eigentümer des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses, der Golden Gate GmbH, abgeschlossen wurden. Er stellte zudem heraus, dass es – wenn es überhaupt dazu kommt – um eine temporäre Lösung für 350 Geflüchtete geht. Vielmehr verfolge der Freistaat ein „3 Standorte“-Konzept. So sollen neben Chemnitz die beiden Großstädte Dresden und Leipzig als Standorte für Erstaufnahmeeinrichtungen fungieren. Mitte 2017 sollen in der Max-Liebermann-Straße in Leipzig-Gohlis und im Hammerweg in Dresden Aufnahmemöglichkeiten für jeweils 700 Menschen geschaffen werden.

Die Information über den nicht erfolgten Vertragsabschluss und die bisher fehlende Erteilung einer Nutzungsänderung durch die Stadt Leipzig in Wiederitzsch erfüllte den Saal mit Applaus. Als Staatssekretär Wilhelm für eine menschenwürdige Unterbringung für Geflüchtete plädierte, war jener ungleich leiser. Die Fronten waren geklärt. In der Folge wurden Aussagen wie „Leipzig ist eine weltoffenen Stadt“ mit schallenden Buh-Rufen goutiert.
Auch der Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz konnte die Stimmung mit seinem Appell an Emphatie und auch mit seiner Ankündigung in Wiederitzsch einen eigenen Polizeiposten zu schaffen nicht umkehren. Auch seine spätere Antwort auf die Bilderbuchfrage „Ich bin nicht ausländerfeindlich, aber .. wer schützt unsere Kinder“ verfing nicht. Laut Merbitz macht das Straftatenaufkommen durch Asylsuchende in Leipzig 0,5 % aus. Das macht in etwa den Anteil der in Leipzig lebenden Asylsuchenden aus. Es gibt also keinerlei Auffälligkeiten, was den Großteil der TeilnehmerInnen der Veranstaltung nicht davon abhielt der Unterstellung von potentiell „kriminellen Ausländern“ immer wieder lautstark zuzustimmen.
Zahlreiche redundante Äußerungen aus dem Publikum schlugen in dieselbe Presche: wir wollen das hier nicht, Politik wird über unsere Köpfe gemacht und überhaupt sind „die“ anders.
Eine Frau berichtete über ihren Plan in dem Bundeswehrkrankenhaus eine Reha-Stelle errichten zu wollen. Dies sei durch den Plan des Landes vereitelt. Als das Podium darauf verwies, dass sich auf dem Gelände der EAE in Schneeberg eine von Vereinen rege genutzte Turnhalle befinde und die Nutzung als Asylunterkunft kein Hindernis darstelle, musste die Rednerin eingestehen: es gibt zu viele Vorurteile, als dass dieses Zusammenspiel funktioniere könnte.
Eine Rednerin wies auf den psychischen Zustand der Geflüchteten hin, ein erheblicher Teil derer, die nach Deutschland kommen, ist traumatisiert und braucht intensive Betreuungsangebote. Sie  verwies auf das so genannte Würzburger Modell, ein in Bayern entwickeltes Modellprojekt für Erstaufnahmeeinrichtungen (download als pdf). Ihr Beitrag wurde bald von Pöbeleien übertönt. Eine weitere Rednerin fragte nach Unterstützungsmöglichkeiten.

Nicht die Asylsuchenden sind das Problem, auch nicht die vermeintliche Bedrohung für Kinder, Frauen oder eine gesteigerte Kriminalitätsrate. Das Problem sind Menschen, die schutzsuchende Menschen mit anderer Herkunft als Bedrohung wahrnehmen und systematisch Asyl- oder Sozialleistungsmissbrauch unterstellen. Wer sich einmal ernsthaft mit Fluchtgründen von politisch, religiös oder aufgrund Geschlecht oder Lebensweise verfolgten Menschen befasst und die Augen für die systematische Diskriminierung von Minderheiten beispielsweise in den Balkan-Staaten öffnet, wird aufhören solche Anwürfe zu formulieren.

Dass Staatssekretär Wilhelm mit falschen Zahlen bezüglich der Anerkennungs- bzw Schutzquote aufwartete, ist letztendlich Wasser auf diese Mühlen. Zwar bekamen auch im Jahr 2014 bis dato nur knapp über 1 % der Asylsuchenden eine Anerkennung nach § 16a Grundgesetz, mit den Anerkennungen als Flüchtling bzw. der Gewährung subsidären Schutz sowie der Feststellung eines vorläufigen Abschiebungsverbotes wächst die Schutzquote allerdings auf fast 30 %. Hinzu kommt ein großer Teil – ca. 20 % – von so genannten Dublin-Rückschiebungen, ohne dass das Asylbegehr überhaupt inhaltlich geprüft wurde. Dabei geht es allein darum, dass Deutschland nicht für die Asylverfahren zuständig ist. Mittlerweile häufen sich allerdings Rückschiebungsverbote aufgrund der für Flüchtlinge untragbaren Situation, z.B. in Ungarn, Griechenland und Italien.

Nach mehr als zwei Stunden begann die Veranstaltung im Haus Auensee zu bröckeln. Der anwesende NPD-Stadtrat Enrico Böhm verließ die Szenerie mit zwei BegleiterInnen, ohne die Situation für sich genutzt zu haben. Die Fragen der AnwohnerInnen erschöpften sich.

Es bleiben eine ablehnende bis skeptische Haltung gegenüber Asylsuchenden, ein dubioser Eigentümer des Bundeswehrkrankenhauses, der bereits insolvent ist und beim Freistaat möglichst viel Geld rausholen will. Es bleibt die IG Wiederitzsch, die in sachlicher Art und Weise an das Vorhaben BWK als Erstaufnahmeeinrichtung herangeht ( hier klicken) und dabei eine wichtige Rolle im Ortsteil einnimmt. Und es bleibt eine recht planlose Landesverwaltung. Denn neben der Standortfrage sind gerade die wichtigen Fragen der sozialen Betreuung, Rechtsberatung oder Angebote für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge in Sachsen prekär..

PS: Im Falle einer Nutzung des BWK als Interims-EAE ist eine Nachnutzung als Unterkunft für BereitschaftspolizistInnen geplant. Dass die AnwohnerInnen sich hier genau so erheben wird, kann ausgeschlossen werden.

Bild: Caruso Pinguin

52 Gedanken zu „Kein Asyl in Wiederitzsch?“

  1. Werte Frau Nagel, wer aufmerksam die Veranstaltung verfolgt hätte, würde Herrn Michael Wilhelm nicht als Dr. Andreas Friedrich bezeichnen. Waren Sie zu sehr damit beschäftigt zu twittern? Scheint so – denn die sachlich nachvollziehbaren und nicht „anti-asyl-angehauchten“ Fragen lassen Sie in Ihrem Beitrag unter den Tisch fallen. Wieder einmal eine sehr einseitige Berichterstattung von einer – wie ich finde – durchaus (für beide Seiten) informativen Veranstaltung.

  2. Danke beiden Kommentatoren für die Richtigstellung. Hab den Namen geändert.. Sorri.
    Und Ja: es gab 2 Beiträge, die positiv waren, uneingeschränkt, und eine sachliche Einlassung gab es ebenfalls von Frau Fichtner. Es darf aber nicht verschwiegen werden, dass die erste Frau, die sich um die psychische Situation der Geflüchteten sorgte und auf das Würzburger Modell verwies, viel Pöbelei abbekam und dass ein Redner, der die Veranstaltung als sinnlos bezeichnete, ebenfalls große Zustimmung bekam.
    Meine Schwelle ist scheinbar anders als ihre.

  3. Hallo Frau Nagel,

    ich empfand die wenigen rechtsgerichteten Zwischenrufe und die noch wenigeren Linksgerichteten Zwischenrufe durchaus hinnehmbar. Wir leben in einer Gesellschaft die diese unterschiedlichen Meinungen zulässt.
    Ich habe die Stimmung „pöbeln, übertönen etc.“ nicht wahrgenommen. Der Moderator musst keine Saalverbote erteilen, kein Redner hatte Probleme auszureden.
    Herr Dr. Wilhelm hat zwei unplausible Dinge erzählt und das hat das Publikum eben auch gemerkt.
    1. pathetische Einzelfallschildungerung einer Bootsflüchtlingsfamilie 1,2% Asylanspruch (politisches Asyl!), nach ihren Zahlen noch immer <50% Bleiberecht/Duldung. Das bedeutet eben, daß min. 50% der Ankommenden Wirtschaftsflüchtlinge sind. Und über deren Berechtigung bzw. deren Ambitionen (Existenzaufbau in Deutschland versus Ausnutzung Sozialstaat) kann in unserem politischen Klima nicht geredet werden. Das haben einige Wortmeldungen auch deutlich thematisiert.

