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	<title>Interview &#8211; jule.linXXnet.de</title>
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	<description>Website von Juliane Nagel</description>
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	<title>Interview &#8211; jule.linXXnet.de</title>
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		<title>Was machen Sie bei McDonalds in Kyiv, Frau Nagel?</title>
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		<pubDate>Wed, 07 May 2025 19:27:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Außerparlamentarisch]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem der &#8222;Zehn vor zwölf&#8220;-Newsletter der Freien Presse etwas daneben gegriffen hat, meinen Besuch in einem Fastfood-Restaurant in eine Reihe mit Trump, Merz und Söder stellte, bekam ich in einem Kurzinterview die Möglichkeit den Grund des Besuches zu erklären: eine politische Reise in die Ukraine: Freie Presse: Ein wenige Tage altes Foto zeigt sie bei &#8230; <a href="https://jule.linxxnet.de/was-machen-sie-bei-mcdonalds-in-kyiv-frau-nagel-07-05-2025/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Was machen Sie bei McDonalds in Kyiv, Frau Nagel?“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="artikel-content" class="article__text"><a href="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2025/05/igNfJ0dN.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-24883" src="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2025/05/igNfJ0dN-300x297.jpeg" alt="" width="300" height="297" srcset="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2025/05/igNfJ0dN-300x297.jpeg 300w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2025/05/igNfJ0dN-150x150.jpeg 150w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2025/05/igNfJ0dN-768x759.jpeg 768w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2025/05/igNfJ0dN.jpeg 879w" sizes="(max-width: 300px) 85vw, 300px" /></a>Nachdem der &#8222;Zehn vor zwölf&#8220;-Newsletter der Freien Presse etwas daneben gegriffen hat, meinen Besuch in einem Fastfood-Restaurant in eine Reihe mit Trump, Merz und Söder stellte, bekam ich in einem Kurzinterview die Möglichkeit den Grund des Besuches zu erklären: eine politische Reise in die Ukraine:</div>
<p><span id="more-24882"></span></p>
<div class="article__text">
<div class="article__first-p-wrapper">
<p><strong>Freie Presse: Ein wenige Tage altes Foto zeigt sie bei <a class="internal-article-link" title="Nachrichten zu: McDonalds" href="https://www.freiepresse.de/thema/organisation/mcdonalds" data-ct="ENTITY/ORGANISATION/MCDONALDS">McDonalds</a> in <a class="internal-article-link" title="Nachrichten für den Ort: Kiew" href="https://www.freiepresse.de/thema/ort/kiew" data-ct="ENTITY/LOCATION/UNKNOWN/KIEW">Kiew</a>. Was haben Sie da gemacht?</strong></p>
</div>
<p><b>Juliane Nagel: </b>Ich war eine Woche unterwegs in der Ukraine, aber nicht, um in Fast-Food-Restaurants zu essen. Ich habe dort Mitglieder einer neuen Bewegung für die Rechte von Frauen, Krankenschwestern und Pflegepersonal getroffen. Sie waren auf der Durchreise in die Westukraine und sind in Kiew umgestiegen. Wir brauchten einen pragmatischen Treffpunkt am Bahnhof.</p>
<p><strong>FP: Worum ging es dabei?</strong></p>
<p><b>Nagel: </b> Die Bewegung organisiert landesweit Protest gegen die Sparpolitik im Gesundheitswesen. Das ist wie hier, nur viel dramatischer, weil das Geld nicht reicht und der Betreuungsschlüssel im Pflegebereich sehr, sehr schwierig ist. Die Sprecherin der Initiative hat gesagt: Bei uns liegt der Schlüssel bei 1:50, während man sich bei euch über 1:12 beschwert.</p>
<p><strong>FP: Waren Sie das erste Mal in der Ukraine?</strong></p>
<p><b>Nagel: </b> Ich war schon im Januar 2023 dort, um zu erfahren, was in der Gesellschaft los ist. Jetzt wollte ich wissen, wie Trump und die Debatten hierzulande in der Ukraine gesehen werden und wie der Zustand des Landes nach drei Jahren Krieg ist.</p>
<p><strong>FP: Und wie gucken die Menschen auf Trump und Debatten in Sachsen?</strong></p>
<p><b>Nagel: </b> Sehr kritisch. Ein Gesprächspartner hat sich sehr geärgert über das, was <a class="internal-article-link" title="Artikel zum Thema: Ministerpräsident" href="https://www.freiepresse.de/thema/ministerpr%C3%A4sident" data-ct="ENTITY/KEYWORD/MINISTERPRäSIDENT">Ministerpräsident</a> Kretschmer hier und da verlautbart hat und – sehr verkürzt ausgedrückt &#8211; so eine Flanke in Richtung <a class="internal-article-link" title="Nachrichten für den Ort: Russland" href="https://www.freiepresse.de/thema/ort/russland" data-ct="ENTITY/LOCATION/UNKNOWN/RUSSLAND">Russland</a> durchscheinen lässt. Auch von Trump fühlen sich die Menschen bevormundet, weil er über den Kopf der Ukraine und der ukrainischen Gesellschaft hinweg agiert.</p>
<p><strong>FP: Trump macht ja angeblich Fortschritte auf einem Weg zum Frieden.</strong></p>
<p><b>Nagel: </b> Die Menschen wollen aber nicht unter russischem Diktat leben oder einen Frieden, der nicht die Interessen der Ukraine als eigenständiges Land berücksichtigt. Besonders makaber war für mich eine Nacht, in der Kiew so stark wie noch nie mit Raketen und Drohnen angegriffen wurde, während in der internationalen Presse Trumps Ankündigung zu lesen war, dass man jetzt einen Deal mit Putin hätte und eine Annäherung stattfinde. Bei dem Luftangriff wurden Dutzende verletzt und einige getötet.</p>
</div>
<p><strong>FP: Und wie haben Sie sonst die Lage vor Ort erlebt?</strong></p>
<p><b>Nagel: </b> Die von Trump gestoppten humanitären Hilfen von USAID wirken sich massiv auf die medizinische Versorgung, soziale Hilfen für Binnenvertriebene aus der Ostukraine, Hilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen oder Opfer sexualisierter Gewalt aus. Senioren müssen im großen Maßstab in den Westen des Landes transferiert und im ländlichen Gebiet verbliebene Menschen versorgt werden, die durch den Krieg schon jetzt, wenn überhaupt, nur schwer an medizinische Leistungen kommen. Das Streichen der US-Hilfen lässt Strukturen zusammenbrechen und Hilfsorganisationen können nicht weiterarbeiten, die diese Leistungen erbringen.</p>
<p><strong>FP: Aber was können Sie da vor Ort bewirken?</strong></p>
