Substitutionsversorgung in Sachsen sichern – das hilft dabei, weitere Drogentode zu vermeiden!

Patientinnen und Patienten, die opiatabhängig sind, können nach einem Therapiekonzept mit Ersatzstoffen erfolgversprechend behandelt werden. Diese Substitutionstherapie soll ihr Überleben sichern und den Gesundheitszustand stabilisieren. Zugleich soll so die Beschaffungskriminalität sinken. In Sachsen fehlen aber zahlreiche Medizinerinnen und Mediziner, die diese Leistung erbringen. Die Zahl der Substitutionsbehandlungen stieg seit 2018 um 40 Prozent (4. Sächsischer Suchtbericht, S. 73f.). Der Schwerpunkt des Substitutionsbedarfs liegt in Leipzig, wo 2024 insgesamt 892 und damit mehr als die Hälfte aller Behandlungen (1.524) registriert wurden. Laut einer Anfrage der drogenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Juliane Nagel, boten dort 19 Ärztinnen und Ärzte eine Substitutionsbehandlung an, im Freistaat waren es insgesamt 70 (Drucksache 8/1055). Mein Statement:

„Menschen mit einer Opiatabhängigkeit müssen angemessen versorgt und gesundheitliche Folgekosten müssen verringert werden – so lassen sich Drogentode vermeiden. Den Betroffenen muss der Weg zur Substitutionsbehandlung offenstehen, wenn diese medizinisch angezeigt ist. Allerdings gibt es in Sachsen dafür zu wenige Ärzte. Im Erzgebirgskreis und im Landkreis Görlitz ist niemand in diesem Sinne tätig. In Leipzig und Dresden ist die Zahl dieser Medizinerinnen und Mediziner seit 2021 trotz des deutlichen Anstiegs der Behandlungen zurückgegangen, während sie in Chemnitz trotz eines ebenso deutlichen Anstiegs stagnierte.

Die Landesregierung muss Wege finden, um mehr Personal für Substitutionsbehandlungen zu gewinnen. Nötig sind bessere finanzielle Anreize. Außerdem muss bereits in der Ausbildung aller medizinischen Berufe über die Bedeutung der Substitution für die öffentliche Gesundheit aufgeklärt werden.“

PM 02. April. 2025

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