    2. Standortauswahl: Es wurde eine Erklärung erwartet, weshalb das BWK in Wiederitzsch die einzige zeitlich verfügbare Option darstellt. Hr Dr. Wilhelm verwies jedoch auf 3 konstruierte Fälle einer Standortprüfung (Containerlösungen innerhalb der 3 EAE Flächen Schneeberg/Dresden/Max Liebermann). Sachsen ist deutlich größer. Das auch der Lindenauer Hafen und …. in der Diskussion waren/sind, durfte er nicht sagen. Die Zuhörer waren auch hier zurecht unzufrieden.

    Nochmal ganz einfach für Sie: Die Wiederitzscher sind zu absolut überwiegenden Anteil nicht fremdenfeindlich. Sie halten diesen Standort für die falsche Wahl. Jede Diskussion zum Standort und dessen Alternativen führen wir gerne mit Ihnen. Ebenso eine Diskussion über das richtige Betreiben einer solchen EAE. Hier hat der Vertreter der Malteser ja sehr viele (bisher in Schneeberg nicht umgesetzte Ansätze) genannt. Wenn das so umgesetzt wird, ist schon viel für die Flüchtlinge in der viel zu langen Wartezeit im EAE getan. Helfen sie da mit. Politisch und Persönlich.
    Leider haben wie gestern ihre Meinung nicht eingebracht.

  4. Hallo Frau Nagel,

    ich empfand die wenigen rechtsgerichteten Zwischenrufe und die noch wenigeren Linksgerichteten Zwischenrufe durchaus hinnehmbar. Wir leben in einer Gesellschaft die diese unterschiedlichen Meinungen zulässt.
    Ich habe die Stimmung „pöbeln, übertönen etc.“ nicht wahrgenommen. Der Moderator musst keine Saalverbote erteilen, kein Redner hatte Probleme auszureden.
    Herr Dr. Wilhelm hat zwei unplausible Dinge erzählt und das hat das Publikum eben auch gemerkt.
    1. pathetische Einzelfallschildungerung einer Bootsflüchtlingsfamilie 1,2% Asylanspruch (politisches Asyl!), nach ihren Zahlen noch immer <50% Bleiberecht/Duldung. Das bedeutet eben, daß min. 50% der Ankommenden Wirtschaftsflüchtlinge sind. Und über deren Berechtigung bzw. deren Ambitionen (Existenzaufbau in Deutschland versus Ausnutzung Sozialstaat) kann in unserem politischen Klima nicht geredet werden. Das haben einige Wortmeldungen auch deutlich thematisiert.

    2. Standortauswahl: Es wurde eine Erklärung erwartet, weshalb das BWK in Wiederitzsch die einzige zeitlich verfügbare Option darstellt. Hr Dr. Wilhelm verwies jedoch auf 3 konstruierte Fälle einer Standortprüfung (Containerlösungen innerhalb der 3 EAE Flächen Schneeberg/Dresden/Max Liebermann). Sachsen ist deutlich größer. Das auch der Lindenauer Hafen und …. in der Diskussion waren/sind, durfte er nicht sagen. Die Zuhörer waren auch hier zurecht unzufrieden.

    Nochmal ganz einfach für Sie: Die Wiederitzscher sind zu absolut überwiegenden Anteil nicht fremdenfeindlich. Sie halten diesen Standort für die falsche Wahl. Jede Diskussion zum Standort und dessen Alternativen führen wir gerne mit Ihnen. Ebenso eine Diskussion über das richtige Betreiben einer solchen EAE. Hier hat der Vertreter der Malteser ja sehr viele (bisher in Schneeberg nicht umgesetzte Ansätze) genannt. Wenn das so umgesetzt wird, ist schon viel für die Flüchtlinge in der viel zu langen Wartezeit im EAE getan. Helfen sie da mit. Politisch und Persönlich.
    Leider haben Sie gestern ihre Meinung nicht eingebracht.

  5. EIne kleine Erläuterung zu den Anerkennungszahlen:

    Bis Oktober 2014 wurden 1,7 % der Neuanträge mit der Zuerkennung von Asyl beschieden.
    Art. 16aGG, das Asylgrundrecht enthält eine massive EInschränkung: Wer über sichere Drittstaaten einreist, kann es nicht bekommen.

    Hinzukommen über 20% anerkannte FLüchtlinge nach der Genfer FLüchtlingskonvention, die – Achtung Herr Nagel – ebenfalls POLITISCH verfolgte sind.
    „Flüchtling ist, wer er sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität,politischen Überzeugung
    oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe außerhalb seines Herkunftslandes befindet, dessen Schutz er nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Furcht nicht in Anspruch nehmen
    will.“

    Weitere bisher 5% erlangen „internationalen subsidiären Schutz“ der EU-rechtlich verbürgt ist. Dieser greift ein, wenn es die Gefahr eines ernsthaften Schadens durch Todesstrafe, Folter, unmenschliche/erniedrigende Behandlung oder aber aufgrund eines (inter-/nationalen bewaffneten Konflikts besteht.

    Weitere ca. 2 % erhalten nationalen Abschiebungsschutz wegen sonstiger schwerwiegender individueller Gefahren, die im Zielstaat drohen.

    Es geht bei ALLEN Schutzarten um SCHWERWIEGENDE Verletzungen, das fordert schon das Gesetz.
    Alle Quoten liegen noch höher, wenn man die Abänderung der Entscheidungen durch Gerichte einbeziehen würde, diese werden aber vom BAMF nicht veröffentlicht.

    Zudem werden über 30 % ohne inhatliche Prüfung abgelehnt, weil ihr Antrag nach der Dublin-Verordnung in anderen Mitgliedsstaaten geprüft werden soll.

    WO SIND JETZT die sog.“Wirtschaftsflüchtlinge“?

  6. Ich kann die Veranstaltung nicht aus persönlicher Erfahrung kommentieren, weil ich nicht dabei sein konnte. Wenn ich allerdings höre, dass die Bemerkung „Leipzig eine weltoffene Stadt“ vielstimmig ausgebuht wurde, ärgere ich mich über Zeitgenossen, die die Diskussion über die Eignung eines Standortes für ihre eigene irrationale oder – schlimmer – sehr wohlkalkulierte Fremdenfeindlichkeit nutzen. Wenn man eine beliebige Nachrichtensendung einschaltet kann man ganz einfach verstehen, dass Hilfe nötig ist und wieviel sehr viele ärmere Nationen mit sehr viel ungeeigneteren Standorten leisten. Diese Tatsachen sollten die Basis für solche Veranstaltungen sein.

  7. Ich fand die Veranstaltung gestern wirklich sehr gelungen.
    Zum einen, da Hr. Dr. Wilhelm viele der von uns im Vorfeld gestellten Fragen – im Rahmen des derzeitigen Verhandlungsstandes – umfangreich behandelt hat und auch Herr Jatzenko (Malteser) aus dem operativen Betrieb glaubwürdig schildern konnte. Und zum Anderen, dass bei mehr als 1000! verschiedenen Bürgern, darunter viele Wiederitzscher trotz der zu erwartenden Veränderungen im Stadtteil nur verhältnismäßig wenige unsachliche Bemerkungen fielen. Diese zumeist aus dem hinteren Teil des Saals. Für mich zählen die vielen Menschen, die mit Angabe von Namen und Adressen an die dargebotenen Mikrophone gegangen sind und viele gute Fragen gestellt haben. Ich glaube es wurde nochmals deutlich, dass der überwiegende Teil zwar Angst vor Überforderung hat, dem Konzept und der Zeitschiene nicht so vertraut… – aber kein Zweifel an der Notwendigkeit solcher Einrichtungen hat (wenn auch hier der Wunsch nach Dezentralisierung deutlich wurde.)
    Meiner Meinung nach viel wichtiger – in der derzeitigen Planungsphase – ist der unterschwellige (und auch direkt geäußerte) Zweifel am Konstrukt der Golden Gate, die bereits auch hier als unzuverlässiger Verhandlungspartner gilt. Ich warne ausdrücklich davor mit derart unprofessionellen Firmen „Geschäfte“ zu machen. Wer bereits im Anfangsstadium nicht in der Lage ist, klar strukturiert zu Verhandeln wird auch später seinen „Vermieter“-Aufgaben nicht gerecht werden und das wäre für das evtl. Projekt EAE im Bundeswehrkrankenhaus fatal.
    Ansonsten arbeiten wir einfach weiter – treten mit den Maltersern und der Landesdirektion in engen Kontakt bzgl. der Konzeption, besprechen mit Hr. Merbitz die Details zu den Sicherheitsfragen und der Nachnutzung Mitte/Ende 2017.
    PS: Ich bin bestürzt über das konsequente ignorieren der Gesprächsangebote durch die Stadtverwaltung – deren Ignoranz auch gegenüber dem Innenministerium deutlich wurde. Die erfolgte Einladung für gestern wurde kommentarlos ausgeschlagen.