<p><b>Nagel: </b> Einerseits können wir diese Botschaften mitnehmen und öffentlich machen. Andererseits: Ich komme aus <a class="internal-article-link" title="Nachrichten für den Ort: Leipzig" href="https://www.freiepresse.de/thema/ort/leipzig" data-ct="ENTITY/LOCATION/UNKNOWN/LEIPZIG">Leipzig</a>, der Partnerstadt von Kiew. Leipzig könnte ein soziales Modellwohnprojekt für Binnenvertriebene unterstützen. Das werde ich auf jeden Fall mit in den Stadtrat nehmen. Und es geht auch um die schwierige Debatte in der <a class="internal-article-link" title="Nachrichten zu: Linkspartei" href="https://www.freiepresse.de/thema/organisation/linkspartei" data-ct="ENTITY/ORGANISATION/LINKSPARTEI">Linkspartei</a>.</p>
<p><strong>FP: <a class="internal-article-link" title="Nachrichten zu: Die Linke" href="https://www.freiepresse.de/thema/organisation/die+linke" data-ct="ENTITY/ORGANISATION/DIE-LINKE">Die Linke</a> ist ja gegen Waffenlieferungen.</strong></p>
<p><b>Nagel: </b> Vorsichtig ausgedrückt habe ich eine Minderheitenposition in meiner Partei, weil ich dafür offen bin. Ich wüsste nicht, wie die Ukrainer sich sonst selbst verteidigen könnten. Ich habe dort auch viele linke Akteure getroffen, die in der Armee kämpfen, obwohl sie vielleicht zu dem Staat und bestimmten neoliberalen Politiken in der Ukraine eine Distanz haben, aber klar sagen: Ich lebe lieber in der freien Ukraine als unter russischem Diktat. Die beißen deshalb in den sauren Apfel. Ich habe den Luftangriff, das Feuer am Himmel gesehen und die Einschläge waren laut und heftig. Wenn man weiß, dass Luft- und Raketenabwehr auch ein Waffentyp ist, muss ich sagen: Wir waren froh, dass es diese Abwehr gibt.</p>
<p><strong>FP: Wann fahren Sie wieder hin?</strong></p>
<p><b>Nagel: </b> Wir müssen jetzt erst mal die Ideen verarbeiten, die wir mitgebracht haben und die Kontakte mit den Gewerkschaften und Organisationen aus der Ukraine verknüpfen, damit die gesehen und unterstützt werden. Wir haben ein Bild davon bekommen, wie sich die Gesellschaft im Krieg am Leben hält und gut weiterexistiert, demokratisch existiert. In einem Jahr fahre ich dann vielleicht wieder hin. (two)</p>
<p><a href="https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/linken-abgeordnete-was-machen-sie-bei-mcdonals-in-kiew-frau-nagel-artikel13799969">Freie Presse, 07. Mai 2025</a></p>
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		<title>Überall in der Gesellschaft gibt es Barrieren &#8211; wir wollen sie schneller abbauen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[luna]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Aug 2024 11:50:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Außerparlamentarisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Landtag]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Werkstattzeitung der Diakonie am&#160; Thonberg &#8222;Schneckenpost&#8220; hat die Kandidat*innen zur Landtagswahl interviewt. Hier meine Antworten auf die verschiedenen Fragen zu Inklusion, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Barrierefreiheit: 1 Viele Menschen sind mit der aktuellen Politik nicht zufrieden. Für manche ist Politik z. B. zu kompliziert und oft auch unverständlich. Was ist notwendig, um &#8230; <a href="https://jule.linxxnet.de/ueberall-in-der-gesellschaft-gibt-es-barrieren-wir-wollen-sie-schneller-abbauen-13-08-2024/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Überall in der Gesellschaft gibt es Barrieren &#8211; wir wollen sie schneller abbauen.“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/08/csm_ressort-unserepolitik-inklusion_32ddd69854.jpeg"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-24388" src="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/08/csm_ressort-unserepolitik-inklusion_32ddd69854-300x169.jpeg" alt="" width="300" height="169" srcset="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/08/csm_ressort-unserepolitik-inklusion_32ddd69854-300x169.jpeg 300w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/08/csm_ressort-unserepolitik-inklusion_32ddd69854-768x434.jpeg 768w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/08/csm_ressort-unserepolitik-inklusion_32ddd69854.jpeg 976w" sizes="(max-width: 300px) 85vw, 300px" /></a>Die Werkstattzeitung der Diakonie am&nbsp; Thonberg <a href="https://www.dat-leipzig.de/ueber-uns/aktuelles/schneckenpost/">&#8222;Schneckenpost&#8220;</a> hat die Kandidat*innen zur Landtagswahl interviewt. Hier meine Antworten auf die verschiedenen Fragen zu Inklusion, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Barrierefreiheit: <span id="more-24387"></span><em><br />
</em></p>
<p><strong>1 Viele Menschen sind mit der aktuellen Politik nicht zufrieden. Für manche ist Politik z. B. zu kompliziert und oft auch unverständlich. Was ist notwendig, um alle Menschen zu erreichen? Welche Strategien haben Sie, um alle Menschen „abzuholen“?</strong></p>
<p>Auch wir kritisieren, dass Politik nicht für alle Menschen verständlich ist. Wir übersetzen darum <a href="https://www.dielinke-sachsen.de/wp-content/uploads/2024/08/Wahlprogramm_LTW_2024_Die_Linke_Leichte_Sprache.pdf">unsere Wahlprogramme in Leichte</a> und einfache Sprache. Es sollte auch viel mehr Zusammenfassungen in Leichter Sprache geben. Im Sächsischen Landtag setzen wir uns dafür ein, dass alle Debatten in Gebärdensprache übersetzt werden sollen, nicht nur die zu den Themen Inklusion und Behinderung. Außerdem wünschen wir uns mehr Möglichkeiten für die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen, zum Beispiel in Beiräten.</p>
<p><strong>2 Sind Sie in den sozialen Medien (z. B. Tik-Tok) aktiv? Wie wichtig erachten Sie diese, um politische Inhalte zu verbreiten?</strong></p>
<p>Die Linke ist aktiv in verschiedenen sozialen Medien, um die Menschen schnell und auch unterhaltsam über Politik zu informieren. Das soll auch Lust machen, sich weiterzubilden und selbst aktiv zu werden. Allerdings kann durch die kurzen Texte nur ein Einblick in die Arbeit entstehen. Darum ist es eine Ergänzung der Öffentlichkeitsarbeit.</p>
