Weniger geflüchtete Menschen in Sachsen – Platz in den kommunalen Unterkünften und Wohnungen

In den sächsischen Landkreisen und Kreisfreien Städten leben immer weniger Geflüchtete. Ende 2024 befanden sich in Sachsen 15.123 Menschen im Asylverfahren, 94.000 hatten einen Schutzstatus (Drucksache 8/1924). Ende 2025 waren 12.997 Menschen im Asylverfahren, 93.420 hatten einen Schutzstatus. Hinzu kommen 55.536 Ukrainerinnen und Ukrainer mit temporärem Schutzstatus sowie 2.822 ihrer Landsleute im diesbezüglichen Antragsverfahren. Die neuen Werte für 2025 zeigt meine Kleine Anfrage Eine weitere Antwort der Staatsregierung (Drucksache 8/5320) zeigt: In kommunalen Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen sind viele Plätze frei.

In Chemnitz sind die Unterkünfte weniger als zur Hälfte belegt, die Wohnungen nur zu knapp 58 Prozent. Niedrig ist die Belegung angemieteter Wohnungen auch im Vogtlandkreis (55 Prozent) und in Dresden (58 Prozent). Bei der dezentralen Unterbringung von Geflüchteten ist weiterhin der Landkreis Bautzen negativer Spitzenreiter: Nur 18 Prozent der geflüchteten Menschen leben dort in Wohnungen, obwohl im Landkreis kein Mangel an Wohnraum herrscht. In Leipzig dagegen müssen über 1.500 Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften bleiben, weil bezahlbarer Wohnraum fehlt. Mein Kommentar:

„Während Kriege und Krisen eskalieren, stagniert die Zahl von Geflüchteten, die es nach Deutschland und nach Sachsen schaffen, auf niedrigem Niveau. Unser Land schottet sich ab. Dabei gibt es in vielen Landkreisen Platz in Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen. Besonders bedauerlich ist es, wenn Wohnungen leer stehen, während Menschen in Gemeinschaftsunterkünften leben müssen. Wir setzen uns dafür ein, dass geflüchtete Menschen schnell in eigenen Wohnraum ziehen können. Das ist die Basis für ein selbstbestimmtes Leben und ihre schnelle Integration in die Arbeitswelt und ins Gemeinwesen. Gerade die hohen Wohnungsleerstände in vielen Kommunen zeigen, dass es Potential für dezentrale Unterbringung gibt. Es sollte genutzt werden!

Indes braucht insbesondere die Stadt Leipzig dringend mehr Unterstützung von Freistaat: Sie muss mehr bezahlbarem Wohnraum schaffen können. Nicht nur viele Einheimische finden dort keine Bleibe, sondern auch mehr als 1.500 anerkannte Geflüchtete, die deshalb in Gemeinschaftsunterkünften bleiben. Wir müssen in Sachsen gute Lebensbedingungen für alle schaffen, die hier leben und zu uns kommen. Dazu gehören in erster Linie attraktiver Wohnraum und eine intakte Infrastruktur.“

PM 13. Februar 2026

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