  8. Sehr geehrte Frau Nagel,

    ich möchte mich auch einmal als Mutter zu Wort melden. Da Sie dies immer wieder betonen, daß wir Anwohner Angst haben, auch um unsere Kinder etc.

    Vielleicht haben Sie kein Haus oder sogar Kinder, vllt. wohnen Sie auch fernab von Einrichtungen dieser Art.

    Wir wohnen genau gegenüber, nur zwei drei Meter entfernt. Natürlich darf ich ANgst haben und Bedenken und natürlich darf ich diese Bedenken auch äussern, aber ich habe ein Problem damit, immer als Ausländerfeindlich abgestempelt zu werden.

    SIe haben so schön gesagt, sie packen gern mit vor Ort an, das ist sehr lobenswert von Ihnen, aber im Vergleich dazu müssen Sie hier nicht wohnen weder allein noch mit Ihrer Familie und keiner, wirklich keiner, nur Personen, die in einer ähnlichen Situation stecken, können meine / unsere Bedenken verstehen und sich hineinversetzen.

    Ich kann Ihre Anmerkungen bezüglich der Veranstaltung oder der IG Wiederitzsch nicht mehr lesen. SIe haben dem gegenüber genauso eine ablehnende Haltung gegenüber wie wir angeblich den Flüchtlingen. Hören Sie bitte auf, so darüber zu berichten und alles falsch darzustellen.

    Wieso haben Sie sich nicht zu erkennen gegeben und etwas zu Thema gesagt? Soviel Angst vor Widerstand, daß Sie es nur versteckt in Ihren Artikeln schreiben können?

    Und das ich mir als unmittelbarer Nachbar auch
    Gedanken mache über den Preis meines Grundstücks, können sicher auch nur die wenigstens nachvollziehen.Wenn es Mietern nicht passt, was passiert, ziehen sie weg. Was macht aber ein Hausbesitzer? Ich / mein Mann haben Schulden auf uns genommen, für die wir beide hart arbeiten gehen. Sollte die Konstelation für uns hier später einmal nicht tragbar sein, was sollen wir Ihrer Meinung nach tun? Wenn wir wegziehen, müssen wir unser Grundstück samt Haus verkaufen und es werden Schulden auf uns lasten. Bitte kommen Sie mir jetzt nicht wieder mit Kriegsopfern, Verfolgten etc. Die Menschen brauchen Hilfe, keine Frage, hat aber mit unserer Situation wenig zu tun.

    Sie haben immer nur alle Gut reden, reden sich alles schön und bunt, versuchen angeblich zu verstehen, was Sie verstehen wollen, alles andere ist für Sie Ausländerfeindlich, engstirnig etc.

    Ich finde, Sie haben eine sehr einseitige Sicht der Dinge und es gefällt mir nicht, als Anwohner in eine von Ihnen hervorgehobene Schublade gesteckt zu werden.

    MfG

  9. Herr Beige, diese Art Äusserungen kamen laut meinem Mann von einer Partei, welche andere Ziele verfolgt…

    Und keiner der Anwohner möchte damit in Verbindung gebracht werden…

    Und es ist auch die Sicht von Frau Nagel, die Vieles hier anders darstellt als es eigentlich war oder ist…

  10. @Diana

    Wenn es um Ihre Kinder geht, warum haben Sie dann keine Angst vor Ihren Bekannten und Verwandten ?
    90% aller sexuellen Übergriffe auf Kinder werden von Tätern verübt, die die Kinder seit längerer Zeit kennen, aus ihrem sozialen Umfeld kommen.
    Was sind denn bitte Ihre Ängste anderes als rassistische Ressentiments wenn sie sich ausgerechnet gegen Menschen richten die man hier meist unter dem pejorativen Ausdruck „Ausländer“ subsumiert ?

    p.s. Sätze wie „Ich hab nichts gegen Ausländer, aber…“ beweisen meist das Gegenteil.

  11. @alex

    Hallooooo…Was ist denn bitte mit Ihnen los?

    Wer redet hier von sexuellen Übergriffen?

    Ich habe einfach Angst, was sich an unserem Familienleben ändert, was passieren wird bei 350 uns fremden Menschen und Kulturen…

    Ich habe es satt, mir immer wieder etwas in dieser Richtung unterstellen zu lassen…

    Alle, die weit weg wohnen, sind ja solche Samariter und so hilfsbereit, vorurteilslos und unbefangen…

    Aber das Sie hier mit sexuellen Übergriffen kommen, setzt dem ganzen die Krone auf…

  12. @Diana

    Was ist es denn sonst als Rassismus? Was denken Sie denn passiert ihren Kindern? Denken Sie, die werden gefressen oder gejagt? Weil „DIE“ vor denen Sie Angst haben das als „Kultur“ mitbringen?

    Auch das Argument des „Fremden“ ist blödsinn, wie viele Menschen kennen Sie denn wirklich persönlich? 20? 30? Sind da nicht alle Menschen „fremd“, die Ihnen am Tag zu hunderten begegnen?

    Ist die Chance, dass Ihre Kinder von einem Auto angefahren werden oder sonstwas nicht wesentlich größer als die angebliche Gefahr von Asylsuchenden?

    Beschweren Sie sich dann auch, wenn hunderte fremde Polizisten aus allen möglichen Bundesländern dann in der Nachnutzung in Wiederitzsch untergebracht werden wie gestern erläutert?

    Immerhin gibt es bei der Polizei auch so etwas wie eine eigene „Kultur“ (Copcultur), die mit ihrer nichts zu tun haben muss. Hier mal ein Beispiel aus Hamburg: http://www.freenet.de/unterhaltung/promi-und-tv/saufgelage-polizisten-randalieren-in-viersternehotel_1863442_705206.html

    Wenn es nach Ihnen und vielen anderen geht, dann gibt es nirgendwo Unterkünfte für geflüchtete Menschen, weil irgendwo immer wer rufen wird „Ich hab nichts gegen Ausländer, aber nicht bei uns wegen den Kindern, den Frauen, den Gründstücken, der Kultur……“.

    Der übliche Rassismus in diesem Land, komisch nur, dass vor ein paar Tagen noch die große demokratische Leistung dieses Volkes gefeiert wurde. Reisefreiheit und das Recht auf ein gutes besseres und sicheres Leben haben natürlich auch weiterhin nur „Deutsche“, der Rest soll sich wie immer sonst wohin scheren.

    Und bevor Sie jetzt wieder mit dem Finger zurück zeigen möchten. Von mir aus können Sie 1000 oder 2000 Asylsuchende in meine Nachbarschaft wünschen, ich werde deswegen nicht verrückt werden oder auf die Straße gehen.

    Es bleiben Menschen mit denen ich mich wie mit jedem anderen auch Tag für Tag wegen den unterschiedlichsten Sachen auseinander zu setzen habe. Und das ist immer anders, weil eben jeder Mensch anders ist, auch Ihre vermeintliche „deutsche Kultur“ oder „Nachbarschaft“ ist nicht homogen, egal wie oft Sie oder andere Initiativen das behaupten wollen.