<p><strong>3 Die Kritik an Werkstätten für Menschen mit Behinderung reißt nicht ab. Es wird viel über gerechtere Entlohnung gesprochen und darüber, dass Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten sollen anstatt in Werkstätten. Welches Bild haben Sie von Werkstätten für Menschen mit Behinderung? Halten Sie die aktuelle Situation für gerecht bzw. haben Sie Ideen, das Werkstatt-System gerechter zu gestalten?</strong></p>
<p>Wir teilen die Kritik am Werkstattsystem in der jetzigen Form und wünschen uns eine Welt, in der Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenarbeiten. In Werkstätten allerdings bleiben Menschen mit Behinderungen unter sich. Deutschland hat die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben und muss sich darum viel mehr für inklusive Arbeit einsetzen.<br />
Gleichzeitig wollen viele Menschen mit Behinderungen in Werkstätten arbeiten, weil sie sich dort wohlfühlen und vielleicht auch schlechte Erfahrungen mit anderer Arbeit gemacht haben. Oder sie finden keine andere Arbeit, weil sie keine passende Ausbildung haben. Wir wollen die Werkstätten schrittweise so ändern, dass sie viel mehr mit Unternehmen zusammenarbeiten und die Beschäftigten auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt begleiten und unterstützen. Menschen mit Behinderung sollen frei wählen dürfen, wo sie arbeiten wollen.<br />
Wir kritisieren auch die viel zu niedrigen Löhne in Werkstätten. In Sachsen sind sie deutschlandweit übrigens am niedrigsten, wie eine neue Studie herausgefunden hat. Die Linke will, dass der gesetzliche Mindestlohn für alle Menschen gilt – auch für Werkstattbeschäftigte.</p>
<p><strong>4 Was würde aus Ihrer Sicht ohne Werkstätten für Menschen mit Behinderung passieren? Welche Ideen haben Sie für eine inklusivere Arbeitswelt?</strong></p>
<p>Wir wollen schrittweise eine inklusive Arbeitswelt aufbauen, in der Werkstätten als separate Arbeitsstellen für Menschen mit Behinderungen nicht mehr nötig sind. Auf dem Weg dahin wollen wir allen eine wirkliche Wahlmöglichkeit geben und durch mehr Bildung und Praxiserfahrung neue Perspektiven öffnen. Die Werkstätten brauchen also eine andere Aufgabe und können zum Beispiel stärker aus- und weiterbilden, vermitteln und mit ihrem Wissen den Wandel unterstützen. Es soll viel mehr flexible Übergänge zum allgemeinen Arbeitsmarkt geben, die der Staat besser fördert – zum Beispiel mit dem Budget für Arbeit und Assistenzen. Es soll auch mehr Alternativen zur Werkstatt geben, also mehr Außenarbeitsplätze, unterstützte Beschäftigung oder Inklusionsunternehmen.</p>
<p><strong>5 Nennen Sie bitte kurz und verständlich 3 Ihrer Wahlversprechen.</strong></p>
<p>1. Inklusionsgesetz erneuern:<br />
Dieses wichtige Gesetz für die Menschen mit Behinderungen hat viele Lücken. Zum Beispiel gilt es nicht für die kommunale Ebene. Das wollen wir schnell ändern.</p>
<p>2. Inklusive Schulen für alle:<br />
Wer inklusive Arbeit will, braucht auch inklusive Schulen. Wir wollen Lernorte für alle Kinder, egal wo sie herkommen, wie viel Geld sie haben oder ob sie eine Behinderung haben.</p>
<p>3. Landesfachstelle Barrierefreiheit:<br />
Überall in der Gesellschaft gibt es Barrieren und wir wollen sie schneller abbauen. Eine zentrale Stelle mit verschiedenen Expert*innen soll sich darum kümmern und Fortschritte prüfen.</p>
<p><strong>6 Wo sehen Sie Nachholbedarf beim Thema Barrierefreiheit?</strong></p>
<p>Es gibt noch immer viel zu viele Barrieren für Menschen mit Behinderungen und es dauert viel zu lange, sie zu beseitigen. Seit 2022 sollten Busse und Bahnen laut Gesetz vollständig barrierefrei nutzbar sein. Davon sind wir weit entfernt! Es gibt auch viel zu wenig barrierefreien Wohnraum. Dabei brauchen bald noch viel mehr Menschen solche Wohnungen, wenn sie alt werden. Wir wollen Barrierefreiheit in der Sächsischen Bauordnung verankern und den Umbau des Bestands stärker fördern. Und spätestens seit Corona ist klar, wie wichtig der digitale Raum ist und welche Vorteile das auch für Menschen mit Behinderungen bringen kann. Doch auch hier sind viele ausgeschlossen. Wir wollen eine Landesfachstelle für Barrierefreiheit, die sich gezielt um diese vielen Punkte kümmert.</p>
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		<title>„Kommunalpolitiker*innen müssen Leitfiguren dafür sein, dass die Menschen den Mut nicht verlieren“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[luna]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 20:37:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Außerparlamentarisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Partei]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Journalistin Laura E. Ewert hat mit mir über das Kommunalwahlergebnis, den Wahlkampf, raue Zeiten für politisch Aktive und Methoden zum Mutmachen gesprochen: &#160; Heinrich-Böll-Stiftung: Wie lange sind Sie schon in der Kommunalpolitik aktiv? Juliane Nagel: Ich bin seit 2009 im Stadtrat von Leipzig. Das ist jetzt die vierte Wahlperiode. Besonders am Herzen liegen mir &#8230; <a href="https://jule.linxxnet.de/kommunalpolitikerinnen-muessen-leitfiguren-dafuer-sein-dass-die-menschen-den-mut-nicht-verlieren-23-07-2024/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„„Kommunalpolitiker*innen müssen Leitfiguren dafür sein, dass die Menschen den Mut nicht verlieren““ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/07/DSC04011-Bearbeitet.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-24350" src="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/07/DSC04011-Bearbeitet-300x176.jpg" alt="" width="300" height="176" srcset="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/07/DSC04011-Bearbeitet-300x176.jpg 300w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/07/DSC04011-Bearbeitet-1024x601.jpg 1024w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/07/DSC04011-Bearbeitet-768x450.jpg 768w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/07/DSC04011-Bearbeitet-1536x901.jpg 1536w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2024/07/DSC04011-Bearbeitet-1200x704.jpg 1200w" sizes="(max-width: 300px) 85vw, 300px" /></a></p>
<p>Die Journalistin Laura E. Ewert hat mit mir über das Kommunalwahlergebnis, den Wahlkampf, raue Zeiten für politisch Aktive und Methoden zum Mutmachen gesprochen: <span id="more-24349"></span></p>
