Ronald M. Schernikau – eine kommunistische Dichter-Diva

„Die Frage des Jahrhunderts ist: können die Kommunisten einen Sozialismus machen, vor dem die Leute nicht weglaufen. Einen Sozialismus, der attraktiv ist. (…) Diese Frage ist ungelöst. (…)
Was die Öffnung der Mauer zum Beispiel bedeutet ist das Signal: ihr könnt teilhaben an den Bananen. Ich halte die Banane für ein ganz gutes Symbol, es hat was Orales. Man fühlt sich in frühkindliche Phasen zurückversetzt. Und es hat was von Imperialismus. (…)
Sozialismus, der Versuch ist es wert. Das was da jetzt alles schief gegangen ist und das was vor allem in der Zukunft noch weiter schief gehen wird, da kriege ich bange. ich denke, dass die Reaktion auf eine falsche Politik nicht unbedingt richtig sein muss“ (Ronald M. Schernikau in „Berlin 19“, SFB 24.11.1989)

„Die Dummheit der Kommunisten halte ich für kein Argument gegen den Kommunismus.“ (Rede auf dem Kongreß der Schriftsteller der DDR, 1. bis 3. März 1990)

Ronald M. Schernikau, 1960 – 1991

3 Gedanken zu „Ronald M. Schernikau – eine kommunistische Dichter-Diva“

  1. Ich weiß schon, man missbraucht nicht fremde Blogs für Eigenes. Diesmal aber konnte ich nicht anders. Über Schernikau, diesen Wahnsinnigen, der, wenn er sich durchgesetzt hätte, die Möglichkeit von „Arbeitskritik“, „Emanzipation“ zugunsten seiner miesen DDR ein für allemal verhindert hätte, bitte ich doch, sich hier zu informieren:

    http://diesseitsvongutundboese.wordpress.com/2009/08/09/schernikau/

    http://diesseitsvongutundboese.wordpress.com/2010/07/11/nachtrag-zu-schernikau/

    Nichts für ungut.

    Holger

  2. @ Überflüssige Frage
    nachzulesen u.a. hier http://www.schernikau.net/ – er erlag seiner AIDS Erkrankung

    @ Holger
    sicherlich ist Schernikaus Sehnsucht nach und teilw. Schönrederei über die DDR insbesondere für emanzipatorische Linke hier und heute nicht nachvollziehbar. Ich will ihm aber zugestehen in Eindruck des Kalten krieges, Antikommunismus und nicht zuletzt aufgrund gedeihender kapitalistischer Ausbeutung einen real existierenden Alternativversuch zumindest getestet haben zu wollen ohne dass ich mich damit positiv auf diesen Versuch beziehen will.
    Schernikaus Schriftsteller-Kongress-Rede wie auch seine Zeilen über die DDR sind durchaus ambivalent. Er übt Kritik an der DDR, die sicher zu soft daherkommt („Das Faszinierende an dem Terror der Geistlosigkeit unter Honecker war für mich immer das deutliche Gefühl: Wenn die dürften, wie die wollten, wäre das die Versammlung der Klügsten. Nein, mehr: Es ist, durch den Terror hindurch, schon jetzt diese Versammlung.“ […] ), ich kann allerdings auch herauslesen, dass er seinem Auditorium auf dem Kongress vorwirft, dass sie keine Bemühungen unternommen haben diesen sozialistischen Versuch – der in Unterdrückung von Inidividualität, Freiheit, Kritik .., diesen Namen wohl kaum verdankt – diese Herrschaft der Kleingeister, nicht aktiv zu verändern versucht haben und nun da sitzen und sich und ihr Mitschwimmen leugnen.
    Eine wichtige und richtige Kritik am Kapitalismus in der BRD macht die beschönigende Perspektive auf die DDR nicht wett.
    Doch ordne ich Schernikau eher auch ein in eine potentielle Reformbewegung für deinen demokratischen Sozialismus, die zu schnell von Bananen und Deutschlandtaumel überrannt/ überrollt/ vertrieben wurde.
    Nichts für ungut, danke für die kritische Replik. Und noch ein Link zu einem Disput über die viel beachtete Rede: http://www.akweb.de/ak_s/ak543/07.htm

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