  13. @Diana

    ich wollte Ihnen auch nichts unterstellen, aber das kam gestern Abend so zu sprache.
    Und das öffentliche Äußern solch diffuser Ängste suggeriert immer es gäbe da etwas vor dem man auch Angst haben müsste.
    Was soll denn in Ihrem Familienleben passieren ?
    Vielleich, dass Ihre Kinder durch den Kontakt mit „fremden Menschen und Kulturen“ später mal nicht so borniert sind wie Sie.

  14. @alex

    Ich glaube, Sie sind borniert in Ihrer Lebenseinstellung, Ihre ist die einzig wahre und andren Meinungen, Ängste etc werden nicht akzeptiert und alle Menschen, die düs nicht tun, sind Ausländerhasser oder dergleichen…

    Wenn Sie nicht verstehen können, das es auch noch andere Ängste gibt, dann tut es mir leid für Sie und Ihre Familie…

  15. @alex

    Ich glaube, Sie sind borniert in Ihrer Lebenseinstellung, Ihre ist die einzig wahre und andren Meinungen, Ängste etc werden nicht akzeptiert und alle Menschen, die düs nicht tun, sind Ausländerhasser oder dergleichen…

    Wenn Sie nicht verstehen können, das es auch noch andere Ängste gibt, dann tut es mir leid für Sie und Ihre Familie…

    Und wenn man die Medien verfolgt, was zum Beispiel in Chemnitz alles bis jetzt passiert ist, sind Ängste unserseits völlig normal…

    Fragen Sie mal einen Psychologen

  16. @alex

    Ich glaube, Sie sind borniert in Ihrer Lebenseinstellung, Ihre ist die einzig wahre und andren Meinungen, Ängste etc werden nicht akzeptiert und alle Menschen, die düs nicht tun, sind Ausländerhasser oder dergleichen…

    Wenn Sie nicht verstehen können, das es auch noch andere Ängste gibt, dann tut es mir leid für Sie und Ihre Familie…

    Und wenn man die Medien verfolgt, was zum Beispiel in Chemnitz alles bis jetzt passiert ist, sind Ängste unserseits völlig normal…

    Fragen Sie mal einen Psychologen

  17. @alex

    Ich glaube, Sie sind borniert in Ihrer Lebenseinstellung, Ihre ist die einzig wahre und andren Meinungen, Ängste etc werden nicht akzeptiert und alle Menschen, die düs nicht tun, sind Ausländerhasser oder dergleichen…

    Wenn Sie nicht verstehen können, das es auch noch andere Ängste gibt, dann tut es mir leid für Sie und Ihre Familie…

    Und wenn man die Medien verfolgt, was zum Beispiel in Chemnitz alles bis jetzt passiert ist, sind Ängste unserseits völlig normal…

    Fragen Sie mal einen Psychologen

  18. Hallo alle zusammen,

    auch ich und meine Frau waren bei der gestrigen Veranstaltung mit dabei und teilen die Ängste und Sorgen. Wir wohnen unweit des BWK, habe ein Haus und die dazugehörigen Schulden. Glück in diesem Sinne haben wir nur, dass unsere Kinder aus dem Haus sind. Uns ärgert es, dass man mit unseren Steuergeldern erst die Asylsuchenden ins Land holt, dann prüft, ob die 1,1% Asyl bekommen und dann der Rest wieder, wenn dies dann überhaupt möglich ist, da es ja keinen Pass dieser Menschen mehr gibt, wieder mit Steuergeldern bis zum nächsten mal abschiebt. Ein weiteres Detail sind die angeblichen nicht zu nutzenden 4 weiteren Objekte. Da wir ja eine “ weltoffene Stadt“ sind, was spricht da eigentlich dagegen, ein Objekt welches seit längerem lehrsteht, wo man eventuell nur wieder einmal staubwischen sollte, für so eine Einrichtung in der Mitte der Stadt, herzurichten. Unweit des Bahnhofes fristet das ehemalige “ Astoria“ ein tristes dasein. Das ehemalige Hotel verfügt über Zimmer, Restaurants, Küche, zentrale Anbindung mit Busse, Bahn etc. hat im Umfeld eine ausgebaute Infrastruktur so dass keine lange Weile aufkommen kann und der wesentliche Vorteil ist die integration nicht nur zu Leipzigern sondern zu allen Gästen der Stadt Leipzig. Sicher hat dieser oder jener auch noch ein paar Objekte gesehen, welche wir der Landesdirektion doch zum Nachdenken geben sollten. Ich finde unser Vorschlag ist gar nicht so schlecht. Nen schönen Abend Mfg Reiner

  19. Wieso die Aufregung. Nix anderes habe ich geschrieben:

    Zitat aus meinem Beitrag oben:

    Dass Staatssekretär Wilhelm mit falschen Zahlen bezüglich der Anerkennungs- bzw Schutzquote aufwartete, ist letztendlich Wasser auf diese Mühlen. Zwar bekamen auch im Jahr 2014 bis dato nur knapp über 1 % der Asylsuchenden eine Anerkennung nach § 16a Grundgesetz, mit den Anerkennungen als Flüchtling bzw. der Gewährung subsidären Schutz sowie der Feststellung eines vorläufigen Abschiebungsverbotes wächst die Schutzquote allerdings auf fast 30 %. Hinzu kommt ein großer Teil – ca. 20 % – von so genannten Dublin-Rückschiebungen, ohne dass das Asylbegehr überhaupt inhaltlich geprüft wurde. Dabei geht es allein darum, dass Deutschland nicht für die Asylverfahren zuständig ist. Mittlerweile häufen sich allerdings Rückschiebungsverbote aufgrund der für Flüchtlinge untragbaren Situation, z.B. in Ungarn, Griechenland und Italien.

  20. Hallo Frau Nagel,

    das Leben in Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Italien… ist für Flüchtlinge untragbar? Inwiefern? Werden sie dort in irgend einer Weise verfolgt, oder ist die Unterbringung „menschenunwürdig“ – bitte definieren, was das aus Ihrer Sicht ist – hoffentlich nicht wieder ein warmer Container..
    Wir kommen hier in eine unhaltbare Lage, wenn wir EU Ländern moralische Regeln zur Behandlung von Flüchtlingen vorschreiben. Wenn die Verstösse gegen die Genfer Konventionen dort so eklatant sind – und nicht nur die irre hohen Maßstäbe an Lebensqualität/Armut hier in Deutschland ausschlaggebend sind – müssen diesen Ländern Sanktionen auferlegt werden. Passiert dies? Wenn nein, wieso nicht?

    Wenn ich ihre Zahlen addiere komme ich auf 50%, bei Frau Leonhardt auf 70%. Dabei ist die Abschiebequote doch sicher amtlich verfügbar? Warum so kompliziert? In beiden Fällen sind zwischen 30 und 50% der Ankommenden keine traumatisierten Flüchtlinge. Stellen wir uns gemeinsam dem Thema „Einwanderung“. Es ist doch absolut legitim in Deutschland eine Existenz gründen zu wollen – nur bitte nicht über das Vehikel „Mitleid, Flüchtling, Asyl“. Das Deutschland kein Einwanderungsgesetz hat ist eine politische Schande.

    P.S.: Mir geht es in keinster Weise darum zu argumentieren das weniger Menschen nach Deutschland einwandern sollten. Ich bin der Meinung der deutsche Stadt ist hier unprofessionell. Sowohl seitens der Judikative(Gesetze) als auch der Legislative (Umsetzung, Geld). Darunter leiden sowohl die Einbürgerungswilligen (ich nenne das jetzt einfach mal so, und nicht Wirtschaftsflüchtling) und die Bevölkerung (schlechte Integration, keine Arbeitserlaubnis, keine ordentliche Kultur- und Sprachkurse…)

  21. @Alex Heus:
    Es ist doch kein Vorurteil, daß jemand aus einem vollkommen anderen Kultur- Sprach- und Rechtsraum (gerade wenn er wirklich Kriegsgeschehen, Gewalt in der Kindheit etc. erleben musste) in Deutschland ankommen, anecken wird. Wie oft und wie stark – ich weiß es nicht (daher auch die Diffusität in der Angst..). Die Politik muss das Thema proaktiv lösen (Kulturelle und rechtliche Bildung direkt nach Ankunft im EAE, alles was im Würzburger Modell steht, nicht nur über einen Flyer…) um die ersten Schritte in der neuen andersartigen Gesellschaft zu lernen – und an der Supermarktkasse nicht an den wartenden Frauen vorbeizugehen und sich vorne anzustellen. Genau das ist nun einmal Sitte/Kultur in den Herkunftsländern. Wir Deutsche sind ja selber noch hart am Arbeiten um geschlechterspezifische Vorurteile abzubauen… Ich bleibe dabei: Der soziale, kulturelle, sprachliche Gegensatz führt zu Konfliktsituation – im schlimmsten Fall zu Gewalt. Da ist ganz viel Prävention und Engagement nötig um dem entgegenzuwirken – und das bleibt NATÜRLICH an den direkten Betroffenen Anwohnern hängen. Auch davor haben sie Angst. Das überhaupt zu können – hier sind die Auswirkungen eben nicht gleichverteilt sondern massiv lokal begrenzt sichtbar (500-700 Menschen in den geplanten EAEs die morgens aufstehen und was? als Lebens- Tagesinhalt sehen?…) Hier greift die IG Wiederitzsch an: gute, teure, intensive Betreuung und ein geeigneter Standort mit „Freizeitmöglichkeiten und Infrastruktur“.