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<p><strong>Heinrich-B</strong><span lang="SV"><strong>ö</strong></span><strong>ll-Stiftung: Wie lange sind Sie schon in der Kommunalpolitik aktiv?</strong></p>
<p><strong>Juliane Nagel:</strong> Ich bin seit 2009 im Stadtrat von Leipzig. Das ist jetzt die vierte Wahlperiode. Besonders am Herzen liegen mir Migrationspolitik, Kinder- und Jugendpolitik, Drogenpolitik, F<span lang="SV">ö</span>rderung von Freiräumen und Alternativkultur, sowie die Wohnungspolitik. Deswegen sitze ich im Jugendhilfeausschuss, im Sozialausschuss, im Migranten-Beirat und im Fanprojekt-Beirat.</p>
<p><strong>Und Sie sind Stimmenk</strong><span lang="SV"><strong>ö</strong></span><span lang="NL"><strong>nigin</strong></span><strong> bei der Kommunalwahl 2024.</strong><s><strong>&nbsp;</strong></s></p>
<p>Ja, entgegen dem Trend habe ich sogar noch Stimmen dazugewonnen, das bedeutet, dass ich die meisten Stimmen von den Kandidierenden aller Parteien, die in Leipzig zur Stadtratswahl angetreten sind, bekommen habe. Aber ich trete auch im Leipziger Süden an, in Connewitz und in der Südvorstadt lebt eher ein jüngeres, urbanes, weltoffenes Milieu.</p>
<p><strong>Was erleben Sie Positives im Kommunalwahlkampf?</strong></p>
<p>Ich hatte im Wahlkampf viele<span lang="DA"> lange&nbsp;</span>Gespräche. Etwa mit einem älteren Herrn, der die Position der Linken zur Ukraine und Russland hinterfragt hat, bis wir so beim&nbsp;<span lang="SV">ö</span>ffentlichen Personennahverkehr in Leipzig gelandet sind. Das war wirklich ein längeres Gespräch, mit Zuh<span lang="SV">ö</span>ren, aber auch mit Erklären. Wenn man es schafft, einen Raum zu schaffen, wo Differenzierung m<span lang="SV">ö</span>glich ist, dann ist es ein Erfolg.</p>
<p><strong>Nehmen Sie trotzdem eine Verschlechterung der Stimmung im Wahlkampf wahr?</strong></p>
<p>Auf jeden Fall eine massive Verschlechterung und Zuspitzung der Situation. Wir hatten im Wahlkampf einen sehr hohen Sachschaden an Plakaten. Ich habe eine Straße plakatiert und zwei Tage später waren alle Plakate abgeschlagen. Auch an den Infoständen sind wir&nbsp;<span lang="SV">ö</span>fter angefeindet worden. Vor allem von sehr jungen Leuten, die sich vor uns auftürmen und sagen: „Wir wählen rechts“. So als Provokation. Ich habe gespürt, dass sich bestimmte Leute gestärkt fühlen und sich trauen, unverhohlen zu sagen, dass sie rechts sind.</p>
<p><strong>Ist die Lage ähnlich wie in den Neunzigern, als es schon einmal viele rechte Überfälle gab?</strong></p>
<p>Es ist generationsübergreifend, es betrifft nicht nur junge Leute. Es ist spürbar verankert in der Gesamtgesellschaft. Anfang der 90er gab es auch eine rechte Stimmung in der Gesamtgesellschaft, aber diesmal wirkt es akzeptierter und die Leute fühlen sich sicherer.&nbsp;</p>
<p><strong>Wo sehen Sie die Gründe dafü</strong><span lang="ZH-TW"><strong>r?</strong></span></p>
<p>Es ist eine schleichende Entwicklung, seit mindestens zehn, 15 Jahren gibt es eine große Unzufriedenheit mit der etablierten Politik. Wenn man Leipzig anschaut, kann man sehen, dass es gerade in den Plattenbauvierteln, wo früher die PDS stark war und in den Randbezirken, die von Eigenheimen geprägt sind, große Wahlerfolge für die AfD gibt. In den prekären Vierteln ist es wahrscheinlich eine Protestwahl. Oder der Wunsch, wieder groß zu sein. Und in den Randgebieten ist es eine Art Veränderungsresistenz oder die Abwehr von politischen Veränderungen.</p>
<p><strong>Ist die Hemmschwelle für Gewalt gegen Menschen oder auch gegen Sachen gesunken</strong><span lang="ZH-TW"><strong>?&nbsp;</strong></span></p>
<p>Seit 2014 hat Pegida in Teilen des Ostens die Straßen in Beschlag genommen. Und in diesem Dunst hat sich die Diskursverschiebung weiterentwickelt. Durch verbale und tätliche Gewalt soll gezeigt werden, wer hier das Sagen hat. Ich beobachte das im ländlichen Raum, im Erzgebirge zum Beispiel, da hatte ich am 1. Mai eine Demo angemeldet, da ist es wirklich dramatisch. Es gehört zur Kultur, hasserfüllte Plakate gegen die Ampel-Politik anzubringen, zum Beispiel an den Unternehmenseingängen.</p>
<p><strong>Sind Sie im Wahlkampf nur als größeres </strong><span lang="EN-US"><strong>Team&nbsp;</strong></span><strong>unterwegs gewesen?&nbsp;</strong></p>
<p>Bei mir dezidiert im Wahlkreis nicht, die Gefährdungslage ist dort nicht so groß, in dem Restviertel haben wir schon darauf geachtet, dass wir mindestens zu dritt sind. Und es gibt natürlich Gebiete in Leipzig, wo man nur in einer größeren Personalstä<span lang="DA">rke hin</span>gehen kann. Viertel, in denen die AfD stark ist und wo eine rechte Alltagskultur dominiert.&nbsp;</p>
<p><strong>Welchen&nbsp;Anfeindungen oder Angriffe sind Sie ausgesetzt?</strong></p>
<p>Wir haben seit Jahren&nbsp;<span lang="NL">regelm</span>äßig Hassbriefe,&nbsp;<span lang="NL">handgemalte</span> Zettel im Briefkasten. Viele migrationsfeindliche Nachrichten und <em>E-Mails</em>. Über Social Media muss man gar nicht reden. Ich mache schon länger antifaschistischen Aktivismus und bin bei Neonazis nie beliebt gewesen. Aber 2014<strong>, </strong>mit Pegida war ein Dammbruch, seitdem wird man mit Hass überschüttet, Leute setzen sich an Computer und schreiben irgendwas zusammen.&nbsp;</p>
<p><strong>Wie gehen Sie damit um? Bringen Sie das alles zur Anzeige?&nbsp;</strong></p>
<p>Ehrlich gesagt nicht.&nbsp;</p>
<p><strong>Warum nicht?&nbsp;</strong></p>
<p>Eigentlich müsste man fast eine ganze Stelle schaffen für eine Person, die zum Beispiel, wenn ich etwas getwittert habe und vergessen habe, die Kommentarfunktion auszuschalten, die hunderte Kommentare durchliest und prüft. Einzelne Briefe habe ich in den letzten Jahren schon zum zur Anzeige gebracht, aber das ist eigentlich immer eingestellt worden.</p>
<p><strong>Gibt es so was wie parteiinterne&nbsp;</strong><span lang="EN-US"><strong>Workshops</strong></span><strong>, die angeboten werden, Vernetzungen oder Initiativen, um den Umgang mit dieser Bedrohungslage zu lernen?</strong></p>
