Schändung von Gedenkort für ZwangsarbeiterInnen in Leipzig

Das im Rahmen des Gedenkmarsches zur Erinnerung an die Todesmärsche 1945 in Leipzig im Mai 2010 errichtete Wegezeichen in der Kamenzer Str. 10 im Leipziger Nordosten ist geschändet worden. Die Gedenktafel, die auf das an dieser Stelle gelegene größte der 8 Leipziger Außenlager des KZ-Buchenwald hinwies, wurde durch ein Stop- und ein Panzerstraßenschild ersetzt

Pressemitteilung 27.8.2010

Ich zeige mich entsetzt über die Entwürdigung des Gedenkortes. Mit viel Herzblut hat sich die beim Bund der Antifaschisten angesiedelte Gruppe Gedenkmarsch für diese Form der Erinnerung an die über 17.000 ZwangsarbeiterInnen im NS in Leipzig engagiert. Im Rahmen des Gedenkmarsches im Mai 2010 wurden die Wegezeichen in der Kamenzer und in der Heiterblickstraße fest installiert.

Dass es gerade in der Kamenzer Straße zu solchen Vorfällen kommt, war leider abzusehen. Der heutige Besitzer des Geländes, auf dem zwischen 1944 und 1945 über 5000 Frauen für die HASAG Panzerfäuste herstellen und Granaten abfüllen mussten und auf dem 800 KZ-Häftlinge untergebracht waren, pflegt enge Kontakte ins Neonazimilieu. Auf dem Gelände fand im Jahr 2008 mindestens ein Rechtsrockkonzert statt.

Ich erwarte engagierte Ermittlungen und Überlegungen wie gerade in der Kamenzer Straße ein nachhaltiges und öffentlich sichtbares Gedenken gesichert werden kann.“

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