  22. Na dann lieber Alex, kaufen Sie unser Haus und Leben hier, dann fange ich woanders neu an…

    Ihre Argumente bzw Vorwürfe beziehe ich keineswegs auf mich, Sie sind borniert, verbohrt…

    Sie wollen es einfach nicht verstehen, das es Menschen mit anderen Meinungen, Sorgen und Ängsten gibt…

    Sie reden von Weltoffenheit und Akzeptanz…das ich nicht lache…

    Und das Sie schreiben, Sie würden weder bei 1000 noch 2000 Flüchtlingen Panik schieben, kann jeder schreiben. Einmal wirklich in dieser Situation stecken…

  23. @Herbert: Ja, das ist Angst vor fremden Kulturen – sicher auch aus Unkenntnis selbiger.
    Kennen sie die Kulturen der Flüchtlinge? Ihre Gebräuche, Sitten und landestypische Gepflogenheiten? Ist das alles nur spannend und multikulti oder kann es auch schlichtweg inkompatibel sein? Genau deswegen werden Kriege geführt. Eine Kultur, die Frauen (nach unserem Verständnis) diskriminiert, muss und wird in Deutschland „angefeindet“ werden – warum? Sie wackelt an den Grundfesten unseres Verständnisses von Menschlichkeit (sie wissen schon Gleichheitsgrundsatz, Menschenrechte und so etwas). Nein, ich denke nicht das alle Menschen aus Nordafrika und dem Nahen Osten innerlich nicht den Menschenrechten oder dem Gleichheitsgrundsatz beipflichten. Einige – wie die IS als sichtbarer kämpfender Teil – aber eben doch.
    Wissen sie, mein Großvater (83, 30 Jahre Lehrer und bekennender Humanist) liest Sarrazin und stimmt ihm zu. Er hat schlichtweg erkannt (Angst nach Ihrer Lesart) das die „westliche Kultur“ sich im „Krieg“ mit der „islamischen Kultur“ befindet…ob diese These stimmt, und wenn ja wie man da Frieden schliessen kann – das sind die Aufgaben des 21/22 Jahrhunderts. Damit lösen sie auch (nebenbei) den bösen bösen Rassismus in Deutschland.

    P.S.: Ja es gibt auch Deutsche die einfach geizig sind und glauben alles was Sie „geschaffen“ haben würde Ihnen gehören. Mir ist klar, das unser Wohlstand nicht (nur) unseren Tugenden zu verdanken ist, sondern auch das „Elend“ woanders verstärkt, zumindest deutlich zu wenig dazu beiträgt es zu vermindern…

  24. Guten Abend allerseits.

    Ich bin Anwohner der Olbrichtstraße, dh. ungefähr 500m entfernt von der EAE Max-Liebermann-Straße.
    Die EAE sind wichtig, aber nicht in allgemeinen oder reinen Wohngebieten. Das kann und wird nicht vereinbar sein. Hier prallen Welten, Kulturen und Anschauungen, Ängste berechtigt und unberechtigt, Vorurteile und leider auch Tatsachen aufeinander.
    Ich bin beruflich mit dieser Sache außerdem sehr eng verknüpft und ich weiß sehr genau was da passiert. So kann ich auch den Auftritt des Herrn Merbitz nur als peinlich, verlogen und absolut irrwitzig.
    Beamteneinstellungen, um die künftige Personalstärke der Polizei halten zu können müssten jährlich 400 neu eingestellt werden, 2014 waren es 230.
    Fragen sie doch mal Herrn Merbitz warum täglich eine Polizeihundertschaft Dienst in Schneeberg verrichtet! Und eine Antwort: die Asylsuchenden vor Rechten zu schützen, ist dabei nicht die richtige und wahre.
    Rund um Leipzig stehen hunderte geeignete Objekte leer, die hierfür genutzt werden könnten. In der Max-Liebermann-Straße baut man vollkommen neu? Brandschutz oder Medienanschlüsse stimmen da nicht? Garnichts hat man sich angeschaut. Nur das billigste Grundstück mit nachweislich verseuchtem Boden klammheimlich gekauft.
    Die ganze Geschichte, wo auch immer was entstehen soll, ist verlogen, verheimlicht, un durchdacht und konfliktfördernd.

    Aber glauben sie alle ruhig an den Weltfrieden. Eines Tages werden sie schon aufwachen und ich hoffe nur dass es dann nicht zu spät ist.

  25. Mir macht das Ganze Angst! Die Stadt gibt komplette Viertel auf, siehe Osten mit Eisnbahnstraße und den Norden mit Gohlis. Man muss sich mal vorstellen, 700 Leute, die sich kulturell und politisch nicht einig sind, verwerflich!

    Und wenn ich die Phrasen höre, es gäbe keinen Anstieg der Kriminaltität dann kann ich nur lachen, siehe Eisenbahnstraße.

    Warum nicht Lindenauer Hafen Frau Nagel? Ich sage es ihnen: die StAdt will die Grundstücke teuere verkaufen und Geld verdienen. Andere Viertel sind schon abgeschrieben worden. Bald haben wir Zustände wie in Berlin, die will ich nicht haben.

    Anstatt nur zu meckern, Frau Nagel, wie wäre es mit VORSCHLÄGEN? Zb Südvorstadt, Markkleeberg, Südwest? Nein, diese Stadtteile will man als HIPP behalten, der Rest ist eh nicht mehr rettbar, Sharia in den Hinterzimmern und offene Gewalt auf der Straße.

    Nicht zu vergessen: die sog. Flüchtlinge, sind relativ wohlhabende Menschen. Zahlen 10.000€ und mehr für die Schleusung. Für diese Menschen habe ich keinen Respekt. Respekt zolle ich denen, die es sich nicht leisten können und im Land bleiben müssen. Denen sollten wir helfen und nicht streiten, ob ein Wohncontainer menschlich ist oder nicht. Die Situation aus den Herkunftsländern ist sicher dramatischer als ein warmer Container.

    Auf Ihre Antwort bin ich gespannt.

  26. Hallo Reiner,
    mit dem Hotel“Astoria“ finden wir die beste Lösung. Da hat der Asylsuchende gleich zu sämtlichen Behörden den direkten Zugang (zu Fuß ) ohne zusätzliche Kosten für uns Steuerzahler.
    Mfg Heiko

  27. @Heiko: Leider nicht, da die Nutzung sich ändert muss eine erneute Abnahme durch die Feuerwehr erfolgen und das Hotel hat bestimmt auch keine Außentreppe => ja so flexibel sind wir in Deutschland im Umgang mit Notwendigkeiten oder eben auf der Suche nach der besten Lösung. Die Menschen selber sind da völlig nebensächlich, es geht um Vorschriften.

    @Simon: Ihr Argument, dass die wirklich Hilfebedürftigen gar nicht nach Deutschland kommen, teile ich. Daher muss Hilfe vor Ort geleistet werden. Auch schlichtweg militärische Hilfe um die Heimat dieser Menschen wieder bewohnbar zu machen. Jahrelang in einem Flüchtlingscamp zu wohnen ist doch für keinen Menschen ein ertragbarer Zustand. (weniger Leid durch Krieg – eine These die auf der Seite hier sicher viele Freunde findet.)
    In Summe bin ich ganz und gar erstaunt, dass der Westen dieses hausgemachte Problem (die stabilen Diktaturen der Länder im nahen Osten und Nordafrika zu diffamieren und zu zerstören) nicht berücksichtigt hat (Folgekosten, Demokratisierungskosten, in den Ländern stabile Folgestrukturen schaffen – einfach vergessen..).
    Der Flüchtlingsstrom als Ergebnis der Veränderung von der Diktatur ins Chaos (ähm Demokratie)ist ja im Grunde genommen eine klare Aussage der betroffenen Bevölkerung zur Sinnhaftigkeit der Maßnahme. Meine Meinung: Demokratie kommt, wenn die Bevölkerung/Kultur reif dafür ist – und dann funktioniert sie danach auch..