<p>Seit es in Leipziger Westen einen Angriff auf ein Wahlkampfteam gab, bei dem ein Wahlkämpfer von uns verletzt wurde, gibt es eine neue Stufe der Alarmierung. Wir haben uns darauf verständigt, den Vorstand über Angriffe zu informieren, die Polizei anzurufen. Es ist auch ein Deeskalationstraining angeboten worden, das den Menschen, die an Wahlkampfständen stehen, ermöglicht zu erkennen, wenn ein besonderes Aggressionspotenzial vorliegt.</p>
<p><strong>Haben Sie Ideen, was gesamtgesellschaftlich getan werden müsste</strong><span lang="ZH-TW"><strong>?</strong></span></p>
<p>Verantwortungsträger sollten ihren Ton mäßigen, sich ihrer Verantwortung bewusst sein, und nicht die Stimmung gegen bestimmte Minderheiten oder gegen Prinzipien des Zusammenlebens weiter aufheizen. Das würde vielleicht auch ein Signal in die Gesellschaft senden.</p>
<p><strong>Viele sagen, der Schlüssel läge auch in der Bildungspolitik.</strong></p>
<p>Klar, aber das ist nur die eine Seite. Es klingt schnell wie ein Einlenken, aber natürlich geh<span lang="SV">ö</span>rt auch eine gute Sozialpolitik zur Strategie gegen Hass. Sowie eine bessere Übersetzung der Notwendigkeiten von Veränderungen in Bezug auf Klimapolitik und Verkehrspolitik.</p>
<p><strong>Was gibt es noch für Ideen, sich gegenseitig Mut zu machen?&nbsp;</strong></p>
<p>Es gibt das „Netzwerk Tolerantes Sachsen“, das die a<span lang="FR">lternative</span>n Zentren für Kultur und die Jugendzentren in Sachsen vernetzt. Und wir haben das Kulturbüro, ein großer Träger, der auch Kommunen und Amtsträ<span lang="DA">ger&nbsp;</span>berät. Deren Aufgabe ist auch zu empowern. Die Einzelkämpfer vor Ort sind essenziell, es müssen sich aber auch größere Player schützend vor sie stellen. Ich glaube, das Handeln von Bürgermeistern kleinerer Orte oder von Landräten wird ausschlaggebend dafür sein, ob sich Vertreter demokratischer Mitte-links Parteien überhaupt noch trauen, Politik in diesen Gemeinden zu machen. Das ist eine riesige Verantwortung. Und ich habe ein bisschen Angst, dass die CDU da nicht mitmacht.&nbsp;</p>
<p><strong>Ihr</strong><span lang="IT"><strong> pers</strong></span><span lang="SV"><strong>ö</strong></span><strong>nlicher Rat für Resilienz?</strong></p>
<p>Sich im Team austauschen, Erlebtes miteinander teilen, über die eigenen Gefühle reden, aber sich auch klar darüber sein, dass man als Politiker*in in einer privilegierten Position ist, eine privilegierte Sprechposition hat und für andere da sein muss. Man muss als Kommunalpolitiker*in einfach weiter machen und vielleicht auch eine Art Leitfigur sein dafür, dass Menschen, den Mut nicht verlieren.de</p>
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		<title>Auf wackligen Beinen in den Herbst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[luna]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Aug 2022 07:04:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Außerparlamentarisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Partei]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Zeitung &#8222;analyse und kritik&#8220; hat drei Stimme aus der Linkspartei nach dem Bundesparteitag eingeholt. Hier meine two cents: Der Erfurter Parteitag hat aus meiner Sicht keine Erneuerung, sondern vielmehr eine Konsolidierung herbeigeführt. Wir haben weiterhin große Fragen zu klären. Das Thema Sexismus in den eigenen Reihen ist noch nicht vom Tisch. Außerdem müssten wir &#8230; <a href="https://jule.linxxnet.de/auf-wackligen-beinen-in-den-herbst-23-08-2022/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Auf wackligen Beinen in den Herbst“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="western"><a href="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/08/Guy-Y5s9.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-23028" src="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/08/Guy-Y5s9-139x300.jpeg" alt="" width="139" height="300" srcset="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/08/Guy-Y5s9-139x300.jpeg 139w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/08/Guy-Y5s9-474x1024.jpeg 474w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/08/Guy-Y5s9-768x1661.jpeg 768w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/08/Guy-Y5s9-710x1536.jpeg 710w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/08/Guy-Y5s9.jpeg 947w" sizes="auto, (max-width: 139px) 85vw, 139px" /></a>Die Zeitung &#8222;analyse und kritik&#8220; hat drei Stimme aus der Linkspartei nach dem Bundesparteitag eingeholt. Hier meine two cents: <span id="more-23025"></span></p>
<p class="western">Der Erfurter Parteitag hat aus meiner Sicht keine Erneuerung, sondern vielmehr eine Konsolidierung herbeigeführt. Wir haben weiterhin große Fragen zu klären. Das Thema Sexismus in den eigenen Reihen ist noch nicht vom Tisch. Außerdem müssten wir unsere außenpolitische Position so schärfen, dass sie über die Floskeln hinausgeht, die beschlossen wurden. Es haben Genoss*innen aus Russland und der Ukraine auf dem Parteitag gesprochen. Das fand ich gut und es hat ja auch eine kleine Kurskorrektur in Bezug auf die Position zu Russland gegeben. Ich hatte mir aber vorgestellt, dass man auf dem Bundesparteitag wirklich eingehend diskutiert, ob beispielsweise unsere Position gegen Waffenlieferungen z.B. in die Ukrainenoch zeitgemäß ist. Wenn wir das Recht auf Selbstverteidigung politisch bejahen, müssen wir auch beantworten wie dies geschehen soll. Anstatt Gewissheiten zu bestätigen, hätte man eher ein Format auflegen müssen, um eine Position zu entwickeln, die auch praxisfähig ist. Mit dem Beschluss vom Bundesparteitag komme ich nicht weiter.<br />
Ich hätte mir gewünscht, dass man die Organisierung eines Diskussionsprozesses unter Einschluss von politischen Partner*innen aus den betroffenen Staaten anstrebt. Zudem hätte mehr Diskussion in der Partei zugelassen werden müssen. Beim Parteitag wurde durch den Parteivorstand und auch durch die Beschlüsse der Partei versucht den Rahmen zu wahren, doch schon ab Sonntag haben Klaus Ernst, Sahra Wagenknecht und auch Sören Pellmann die Beschlüsse von rechts in Frage gestellt und die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland gefordert. Das geht natürlich nicht. Da ist ein Angriff gestartet worden, der auch deshalb so schädlich ist, weil er so wortgewaltig daherkommt und in der Öffentlichkeit sehr stark rezipiert wird.</p>
