Wir leben in Zeiten, in denen feministische Errungenschaften massiv unter Druck sind – von der extremen Rechten und auch von konservativer Seite. Diesem Druck werden wir uns Linke nicht beugen. Wir verteidigen nicht lediglich das bisher Erkämpfte, wir wollen mehr: Die ganze Bäckerei. Und die Konditorei dazu. Es geht dabei nicht um schmückendes Beiwerk. Wir streiten in Parlament und Gesellschaft für die Durchsetzung der umfassenden Gleichstellung der Geschlechter.
Dazu gehört die geschlechtsspezifisch unterschiedliche Entlohnung, d.h. bei gleicher Qualifikation, gleichem Beruf, gleichen betrieblichen Merkmalen, gleicher Arbeitszeit verdienen in Sachsen Frauen 8,5 Prozent weniger als Männer. Dieser Gender Pay Gap ist eine Ungerechtigkeit, für die es keine rationale Begründung gibt.
Derzeit attackiert die CDU das Recht auf Teilzeit. Anstatt Wortschöpfungen wie „Lifestyleteilzeit“ zu kreieren, sollte sich die Union mit den Gründen auseinandersetzen, die dazu führen, dass Menschen in Teilzeit arbeiten wollen oder müssen: Kinder von der Kita abholen, Essen vorbereiten, Hausaufgaben betreuen, für Angehörige sorgen – all das sind unbestritten wichtige Tätigkeiten, leider unbezahlte. Frauen leisten einen deutlich größeren Anteil dieser unbezahlten Arbeit – in Sachsen 30 Stunden pro Woche, Männer nur 20. Wäre die Arbeit zu Hause gerechter zwischen Frauen und Männern aufgeteilt, könnte auch die Erwerbsarbeit gerechter aufgeteilt werden. Denn Sorgearbeit ist einer der Hauptgründe, warum Frauen viel häufiger in Teilzeit erwerbstätig sind und folglich weniger verdienen als Männer. Sie arbeiten nicht weniger, nur ein großer Teil ihrer Arbeit erfolgt unbezahlt.
Wir fordern mehr Anreize für eine gerechte Aufteilung von unbezahlter Care-Arbeit, so kann auch die bezahlte Erwerbsarbeit zwischen den Geschlechtern gerechter aufgeteilt werden kann.
PM 06. März 2026