  28. @Joachim Beige: Ich habe mir die 3h vor Ort angehört.
    Die Buh Rufe kamen zurecht, da Herr Wilhelm den ehrenhaften Satz „offenes Leipzig“ mißbraucht hat. Er meinte damit : „Wiederitzscher ihr müsst doch ohne jegliches Hinterfragen meine Entscheidung das im BWK eine EAE toll ist akzeptieren“. Dafür gibt es ein BUH, da die Wiederitzscher dort waren um genau die Hintergründe dieser Entscheidung nachvollziehen zu können.
    Aus dem Zusammenhang gerissen wären die Buh-Rufe ja quasi eine Aussage wie „Nein, Leipzig will keine Ausländer“. Das hat so kein BUH Rufer gemeint.
    Verstehen können sie dies jedoch nur durch dabei sein oder 3h Filmaterial ansehen….

  29. Ich war dabei.
    Und ich bin der Meinung, die Entscheidung ist längst gefallen.
    die schwammigen Ansagen eines Dr. Wilhelm sagen doch alles.

  30. @all
    ein sehr gepflegter und sachlicher Dialog. Gratulation! Ermutigt mich zu einem Kommentar. Bin selten im Netz aktiv.

    Ich denke alle Sorgen und Ängste der Menschen, denen in Ihre „heile Welt“ etwas unbekanntes eingepfropft werden soll, müssen ernst genommen werden. Und die fremden Kulturen, die man sich gerne in Reiseberichten im Fernsehen anschaut und nach Bedarf abschalten kann wirken hier in der „noch?“ Heimat bedrohlich, weil Sie natürlich ein vertrautes und liebgewonnenes Umfeld verdrängen.

    Nun wohne ich gleich in der Nähe der Eisenbahnstraße und ich komme damit ganz gut klar. Wenngleich ich im Leipziger Westen in einem recht gepflegten Viertel aufgewachsen bin.

    Regelmäßig einmal die Woche laufe ich mit meinem kleinen Hund mutig und unerschrocken durch die Eisenbahnstraße. Egal ist es mir nicht. Aber es wird besser von mal zu mal und ich sehe auch positives.

    Was ich sagen will:
    Ich glaube nicht, daß wir das altvertraute überall bewahren können. Die Mächtigen schaffen die Strukturen. Hin und wieder läßt sich eine Veränderung räumlich oder zeitlich verschieben oder man selbst verändert sich. Und da liegt ein wesentlicher Punkt: Sich den Veränderung stellen und versuchen Sie mitzugestalten (nun da habe ich wohl eine große Klappe) aber ich denke nur so geht es.

    Am wichtigsten bleibt, daß die Auseinandersetzung zum Thema Migration friedfertig verläuft und geben wir den Mächtigen keine Chance das bekannte Spiel „Teile und Herrsche“ zu spielen.
    Wir sitzen mit den armen Teufeln, die hierherkommen in einem Boot.

    Deshalb sage ich hier einfach mal Danke an alle, die sich für den Dialog und die Mitgestaltung aktiv einsetzen und nicht nur wie ich einen dummen Kommentar ablassen ! ;-)

  31. Wer bei der Veranstaltung dabei war und sich für die kleingeistige, menschenverachtende Stimmung nicht geschämt hat, sollte vielleicht mal in eine Flüchtlingssituation geraten – nur um zu wissen, wie sich das von der anderen Seite anfühlt. Rein statistisch ist die Wahrscheinlichkeit dafür auch nicht gering. 1914, 1939… Das Notaufnahmelager in Gießen, MEINE OASE und Studentenstadt, galt als „Sehnsuchtsort für ausreisewillige DDR-Bürger“ – Den „faulen Ossis“ ;)

  32. Hallo Frau Nagel,
    ich kann einfach nicht glauben, daß Sie mitten unter uns saßen und sich bei der Frage, ob ein Repräsentant der Stadt Leipzig da ist, nicht gemeldet haben. Das ist für uns sehr enttäuschend.

    Bei Ihrer Wiedergabe der Veranstaltung wird für mich deutlich, wie unterschiedlich die jeweiligen Teilnehmer die Stimmung am 17.11.14 wahrgenommen haben. Ich persönlich fand nicht, dass der Großteil die Meinung über „potentiell kriminelle Ausländer“ geteilt hat. Und ich habe mehrere positive Nachfragen nach der Betreuung, dem Sicherheitskonzept und weiteren Randbedingungen vernommen. Daraus eine potentielle Ablehnung herauszuhören, finde ich sehr einseitig. Schade!

  33. @ Simon
    Zum Lindenauer Hafen habe ich mich bereits geäußert als es um den langfristigen Standort ging (viell verwechselt Herr Dr. Wilhelm hier auch was): https://jule.linxxnet.de/index.php/2014/02/cdu-bundestagsabgeordnete-bettina-kudla-macht-wahlkreispolitik-auf-dem-rucken-von-fluchtlingen/

    Ich bitte zudem wiederum die Ebenen auseinanderzuhalten.. Die EAE ist Landessache und die Stadt hier weitestgehend aussen vor. Ich hatte auch im stadtrat schon zum Thema nachgefragt: https://jule.linxxnet.de/index.php/2014/01/zentrale-aufnahmeeinrichtung-fur-asylsuchende-in-leipzig-zahlen-finanzen-und-neue-rassistische-proteste/
    Zu den Unterkünften, fpür die Leipzig verantwortlich ist, habe ich durchaus Vorschläge gemacht. Und auf Initiative meiner Fraktion kommt die Bornaische Straße im Süden für zirka 70 Flüchtlinge nun doch, obwohl die Stadt diese ad acta legen wollte. In Connewitz wird ggf einen größere Unterkunft entstehen und im Zentrum ist aktuell auch eine geplant. Also peace.
    Und zu dem was sie so über Flüchtlinge und deren ökonomische Verhältnisse wissen, kann ich nur den Kopf schütteln. Es ist interessant, dass Menschen, die sich bisher kaum mit dem Thema befasst haben, plötzlich ExpertInnen werden. Ich empfehle diesen Film: http://film.fluter.de/de/519/kino/11537/
    MfG.

  34. @ Sylvia
    Ich gebe gern zu, dass es sehr verschiedene Wahrnehmungen der Veranstaltung am Montag gibt. Es ist bitter, wenn ich mir vorstelle, dass da 80 % von 1000 Menschen johlen und jubeln wenn es um die Zukunft bzw. eben nicht von Menschen geht. Es ist bitter, wenn in 80 % der Redebeiträge Unterstellungen und negative Zuschreibung an Menschen (die ganz verschieden sind, die nur ihre Not fliehen zu müssen eint) artikuliert werden.
    Klar, ich und andere, die sich lange mit dem Thema und mit stimmungslagen in der Bevölkerung beschäftigen, die Kontakte und Austausch mit Flüchtlingen haben, haben eine andere Schwelle.
    Wenn eine solche Veranstaltung sachlich abläuft, werde ich mich nicht beschweren. Das ist sie aber nicht.
    Zum Thema Repräsentantin der Stadt und Wortbeitrag:
    Nein, ich bin keine Repräsentantin der Stadtverwaltung. Meine Aufgabe ist die Kontrolle der Stadtverwaltung und Impulse für die Gestaltung von Stadtpolitik zu geben. Das habe ich vor zirka 5 Jahren bspw in Sachen Unterbringungskonzept für Flüchtlinge gemacht. Meine Fraktion war mit den Grünen die Initiatorin für die kleinteilige und integrative Unterbringung von Flüchtlingen in LEipzig (es gibt mittlerweile zirka 7 Häuser a zirka 50 Personen), zudem haben wir die dezentrale Unterbringung in Wohnungen und den guten soziale-Betreuungsschlüssel forciert.
    Ich konnte in dieser Veranstaltung nicht FÜR DIE STADT sprechen, denn in meiner Rolle renne ich Informationen auch hinterher, verfüge also nicht über jene.
    Fakt ist, dass die Info, dass die Stadt weitere 300 Flüchtlinge auf dem Gelände unterbringen will, Quatsch ist, das wurde ja richtig gestellt. Auch das Fehlen von VertreterInnen der Verwaltung wird von dieser anders dargestellt, als es Dr. Wilhelm getan hat. Ich hätte es aber auch gefunden.
    Bezüglich einer Äußerung meinerseits: ich wollte eigentlich Kontakt mit Herrn Neumann von der IG aufnehmen am Montag, das war angesichts der Massen an Menschen nicht möglich. Mich zu äußern, habe ich überlegt, dann aber gedacht, dass die VA genau für Sie, die AnwohnerInnen, da ist. Nächstes Mal händele ich das anders.

