Mindestens 20 Menschen sind 2025 infolge des Konsums illegalisierter Substanzen gestorben (https://gleft.de/6xm). Gleichzeitig musste die Zahl für 2024 nach oben korrigiert werden – mit sechs nacherfassten Todesfällen liegt deren Zahl nun bei 34. Mit 17 Toten gab in den beiden Jahren mit Abstand die meisten Fälle in Leipzig. Hauptsubstanzen waren Methamphetamin, Heroin und Fentanyl, auch in Verbindung mit anderen Drogen.
Diese Zahlen zeigen, dass es mehr Bemühungen braucht, um Menschen zu schützen: Vor medizinischen Notfällen und riskantem Konsum. Ein Instrument dafür ist ein Drogenkonsumraum. In Leipzig liegt das Projekt trotz vorhandenem Konzept und Träger derzeit auf Eis. Mein Statement:
„Jeder Todesfall infolge des Drogenkonsums ist einer zu viel. Oft sind Überdosierung, verunreinigte Substanzen oder Mischkonsum ursächlich. Das ist vermeidbar, indem Ansätze zur Schadensminimierung gestärkt werden. Leipzig hat ein fertiges Konzept für einen Drogenkonsumraum – Ausstattung, Träger und Mitarbeitende sind bereit. Aufgrund der schwierigen Haushaltslage musste das Projekt allerdings auf Eis gelegt werden. Dabei ist klar, dass Drogenkonsumräume Leben retten, Risiken minimieren und Wege in Hilfesysteme öffnen können. Wir drängen darauf, dass das Projekt im nächsten Doppelhaushalt endlich gestartet wird.
In Leipzig verfügen wir über ein gutes Netz an Präventions-, Beratungs- und Hilfeangeboten. Dieses muss weiterhin gestärkt und auf neue Bedarfe ausgerichtet werden. Kürzungen in diesem Bereich werden wir vehement widersprechen. Genau wie Suchtprävention für junge Menschen gut aufgestellt sein muss, müssen es auch Beratungs- und Behandlungsangebote für Menschen aller Generationen.
Sorgen bereiten uns die schwierigen Lebenslagen, in welchen sich viele riskant Konsumierende befinden: Physische und psychische Erkrankungen und Wohnungslosigkeit nehmen zu. Wir müssen den Blick auf die Stärkung und Verzahnung der Hilfesysteme richten – der individuelle Mensch und seine Stabilisierung müssen dabei im Mittelpunkt stehen.“