Offene Treffs und Jugendkulturzentren in kommunaler Trägerschaft behalten und Steuerung verbessern

Die Pläne zur Übergabe der verbliebenen sechs kommunalen Offenen Freizeittreffs und Jugendkulturzentren in freie Trägerschaft stoßen auf Widerstand der Fraktion DIE LINKE.

Das Amt für Jugend, Familie und Bildung hatte dem Jugendhilfeausschuss im April diese Pläne offengelegt. Eine stichhaltige fachliche Begründung blieb bisher aus. Außerdem handelt das Amt hiermit entgegen einem Stadtratsbeschluss aus dem Jahre 2000, in dem festgelegt wurde, dass „die Kommune als Träger der öffentlichen Jugendhilfe Einrichtungen in eigener Trägerschaft behält, um dem Wunsch- und Wahlrecht nach § 5 KJHG auch sozialräumlich entsprechen zu können.“

Mit einem Antrag, der am 21.5.2014 ins Stadtratsverfahren geht, will die LINKE den Verbleib der Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft sichern sowie deren strukturelle Einbindung und qualitative Steuerung verbessern. Trägervielfalt bedeutet aus unserer Sicht, dass auch der Träger der öffentlichen Jugendhilfe – die Stadt Leipzig – Angebote vorhält. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz sieht in Bezug auf Jugendarbeit (§ 11) neben Freien Trägern explizit auch die öffentliche Jugendhilfe als Träger von Angeboten vor. In diesem Sinne nimmt die Fraktion DIE LINKE die Stadt Leipzig mit ihrem Antrag in die Pflicht. Gleichzeitig halten wir es für notwendig, dass die Steuerung und Qualitätssicherung der Offenen Treffs und Jugendzentren verbessert wird. Derzeit werden die Einrichtungen stiefmütterlich behandelt. Mit einem Wechsel der Zuständigkeit von der Abteilung 51.4 „Kindertagesstätten“ in die Abteilung 51.3 „Planung und Fachaufsicht“ könnte die Arbeit im Bereich Kinder- und Jugendförderung gebündelt werden. Davon würden sowohl die MitarbeiterInnen der Einrichtungen als auch die Qualität der Arbeit profitieren.

Nicht zuletzt hat die Verwaltung mit ihrem Vorschlag sowohl unter den MitarbeiterInnen als auch den NutzerInnen der Zentren große Verunsicherung ausgelöst. Auf dem Spiel stehen Bindungen zwischen Jugendlichen und SozialpädagogInnen, fachliche Strukturen und Netzwerke in den betroffenen Stadtteilen. DIE LINKE will mit ihrem Antrag so schnell wie mögliche Klarheit und eine sichere Perspektive für die sechs Offenen Treffs und Jugendkulturzentren schaffen!

>>> zum Antrag

PM Jule Nagel, 12.5.2014

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