Sachsens Innenministerium verortet die AfD unverändert am äußersten rechten Rand. Das zeigt meine neuste Anfrage zu diesem Thema (Drucksache 8/5219.
Noch nicht auf dem Schirm haben die Behörden den neuen Landesverband des AfD- Jugendverbands ,Generation Deutschland´. Das muss sich ändern:
„Wie bisher verweist das Ministerium, das den kompletten Landesverband unter Verfassungsschutz-Beobachtung gestellt hat, auf relevante Kooperationen etwa mit den ,Freien Sachsen‘, der ,Identitären Bewegung‘ und dem ,Compact-Magazin‘. Darüber hinaus erwähnt wird ein neuer Tabubruch: Sächsische AfD-Mitglieder haben ,die extremistische Veranstaltung ‚Dresden-Gedenken‘ öffentlich beworben.‘ Gemeint ist wohl der berüchtigte ,Trauermarsch‘, eines der wichtigsten Treffen der deutschen Neonazi-Szene. Anzeichen für irgendeine Mäßigung teilt das Innenministerium hingegen nicht mit. Damit war auch nicht zu rechnen.
Zu konkreten AfD-Aktivitäten verweist der Innenminister auf meine monatlichen Kleinen Anfragen zur extremen Rechten (zuletzt: Drucksache 8/5192). Die Detailauswertung der Daten zeigt, dass das Landesamt für Verfassungsschutz im vergangenen Jahr 70 Partei-Termine erfasste. Es handelt sich offenbar nur um eine Auswahl, die jedoch alle Kreisverbände sowie den Landesverband umfasst. Bei einem Teil wurden die Anwesenden sogar exakt ausgezählt, demnach nahmen an den beobachteten Aktionen insgesamt rund 6.900 Personen teil. Größtes Event war eine Kundgebung zum Abschluss des Bundestagswahlkampf in Löbau mit 1.100 Teilnehmenden. Es handelte sich damit zugleich um die größte Veranstaltung der extremen Rechten 2025 in Sachsen, nach dem Dresdner Neonazi-,Trauermarsch‘.
Die Linksfraktion hatte nach der Einstufung der sächsischen AfD genaue Daten erstmals für 2023 erfragt. Damals listete das LfV Erkenntnisse 33 Partei-Termine mit gut 4.000 Teilnehmenden. 2024 waren es bereits 107 Veranstaltungen mit mehr als 17.000 Teilnehmenden, was sich mit den zahlreichen Wahlkampfveranstaltungen im damaligen ,Superwahljahr‘ erklärte. Besonderheiten 2025: Erstmals weist die Verfassungsschutz-Statistik eine rechtsextreme Musikveranstaltung aus, die auf die AfD zurückgeht, ein ,Blauer Liederabend‘ in Freiberg. Weiteres Novum: Erstmals gab es aus der Partei heraus den Versuch, sich öffentlich für inhaftierte Gesinnungsgenossen einzusetzen. Auf meine diesbezügliche Kleine Anfrage (Drucksache 8/5217) verweist das Justizministerium auf eine – kurzfristig abgesagte – Kundgebung, mit der ein Kreisverband ,seine Solidarität mit den inhaftierten mutmaßlichen Rechtsterroristen der ‚Sächsischen Separatisten‘ zum Ausdruck bringen‘ wollte.
Noch nicht auf der Höhe der Zeit sind sächsische Behörden beim neuen AfD-Jugendverband, der ,Generation Deutschland‘ (GD). So behauptet Innenminister Armin Schuster (CDU): ,Aktuell liegen keine Erkenntnisse über die Existenz eines sächsischen Landesverbands der ‚Generation Deutschland‘ vor.‘ (Drucksache 8/5220) Der Satz ist datiert auf den 2. Februar, tatsächlich war ein sächsischer GD-Ableger wenige Tage zuvor gegründet worden. Ich gehe davon aus, dass das der Innenminister und sein LfV inzwischen der Tagespresse entnommen haben und zügig reagieren werden – durch die Einstufung der GD als erwiesen rechtsextreme Bestrebung. Die sächsische JA mit rund 200 Mitgliedern hatte bis zum Schluss unter Beobachtung gestanden.“
PM 11. Februar 2026
Bild: Martin Heinlein