<p class="western">Die Gretchenfrage für die Partei wird nun sein, wie wir es mit den Sanktionen gegen Russland halten. Wir müssen als Linke zwar sehen, dass diese Sanktionen natürlich in ihrer Wirkung zeitlich nicht sofort funktionieren und in Bezug auf das Öl-Embargo vielleicht gar nicht funktionieren – trotzdem müssen wir politisch klar für die konsequente Umsetzung der Sanktionen und für ein Ende des Krieges einstehen. Diese Position muss mit einem Schutzschirm für bezahlbare Energie und gegen die Preisexplosion zusammengedacht werden. Ich glaube, das ist jetzt auch eine Chance, die Grünen zu treiben und zum Beispiel einen guten Maßnahmenplan aufzulegen, wie denn eine Umstellung der Energieversorgung in den nächsten zehn Jahren laufen kann. Als Partei können wir diese Krise auch als Chance ansehen, um von fossiler Energiegewinnung wegzukommen. Entscheidend wird sein, dass wir die Frage nach der Position zum russischen Krieg und die Sanktionen nicht gegen den Schutz der Menschen vor der Preisexplosion ausspielen.</p>
<p class="western">In Leipzig haben wir bereits ein Bündnistreffen mit Wohlfahrtsverbänden, Mietervereinen und außerparlamentarischen Bewegungen anberaumt und wollen so versuchen linke Antworten auf die Krise zu formulieren – aber im Bündnis und nicht allein als Partei. Und so etwas wünsche ich mir natürlich bundesweit. Darüber halte ich es für eine wichtige Option der LINKEN auch kluge Bündnis-Konstellationen mit Verantwortungsübernahme in Regierungen anzustreben und dabei explizit Positionen aus linken Bewegungen mit im Gepäck zu haben . Das Los der Opposition gute Vorschläge in den Parlamenten kaum durchbringen zu können führt auch dazu, dass der Nutzwert einer Partei auf die Dauer dahinschwindet.</p>
<p><a href="https://www.akweb.de/ausgaben/684/linkspartei-nach-erfurt-auf-wackeligen-beinen-in-den-herbst/"><em>ak August 2022</em></a></p>
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		<title>Inflation im Knast: Steigende Preise für Lebensmittel treffen Gefangene besonders hart.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[luna]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2022 15:43:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Außerparlamentarisch]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheitsrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Landtag]]></category>
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					<description><![CDATA[Die junge Welt hat mich zu den Auswirkungen der inflationsbedingten Preissteigerungen auf die Gefangenen in den JVA interviewt: Die steigenden Preise für Lebensmittel stellen viele Menschen mit geringen Einkommen vor große Probleme. In einer Mitteilung haben Sie jüngst auf eine Gruppe hingewiesen, die viele nicht auf dem Schirm haben: Gefangene. Wie ist die Situation in &#8230; <a href="https://jule.linxxnet.de/inflation-im-knast-steigende-preise-fuer-lebensmittel-treffen-gefangene-besonders-hart-17-08-2022/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Inflation im Knast: Steigende Preise für Lebensmittel treffen Gefangene besonders hart.“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/DoWemSAWsAA5IE1-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-22788" src="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/DoWemSAWsAA5IE1-300x225.jpeg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/DoWemSAWsAA5IE1-300x225.jpeg 300w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/DoWemSAWsAA5IE1-1024x768.jpeg 1024w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/DoWemSAWsAA5IE1-768x576.jpeg 768w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/DoWemSAWsAA5IE1-1536x1152.jpeg 1536w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/DoWemSAWsAA5IE1-2048x1536.jpeg 2048w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/DoWemSAWsAA5IE1-1200x900.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px" /></a>Die junge Welt hat mich zu den Auswirkungen der inflationsbedingten Preissteigerungen auf die Gefangenen in den JVA interviewt:<br />
<span id="more-23010"></span></p>
<p><strong>Die steigenden Preise für Lebensmittel stellen viele Menschen mit geringen Einkommen vor große Probleme. In einer Mitteilung haben Sie jüngst auf eine Gruppe hingewiesen, die viele nicht auf dem Schirm haben: Gefangene. Wie ist die Situation in den sächsischen Knästen?</strong>Ich bin Mitglied des Anstaltsbeirats der JVA Leipzig. Dort wurde uns das Problem durch Mitglieder der Gefangenenmitverantwortung geschildert. Auch aus dem Frauengefängnis in Chemnitz erreichten mich Hilferufe: Sie berichteten von schlechterem und weniger Gemeinschaftsessen sowie von Preissteigerungen beim Anstaltskaufmann. In der Branche ist der Konzern Massak in Sachsen wie auch bundesweit Monopolist. Inflationsbedingt wurden die Preise für Waren des täglichen Bedarfs durch Massak schon zum Mai erhöht, bei Sonnenblumenöl sogar um 120 Prozent. Nicht erhöht wurden dagegen Vergütung und Taschengeld der Gefangenen.</p>
<p><strong>Sie fordern, die Verpflegungssätze anzuheben. Wie hoch sind die, und wonach werden sie berechnet?</strong></p>
<p>Für das Gemeinschaftsessen wird ein Verpflegungssatz zugrunde gelegt. Dieser liegt in Sachsens zehn Knästen bei durchschnittlich 3,24 Euro pro Kopf und Tag. Wir kritisieren schon lange, dass das zuwenig ist, um eine ausreichende und ausgewogene Ernährung zu sichern – angesichts der steigenden Preise ist dies nun aber definitiv nicht mehr möglich. Dass das sächsische Justizministerium jetzt auf Sonderangebote und Masseneinkäufe zurückgreifen will, ist keine Lösung. Darunter leidet die Qualität der Verpflegung.</p>
<p>Ältere Gerichtsurteile empfehlen für die Gefangenenverpflegung eine Orientierung an der in Krankenhäusern. Der Satz wäre in Sachsen dann doppelt so hoch und läge bei 7,67 Euro.</p>
<p><strong>Was wissen Sie über die Lage in anderen Bundesländern?</strong></p>
<p>Die Verpflegungssätze liegen in Gefängnissen anderer Bundesländer ebenfalls auf niedrigem Niveau, zwischen knapp über zwei Euro pro Kopf und Tag in NRW, fünf Euro in Hamburg, Hessen und mehr als acht Euro in Sachsen-Anhalt. Da die Inflation nicht vor Bundesländergrenzen halt macht, dürfte es überall Probleme dabei geben.</p>
<p><strong>Was genau werfen Sie dem Konzern Massak vor?</strong></p>
