Martin Büsser ist tot!

Am 23.9.2010 starb der Autor Martin Büsser. Er erlag einem Krebsleiden, im Alter von nur 42 Jahren.
Martin Büsser war genialer Popkritiker, einer der „letzten Poplinken“ in Deutschland. Er gab unter anderem die Zeitschrift testcard – Beiträge zur Popgeschichte heraus und war Lektor und Co-Autor beim Ventil-Verlag.
Zuletzt erschien seine Graphic Novel „Der Junge von nebenan“, mit der ich Martin Büsser das erste und letzte Mal erleben durfte, als er das Werk im Rahmen der Buchmesse in der Leipziger Aidshilfe vorstellte…


Das Ventil/ Testcard-Kollektiv schreibt:

Wir trauern um unseren Freund, Genossen und Kollegen Martin Büsser. Nach schwerer Krankheit verstarb er am 23. September im Alter von 42 Jahren.

Martin Büsser hat vor über zehn Jahren den Ventil Verlag ebenso mitgegründet wie er die Zeitschrift „testcard“ seit 15 Jahren als Herausgeber und Redakteur geprägt hat. Jenseits des Verlags hat er sich nicht nur als hervorragender Kunst-, Literatur-, Film- und Musikkritiker einen Namen gemacht, sondern war auch als Zeichner und Musiker eine herausragende Gestalt im deutschen Kulturbetrieb.

Den Verlockungen des Mainstreams ist Martin Büsser nie erlegen, auch seine eigene Szene hat er nie mit falscher Zurückhaltung kritisiert. Ohne seine Artikel, Bücher und CDs wäre die deutsche Linke heute um einiges ignoranter.

Der Ventil Verlag hat ihm viel, genauer alles zu verdanken.

In Trauer und Fassungslosigkeit,

Ingo Rüdiger, Jonas Engelmann, Oliver Schmitt, Jens Neumann, Theo Bender


Unterm Durchschnitt
schreibt:

„Scheiße, aber so ist es nun mal“
Er erlag seinem Krebsleiden, das ihn selbst überrascht hatte. Martin behalten wir als einen akribischen Popkritiker in Erinnerung, dem es nie nur darum ging seine Helden abzufeiern. Immer war er auch den Mechanismen auf der Spur, die sich dahinter oder mitten drin abspielten.
Er galt als einer der bedeutensten Poptheoretiker unserer Tage. Nicht nur seine Texte sondern auch seine Gegenwart werden wir vermissen.

Interview mit Martin Büsser auf 3Sat Kulturzeit


Der Journalist Hannes Grassegger schreibt:

Ein Satz, den ich nie schreiben wollte:

Martin Büsser ist tot.

Soeben, Donnerstag 23.9.2010, 23.12 Uhr, erhalte ich vom Ventil-Verlag die Mitteilung Martin Büsser sei 42-jährig nach „schwerer Krankheit“ verstorben.

Ich habe als Redakteur die Ehre gehabt, mit Martin, einem profilierten Autor in den Bereichen Musik, Kunst, Film und Literatur, zusammenzuarbeiten. Seine Exkursionen in die Grenzgebiete dessen, was ich als Popmusik bezeichne, haben meine Welt bereichert.

Martin hat in meinen Augen trotz, oder vielmehr Dank all seines Widerstandes und seines gleichzeitigen Vorwärtsstrebens immer den Draht gehabt zum Guten und Schönen. Wer soll das jetzt in die Welt tragen?

Oh, Trauer.
Oh, Schmerz.

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