We are getting louder and louder. Abolish all lagers – Women in exile am 27./ 28. Juli in Leipzig

13716243_272842369745212_1574718627081686972_nDie Belange von geflüchteten Frauen in den Fokus rücken! „Women in exile“ am 27. & 28. Juli  mit Sommerbustour in Leipzig 

Frauen auf der Flucht sind doppelt diskriminiert: Als Grenzübertreter*innen und unerwünschte Migrant*innen einerseits und wegen ihres Geschlechts. Nicht zuletzt führt erst geschlechtsspezifische Unterdrückung – Zwangsverheiratungen, Vergewaltigungen, Genitalverstümmelungen, häusliche Gewalt – für viele Frauen zur Flucht.

Auch in Deutschland sind es vor allem Männer, die als Asylsuchende ankommen. Im Jahr 2015 waren unter den insgesamt fast 442.000 Asylerstantragssteller*innen 30,8 % Frauen.   Frauen verbleiben oft in der Herkunftsregion, oder hoffen auf die legale Möglichkeit des Familiennachzugs. Die Bundesregierung hat diesen mit dem Asylpaket II im Februar für so genannten subsidiär Schutzbedürftige ausgesetzt. Auffällig ist, dass immer mehr aus Syrien Geflüchtete diesen schwächeren Schutzstatus erhalten. Waren es im Gesamtjahr 2015 0,7 %, sind es im Juni 2016 bereits 46 % der aus Syrien Geflüchteten! Die Konsequenz dieser politisch motivierten Verhinderung des Familiennachzugs bedeutet für Frauen, dass sie sich öfter auf riskante Fluchtwege begeben, wo ihnen wiederum sexualisierte Gewalt droht, oder sie in den Krisenregionen gefangen bleiben.

In Europa bzw. Deutschland enden die Probleme nicht. Die Aufnahme- und Unterbringungsstrukturen sind in keiner Weise auf die Bedürfnisse von Frauen ausgerichtet. Erinnert sei vor allem an das Jahr 2015 und die überall entstehenden Massenlager ohne Schutzbereiche für Frauen und Kinder.  In den von Männern dominierten Unterkünften sind Frauen weiterhin schutzlos, vor allem wenn eigene, abschliessbare Wohn- oder Sanitärbereiche fehlen. Zudem verlassen nach Aussagen von Helfer*innen geflüchtete Frauen seltener die Unterkünfte, wiederum aus Angst vor Diskriminierung und Gewalt.

Mit „Women in exile“ existiert auch hierzulande eine selbstorganisierte Gruppe geflüchteter Frauen, die ihren Wirkungsschwerpunkt in Berlin-Brandenburg hat und „eine der wenigen Schnittstellen zwi­schen Frauenbewegung und Flüchtlingsbewegung“ ist.

Mit ihrer Sommerbustour werden „Women in exile“ im Juli auch in Leipzig Station machen. In diesem Rahmen wird es Gespräche mit geflüchteten Frauen in den Lagern auf der Alten Messe und am Deutschen Platz geben. Mit einer Demonstration am Do. 28. Juli 2016 zum  Neuen Rathaus sollen die Forderungen auch in die Öffentlichkeit getragen werden.

Programm in Leipzig:

27.7.

18.00: Zusammenkommen in der „Bäckerei“ (Josephstraße 12): Gegenseitiges Kennenlernen und Erzählen bei einem gemeinsamen Essen. Außerdem wollen wir einen Film über Women in exile zeigen.

28.7.

10.00: Besuch der Lager an der „Alten Messe“ und der „Straße des 18. Oktobers“: Transparente bemalen und mehr

14.00: Demonstration von den Lagern zum Sozialamt (am Neues Rathaus)

ca. 16:00: Nach der Demonstration wollen wir nochmal in der „VILLA“ (Lessingstraße 7) zusammenkommen, um gemeinsam zu essen und zu erzählen.

>>> Infobroschüre von Women in exile pdf-download

>>> Mehrsprachige Mobilisierung für Leipzig

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