  35. @ Dirk Neumann.
    Deutsche Verwaltungsgerichte haben Rückschiebungsstopps ausgesprochen, wegen der untragbaren Aufnahmezustände v.a. in Italien und Griechenland, wo ja sehr viele GEflüchtete ankommen. (zb hier http://www.proasyl.de/de/news/detail/news/eugh_bestaetigt_keine_abschiebung_nach_griechenland/ und hier: http://www.welt.de/politik/ausland/article134026498/Abschiebungen-innerhalb-der-EU-werden-schwieriger.html)

    Das Dublin-System ist fragwürdig, denn es schreibt vor, dass die Staaten, in denen die Menschen ankommen verantwortlich für das Asylverfahren sind. Italien hat aus Not bereits unterlaufen und Menschen weitergeschickt, von denen ca. 300 auch in Hamburg angekommen sind und seitdem um Aufnahme/ Asyl kämpfen. http://de.wikipedia.org/wiki/Lampedusa_in_Hamburg
    Bei Ungarn gibt es die aktuellsten Urteile: http://www.neues-deutschland.de/artikel/834562.ungarn-ist-auch-fuer-fluechtlinge-unzumutbar.html
    Klar ist, dass die Verteilung innerhalb der EU anders gelöst werden muss. Aber Deutschland ist hier keineswegs vorn bei der Aufnahme: http://mediendienst-integration.de/fileadmin/_migrated/RTE/RTEmagicC_Asyl_Europa_Zahlen_2012.pdf.jpg

    Warum eigentlich immer dieser süffisante Unterton bez Containern, dass es ja warm und bequem ist. Ich finde das unwürdig. Warum immer der Hinweis, auf die, die wieder abgeschoben werden? Zunächst können natürlich alle hier Asylanträge stellen. Dann werden Entscheidungen getroffen. Dass ich die Basis der Anerkennung nicht ausreichend finde, dürfte auf der Hand liege und uns trennen. Die umfassende Anerkennung geschlechtsspezifischer Fluchtursachen und die Verfolgung wegen sexueller Orientierung als Fluchtgrund? Fehlanzeige. Schwerwiegende Diskriminierung wie Roma diese zb erfahren? Nicht relevant. (Ich weiss, sie kehren Roma über einen Kamm und finden die per se unangepasst und integrationsunfähig. Kennen sie eigentlich welche?). Verfolgung durch nichtstaatliche Akteure (Terrororganisationen, Warlords etcpp)? Keine prinzipielle Chance.
    Ich frage mich wie sie darauf kommen dass Menschen wegen einer miesen Unterbringung ohne Privatsphäre, wegen etwas mehr als 300 Euro im Monat, wegen Arbeitsverboten udn einer feindlichen Stimmung bishin zu gewaltsamer Bedrohung hierher fliehen sollen.
    Einwanderung ist nicht gleich Asyl. Einwanderung setzt in Deutschland zumeist auf wirtschaftlich potente und anpassungs- im Sinne von Unterordnungswillige MigrantInnen. Ich sehe die Herausforderung in der Inklusion – der Öffnung unserer Kultur (die keineswegs homogen und schon immer da war, sondern genau Ergebnis von Jahrtausendlangen Migrationsbewegungen und gegenseitigen Befruchtungen, aber auch Abstossungen ist), eine offene Gesellschaft, die nicht das „eigene, gewachsene“ (was es m.e. nicht gibt) als unumstösslich setzt, sondern sich weiterentwickelt durch andere Einflüsse, Erfahrungen etcpp.
    So long.

  36. „Zwangsverwertung der Immobilie zu veranlassen. Die Gesellschaft und der vorläufige Insolvenzverwalter sind jedoch davon überzeugt, dass bei einer Zwangsverwertung nur ein vergleichsweise schlechter Preis erzielt werden könne.
    Richtig!Na Und
    Dieser Preis wäre aber dann über Stadt und Land auch tragbar wenn es überhaupt dazu kommt die Stadt Leipzig als Anleihegläubiger zu bewegen – um eine temporäre Lösung für 350 Geflüchtete zu schaffen!!!
    Das Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch wird seit Anfang Oktober 2014 öffentlich als möglicher Interimsstandort diskutiert.
    Zitat noch im August hatte Ministerpräsident Stanislaw Tillich die Errichtung von Wohncontainern angekündigt,alles heiße Luft …aber wenn nicht bald eine Lösung oder Alternative in Sichtweite ist wird es brenzlig.

    Ob schwarz ob weiß was soll der Scheiss“
    Solidarität steht auf unseren Fahnen
    Verantwortung in unseren Herzen dafür kämpfen Wir * RFW

  37. Hallo Frau Nagel,
    danke für die schnelle und erklärende Antwort. Ich hätte es trotzdem für gut empfunden, wenn Sie sich als Stadträtin auf Grund Ihrer Erfahrungswerte zu Wort gemeldet hätten. Aber gut, dann vielleicht beim nächsten Mal:)

    Durch meinen Austausch nach der Veranstaltung mit vielen anderen Wiederitzschern und meiner eigenen Wahrnehmung kam für mich rüber, dass viele die Informationen auch erst sacken lassen mussten und darüber nachdenken wollten. Das sind dann die Stimmen, die nicht pöbeln, die man leider aber auch nicht hört in so einer Veranstaltung.

    Ich bin davon überzeugt, dass es in Wiederitzsch viele engagierte Anwohner gibt, die helfen wollen und sich im Vorfeld Gedanken machen, damit es eben besser abläuft als in anderen EAE’n. Und dafür haben wir auch (siehe Fragenkatalog) schon Etliches getan.

    Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack, dass das BWK schon jahrelang ungenutzt bleibt. Genügend Bedarf für Einrichtungen diverser Art (Kita, Altersheim etc.) besteht ja.

  38. Hallo Frau Nagel,
    ein Zusatz, den ich noch loswerden will:

    Danke für Ihr Engagement bei dezentraler Unterbringung. Das halte ich für eine gute Lösung mit weitaus größerer Chance der Integration. In dem Zusammenhang auch ein guter Einwurf von Hrn. Hippler bei der Veranstaltung am Montag!

  39. Ich war bei der Veranstaltung. Die 4-5 Reihen vor mir, die ich überblicken konnte, waren voll gefüllt mit Wiederitzschern meist mittleren Alters, die in die Aussagen auf dem Podium reinfeixten, reinpöbelten bzw. das Reinpöbeln beklatschten, jeden ausländerfeindlichen Spruch wild beklatschten und jede flüchtlingsfreundliche Äußerung mit Murmeln, Unruhe und Aufhören-Rufen störten. Wenn die IG versucht, den Eindruck eines normalen Dialoges zu erwecken, zeigt sie ein eigenartiges Bild vom humanem Umgang und kaschiert die eigene Verantwortung für dieses – um einen anderen Beobachter zu zitieren – „eklige“ Klima. Hier die „liberalen Bürger“ spielen, in Wiederitzsch aber scharfmachische Flugblätter im Wutbürger-Duktus inkl. der „geschlossenen Gemeinschaften“ verteilen und Geld gegen Flüchtlinge sammeln!

