Tag der verstorbenen Drogenkonsument*innen: Akzeptierende Drogenpolitik braucht mutige politische Weichenstellungen!

Am 21. Juli wird auch in Leipzig der Tag der verstorbenen Drogenkonsument*innen begangen. Diesen bundesweiten Gedenktag gibt es seit 1998.
Mein Statement mit meinem Stadtratskollegen Marcus Weiss:


Neben der Trauer über die Verstorbenen soll dieser Tag auch die Botschaft aussenden, dass niemand wegen des Konsums von Drogen sterben muss. Zumeist sind es Lebensumstände, mangelnde Aufklärung sowie mangelnde Angebote zur Risikominimierung und der Überlebenshilfe, die zum Tod führen. Auch in Leipzig sind zuletzt 2019 acht Menschen durch den Missbrauch von Drogen gestorben.
In unserer Stadt gibt es ein gutes Netz an Aufklärungs-, Beratungs- und Behandlungsprojekten. Hilfe für Abhängige bedeutet unter den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen allerdings vor allem Elendsverwaltung. Innovative Projekte wie Drugchecking oder kontrollierter Drogengebrauch, der auch Wege zurück in ein normales Leben weisen könnte, bleiben tabuisiert.

„Wir trauern um jede einzelne Person, die an den Folgen des Drogenkonsums sterben musste. Wir fordern einen fundamentalen Paradigmenwechsel der staatlichen Drogenpolitik nebst Freigabe von Substanzen, staatlicher Kontrolle, Werbeverbot und konsequentem Jugendschutz. Wir fordern, dass es Menschen ermöglicht wird, trotz Drogenkonsums Teil der Gesellschaft zu sein, nicht ungeschützt im Elend zu leben und dass es ausreichend Ausstiegsangebote gibt.“

Auf kommunaler Ebene treten wir mit unserem Wahlprogramm für die Etablierung eines Drogenkonsumraums ein. Bereits 2016/ 2017 gab es im Leipziger Osten aus der Bürger:innenschaft Forderungen, ein solches akzeptierendes Modell zu etablieren. Damit könnte einerseits der Konsum im öffentlichen Raum samt Nebenwirkungen wie herumliegenden Spritzen eingedämmt werden, vor allem könnte negativen – körperlichen und psychischen – Auswirkungen des Drogenkonsums vorgebeugt werden. Zudem kann ein Konsumraum auch gesundheitliche Versorgung, weiterführende soziale und psychosoziale Beratung der Abhängigen leisten.

„Die Stadt sollte gegenüber dem Land endlich eine klare Haltung vertreten. Drogenkonsumräume sind ein wichtiger Bestandteil eines progressiven, akzeptierenden Hilfesystems.“

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