<p>Massak ist Monopolist, in Sachsen verkauft er in neun von zehn Gefängnissen Waren des täglichen Bedarfs. Der Konzern verdient an den Gefangenen mit zum Teil überhöhten Preisen, vor allem für die am meisten gekauften Produkte wie Wasser oder Eier. Kritik kommt von Gefangenen auch daran, dass die Einkaufslisten von Massak keine Inhaltsstoffe ausweisen.</p>
<p><strong>Wie steht es um die Vergütung der Gefangenen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen?</strong></p>
<p>Was Gefangene für die Tätigkeit in den Gefängnissen – zum Beispiel in der Küche oder Bibliothek – oder für externe Firmen bekommen, ist nichts anderes als ein Hungerlohn. In Sachsen beträgt die Vergütung maximal 2,15 Euro pro Stunde, die Ausbildungsbeihilfe liegt unter zwei Euro. Das Taschengeld für die, die nicht arbeiten, beträgt zirka 40 Euro im Monat. In anderen Bundesländern sieht es nicht anders aus. Diese Dumpinglöhne widersprechen dem Resozialisierungsgebot und sind ein sozial- und arbeitsmarktpolitischer Skandal. Gerade wenn wir betrachten, dass bundesweit Firmen billig in den Gefängnissen produzieren lassen. Hinzu kommt, dass Gefangene nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen sind. Die Zeit, die sie im Knast arbeiten, wird ihnen später nicht angerechnet.</p>
<p>Drei Gefangene sind wegen der zu niedrigen Vergütungen vors Bundesverfassungsgericht gezogen, noch in diesem Jahr wird eine Entscheidung erwartet. Wir fordern den Mindestlohn auch hinter Gittern und den Einbezug in die Sozialversicherung!</p>
<p><strong>Gefangene haben keine Lobby. Wie hoch schätzen Sie die Chancen ein, dass Ihre Forderungen umgesetzt werden?</strong></p>
<p>Ich habe auf meine Anfrage vom Sozialministerium Signale bekommen, dass die Erhöhung des Verpflegungssatzes geplant ist. Damit die Zusammenarbeit mit Massak eingestellt wird, braucht es breitere Proteste und Vereinbarungen mit Einzelhandelsunternehmen, die die Knäste statt dessen beliefern. Sehr gespannt bin ich auch auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Ein Erfolg hier wäre ein entscheidender Knackpunkt für eine Gleichstellung von Gefangenen und ein Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit hinter Gittern.</p>
<p><em>Fragen: Jan Greve, junge Welt vom 15.8.2022</em></p>
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		<title>Zur Krise der LINKEN: &#8222;Wir brauchen einen Prozess, der zu einer progressiven linken Partei führt&#8230;&#8220;</title>
		<link>https://jule.linxxnet.de/zur-krise-der-linken-wir-brauchen-einen-prozess-der-zu-einer-progressiven-linken-partei-fuehrt-26-05-2022/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[luna]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 May 2022 07:11:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die jungle world hat mich zur aktuellen Situation, ja Krise der LINKEN interviewt. Ich bin seit 23 Jahren Mitglied der LINKEN bzw. PDS, habe mit vielen Mitstreiter*innen Höhen und Tiefen erlebt, viel erreicht und habe nie ernsthafte Zweifel gehabt Teil dieser Partei zu sein und für gesellschaftliche Veränderungen zu arbeiten und zu kämpfen. Die derzeitige &#8230; <a href="https://jule.linxxnet.de/zur-krise-der-linken-wir-brauchen-einen-prozess-der-zu-einer-progressiven-linken-partei-fuehrt-26-05-2022/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Zur Krise der LINKEN: &#8222;Wir brauchen einen Prozess, der zu einer progressiven linken Partei führt&#8230;&#8220;“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="field field-name-field-dachzeile"><a href="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/6OFyc0op.jpg-medium.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-22826" src="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/6OFyc0op.jpg-medium-287x300.jpeg" alt="" width="287" height="300" srcset="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/6OFyc0op.jpg-medium-287x300.jpeg 287w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/05/6OFyc0op.jpg-medium.jpeg 688w" sizes="auto, (max-width: 287px) 85vw, 287px" /></a>Die <a href="https://jungle.world/artikel/2022/20/junge-parteimitglieder-sind-die-zukunftstraeger?fbclid=IwAR3JwzvrfXGc28XpVXNpH80DIQTkg9SbK7iG2SW19Nmr0-8USlCnbgUtl7s">jungle world</a> hat mich zur aktuellen Situation, ja Krise der LINKEN interviewt.<br />
I<span class="_7UhW9   xLCgt      MMzan   KV-D4            se6yk       T0kll ">ch bin seit 23 Jahren Mitglied der LINKEN bzw. PDS, habe mit vielen Mitstreiter*innen Höhen und Tiefen erlebt, viel erreicht und habe nie ernsthafte Zweifel gehabt Teil dieser Partei zu sein und für gesellschaftliche Veränderungen zu arbeiten und zu kämpfen.<br />
Die derzeitige Situation allerdings ist besorgniserregend. Die LINKE steht vor einem Scheidepunkt. Es braucht strukturelle Veränderungen und inhaltliche Weichenstellungen. Es kann und darf nicht geduldet werden, dass sexistische Übergriffe, dass Sexismus in Strukturen geduldet wird, genau wie Drohungen statt offener Diskussion keinen Platz haben dürfen. Aber: Es muss in außenpolitischen Fragen, aber etwa auch zu Fragen des Wandels von Erwerbsarbeit im 21. Jahrhundert praktikable linke Antworten geben. Wir müssen als LINKE flexibel auf gesellschaftliche Krisen reagieren und Antworten auf die Fragen unserer Zeit geben können. Und ja: Ich bin der Meinung, dass es eine Klärung braucht, ob bestimmte Akteure, die immer wieder laut Positionen der Partei ignorierend reaktionäre Perspektiven kolportieren, noch Teil dieses Projekt sein sollten. Btw. sind harte Ausschlüsse nicht mein Mittel, auch das ist eine Lehre der Aufarbeitung der Vergangenheit der PDS. Doch dann müssen Austarieren und falscher Frieden endlich ein Ende haben.</p>
<p>Ich bin sicher: <a class=" xil3i" tabindex="0" href="https://www.instagram.com/explore/tags/esbrauchtdielinke/">#EsbrauchtDIELINKE</a> , im Zusammenspiel mit progressiven sozialen, ökologischen, demokratieorientierten Bewegungen für eine andere, bessere, gerechte Gesellschaft jenseits des Kapitalismus zu streiten.<br />
</span></div>
<div>Zum Interview:</div>
<p><span id="more-22825"></span></p>
<div>&nbsp;</div>
<div class="autor-wrapper">