  40. Hallo Michael,
    von den für dich überblickbaren 4-5 Reihen (gehen wir mal davon aus, dass diese komplett gepöbelt haben,ca.100 Mann ausmachen und ausschließlich Mitglieder der IG Wiederitzsch waren!) auf die Anschauung der gesamten Teilnehmer aus Wiederitzsch zu schließen, halte ich für sehr vermessen. Aber es herrscht ja Meinungsfreiheit:)

  41. Hallo Sylvia,

    an der Geräuschkulisse einer Großveranstaltung ist selten mehr als 1/2 der Leute beteiligt. Viele haben geschwiegen und zugehört. Vielleicht haben die Mitglieder der IG überhaupt nicht gepöbelt. Aber das gesamte Klima war von einer erschreckenden Intoleranz geprägt. Für dieses Klima ist die IG mitverantwortlich als der maßgebende Akteur, der die Busse organisiert, den Willen der „geschlossenen Gemeinschaft“ mit Demokratie übersetzt hat, mit „Jetzt reichts“-Button aufgetreten ist und auf der Veranstaltung dem Klima der Intoleranz der eigenen Leute nicht entgegen getreten ist. Es wäre die Aufgabe einer IG, die als liberal wahrgenommen werden will (so Frau Fichtner im Ortschaftsrat), den Wiederitzschern ins Gewissen zu reden und sich für eine Atmosphäre von Offenheit und Menschenfreundlichkeit einzusetzen. Die IG muss sich daran gewöhnen, dass nicht nur Land und Stadt, sondern auch sie selbst kritisiert wird, solange sie ein mindest diffuses Bild abgibt.

  42. Hallo Michael,
    Hast Du Argumente?
    Busse brauchten wir, weil das Land die Infoveranstaltung 7km vom Ortsteil entfernt durchgeführt hat.
    Ja, Verantwortung ist ein gutes Stichhwort. Als Hausbesitzer und Eltern tragen viele Wiederitzscher Verantwortung. Da der Ortsteil sauber und friedlich ist, machen wir Wiederitzscher das offenbar ganz ordentlich.
    Die IG verantwort doch nicht die Stimmung im Ortsteil und auch nicht die Äußerungen der Anwohner. Vielmehr sammeln, plausibilisieren und verstärken die Interessen der Anwohner, die sich an uns wenden. Wir fordern Teilhabe – nur so kann die richtige Standortentscheidung getroffen werden (da gab Herr Wilhelm ein sehr schlechtes Bild ab) und wenn es das BWK wird, muss für die Flüchtlinge und Anwohner das Beste aus der Situation herausgeholt werden. Dafür kämpfen wir. Das die Anwohner Vorbehalte haben und diese auch berechtigt sind, dabei bleibt es. Eine EAE als Massenunterkunft in der direkten Nachbarschaft bringt Nachteile in der Lebensqualität – oder stimmen Sie da nicht zu? Diese proaktiv zu vermeiden bzw. zu minimieren ist unser Ziel, not so wird es möglich eine Willkommenskultur / weniger Ausländerfeindlichkeit möglich. sie scheinen sich hier über die Meinung der Anwesenden zu echauffieren – versuchen sie lieber diese zu tolerieren, zu verstehen und durch gute Beispiel zu verändern.
    Ich toleriere auch Menschen die auf Kosten des Staates Leben. Ob in einer kostenfreien Wagenburg, oder als Verfechter oder gar Nutzer von gegenleistungsfreien Sozialleistungen (sie wissen schon, die Menschen die nicht arbeiten wollen). Die gibt es genauso wie die Ausländer, die in Deutschland nicht arbeiten wollen. diese Themen totzuschweigen oder zu tabuisieren und dafür uns als IG zu stigmatisieren wird genau das Gegenteil vom dem erreichen, was sie wollen. und zwar Deutschland zu mehr Einwanderungsbereitschaft zu verhelfen!

  43. Herr Neumann, für den vergleichsweise differenzierten Beitrag wären sie am Montag ausgebuht worden. Ich bezweifle, dass sie die Geister im Griffe haben, die sie durch die Binnenrhetorik der IG in Wiederitzsch mit gerufen haben. Wo sollen denn nun die Menschen hin, wenn sie aus ihrer Sicht das Leben der Umgebung so verschlechtern? Stimmt dies, wäre es doch in jedem anderen Ort genauso. Sollen sie in Gewerbegebiete? Da wurde auf der Internet-Postille „Wiederitzsch im Blick“ ja gestern gerade verlinkt, wie man sich auch dagegen „wehren“ kann. Wo sollen die Leute nun hin? Oder kommen sie auf ihre Idee der „geschlossenen Lager“ zurück? Mich stört nicht das Menschen Bedenken haben. Mich stört die Selbstverständlichkeit, mit der sie nur die Interessen der Anwohner, nicht aber die der Flüchtlinge in den Blick nehmen. Mit Verlaub, ist wenig christlich.

  44. Wieviele der eigentlichen Flüchtlinge waren es nochmal, die laut Veranstalter aus Kriegsgebieten wie Syrien kommen?!

    18%

    Der Rest kommt aus Mazedonien, Bosnien, Russland….und warum?

    350 Menschen gegenüber, nur 5 Meter von mir entfernt, ja, das ist mir zuviel bzw macht mir das Angst…und KEINER sollte sich darüber eine Meinung bilden, wenn er sich nicht selbst in dieser Situation befindet…

    Laut Frau Nagel ist die Situation von uns allen zu meistern!!! Ja genau, von uns allen, aber von uns Anwohnern hier wohl am meisten bzw ganz allein!

  45. Hallo Diana.
    nein, es werden, wie auch gesagt wurde, sich schnell ehrenamtliche Menschen finden, die in und um die Unterkunft unterstützen. Dazu braucht es aber ein sachliches Gesprächsklima und Offenheit gegenüber den Menschen in der EAE, die nix haben und schlimmes hinter sich haben.
    Zu den zahlen:

    „Aktuelle Asylstatistik für Sachsen
    Nach der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zum Stichtag 30. September 2014 veröffentlichten Statistik wurden seit Jahresbeginn insgesamt 5210 Asylanträge in Sachsen gestellt. Davon waren 4576 Erstanträge und 634 Folgeanträge. Die meisten Antragssteller kamen aus Syrien (893). Die zweitmeisten Anträge stellten Tunesier (529).
    Im gleichen Zeitraum entschied das Bundesamt über 4263 Asylanträge. Abgelehnt wurden 1284 Anträge als unbegründet oder offensichtlich unbegründet.
    Anhängig sind derzeit noch 4755 Verfahren aufgrund von Erstanträgen und 555 aufgrund von Folgeanträgen.“

    Bundesweit sind die Haupt-Herkunftsländer Syrien, Eritrea Serbien, Afghanistan, Albanien.

  46. Hallo Michael,

    Ich bin nicht christlich – aber das sollte hier nun wirklich keine Rolle spielen.
    Und ja, einige der Fragen die ich stelle, gehen weit über die Akzeptanz/Erwartung einiger Wiederitzscher (auch Plagwitzer oder Leutzscher oder Connewitzer) hinaus – und? Ist deshalb die Idee einer Bürgerbeteiligung falsch?

    Ich freue mich, das sie meinen Gedanken ein Stueck weit folgen wollen- vor allem das sie akzeptieren, daß es hier um das Wohle der Wirklich Bedürftigen Flüchtlinge und das der aufnehmenden Gemeinden geht!
    Zur Frage wie die Erstaufnahme (also die medizinische Untersuchung, die Identitdätsfeststellung, das psychologische Beratungsgespraech, das BAMF Erstgespräch etc… Ablaufen sollte :
    1. dezentrale max. 40 Personen umfassende Unterbringung auf das Stadtgebiet verteilt (teuer, höher Organisationsaufwand, Teilnahmeprobleme)

    2. geschlossenes Lager mit max. 4 Wochen Aufenthaltsdauer (Verfahren beschleunigen). (Günstig, einfach zu organisieren, zumutbar). Hier wäre die Prämisse der „Unschuldsvermutung“ nicht gegeben. so wird jedoch in den meisten Aufnahmeländern verfahren…

    Ich könnte mit beiden Ansätzen gut leben, da die in der Erstaufnahme enthaltene große Gruppe an Nichtflüchtlingen in beiden Fällen gut funkttionieren kann.
    In beiden Faellen sollten die Einrichtungen nach den Richtlinien des Würzburger Modells laufen…(vereinfacht gesagt: menschlich und professionell und teuer).

    Gute Nacht,
    Dirk Neumann

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