<div><em><a href="https://jungle.world/autorin/johannes-reinhardt" hreflang="de">von Johannes Reinhardt</a> und </em><a href="https://jungle.world/autorin/linn-vertein" hreflang="de"><em>Linn Vertein</em></a></div>
<div>&nbsp;</div>
<div>
<p><strong>Wie stellt sich die derzeitige Krise der Partei »Die Linke« von innen dar?</strong></p>
<p>Für mich war nach der Bundestagswahl im September und der Besetzung der Bundestagsfraktion klar, dass die Linkspartei die nächsten vier Jahre so nicht überlebt. Die derzeitigen Themen Ukraine-Krieg und Sexismus haben die ­bestehenden Probleme noch potenziert. Bestimmte Akteure der Partei schießen gegen die Entwicklung von zeitgemäßen Positionen. Es wird ­stoisch auf Grundsätzen beharrt, dabei hat das Parteiprogramm auf viele Fragen keine Antworten.</p>
<p><strong>Um welche zeitgemäßen Positionen geht es da?</strong></p>
<p>Der alte Konflikt besteht in der Frage, ob die Linkspartei »Identitätskonflikte« in den Vordergrund stellen soll oder ökonomische Verteilungsfragen. Wortgewaltige Akteure der Partei diffamieren unsere Beteiligung an Bündnissen gegen Rassismus oder die Unterstützung von Geflüchteten als reine Identitätsdebatten. Dabei müsste eine linke Partei diese Fragen verbinden. Und dann noch die große Frage: Wie verhalten wir uns zum Ukraine-Krieg? Hier in Ostdeutschland hat das alte Blockdenken besondere Tradition. Aber wir haben jahrelang die innenpolitische Situation in Russland kaum beachtet und uns nicht gefragt, ob die Partei »Die Linke« sich mit einem Russland verbunden fühlen kann, das anti­demokratisch und kapitalistisch ist, Minderheiten und Meinungsfreiheit unterdrückt.</p>
<p>Im Januar war ich mit Katharina König-Preuss (Landtagsabgeordnete der Linkspartei in Thüringen, Anm. d. Red.) und anderen Kolleginnen in Polen. Dort wurde uns von Linken beschrieben, dass sich die Distanz zur deutschen Linkspartei vergrößert&nbsp;– wegen der prorussischen Position wortgewaltiger Protagonisten. So werden notwendige europaweite Allianzen mit progressiven Linken verhindert. Das dürfen wir nicht länger zulassen. Wir müssen als Partei beginnen, auf die Verbündeten in den anderen, vor allem osteuropäischen, Ländern zu hören, statt ihnen die Welt zu erklären.</p>
<p><strong>Das Konzept der Partei »Die Linke« ist das eines Sammelbeckens für alle, die sich als links verstehen. Ist dieser Anspruch noch realistisch?</strong></p>
<p>Es zeigt sich, dass es nicht reicht, ein Sammelbecken für die verschiedenen Bewegungen sein zu wollen, nicht alles ist miteinander vereinbar. Auch hat sich die Mitgliederschaft in den vergangenen Jahren enorm verändert: 20 000 Menschen sind neu eingetreten, demgegenüber sind im gleichen Zeitraum 19 500 ausgetreten und 14 500 weitere sind gestorben. An so einem Punkt muss man als Partei, die den Anspruch hat, als Dach für linke, soziale Bewegungen zu fungieren, seine Strukturen überprüfen.</p>
<p><strong>Wie könnten Lösungen für dieses Problem aussehen?</strong></p>
<p>Das Sexismusproblem rührt unter ­anderem daher, dass verschiedene ­politische Kulturen aufeinanderprallen und Probleme anders gewichtet werden. Hier brauchen wir konkret Satzungsänderungen und Ansprechbarkeiten. Die jungen Parteimitglieder sind die Zukunftsträger. Sie müssen sich wohlfühlen und bleiben wollen. Dafür braucht es eine andere politische ­Kultur, sie müssen mit ihren Themen ernst genommen werden. Wenn das nicht funktioniert, muss man sich im Notfall von Leuten trennen, die im Kopf nicht links und progressiv sind, sondern traditionalistisch; die zwar immer das Parteibuch hatten, aber nicht mehr Motor einer modernen, linken Partei sein wollen. Im Zweifelsfall muss man jüngeren Menschen den Vortritt lassen. Wir brauchen einen Prozess, der zu einer progressiven linken Partei führt, die neue Fragen neu beantwortet.</p>
<p><strong>Welche gesellschaftliche Funktion sollte die Linkspartei erfüllen?</strong></p>
<p>Ich bin traditionell eine Kritikerin von Parteien und will langfristig über eine repräsentative Demokratie hinaus. Pragmatischer und kurzfristiger gedacht, besteht eine gesellschaftliche Funktion der Linkspartei darin, soziale Probleme anzusprechen, die Belange von Bewegungen in Parlamente und die Öffentlichkeit zu tragen, dort ­verbindend zu wirken und Ressourcen, die man generiert, in die Bewegungen zurückzu­geben, aber auch&nbsp;– hier hat sich meine Meinung in vergangenen Jahren ge­ändert&nbsp;– Verantwortung zu übernehmen. Solange es die parlamentarische Demokratie gibt, möchten wir auch in Regierungen mitgestalten und unsere Inhalte einbringen.</p>
<p>Dann braucht es konkret umsetzbare Projekte, mit denen man in Regierungsverhandlungen geht. Diese sollten auch nicht zur Disposition gestellt werden. Das kann kein Nato-Austritt sein, aber vielleicht Instrumente für ­zivile Konfliktlösungen und solche, um Mieten zu senken oder Löhne zu er­höhen. Mir fehlt es manchmal an mutigen Vorstößen in der Linkspartei. Man sollte versuchen, wirkliche Verbesserungen herbeizuführen und ­dabei an vermeintlichen Grenzen zu rütteln, das fände ich für eine radikal­reformerische Perspektive wichtig. Beispiele dafür sind der Mietendeckel oder die Vergesellschaftungsinitiative in Berlin.</p>
<p><strong>Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Helin Evrim Sommer trat Anfang Mai aus der Linkspartei aus, sie schrieb dazu: »Ich bin überzeugt, dass ›Die Linke‹ nicht mehr in der Lage ist, sich fundamental zu er­neuern.« Was halten Sie von dieser Einschätzung?</strong></p>
<p>Ich habe Momente, in denen ich auch so denke. Wenn Sahra Wagenknecht sich zu Wort meldet oder bestimmte Abgeordnete aus der Bundestagsfrak­tion zum Beispiel. Doch dann denke ich auch an die vielen Neuen in der Partei oder solche, die allein sind, aber noch immer an Veränderungen glauben. Wenn man jetzt klug agiert, die relevanten Fragen klärt und sich von bestimmten Personen trennt, dann sollte es möglich sein, die Phase des Niedergangs zu beenden und die Entwicklung umzukehren.</p>
<p><strong>Für wie relevant halten Sie es, dass der Fraktionsstatus im Bundestag, für den es mindestens fünf Prozent aller Abgeordneten braucht bis zur nächsten Bundestagswahl in drei Jahren unbedingt erhalten bleiben soll?</strong></p>
<p>Ich würde den Erhalt der Bundestagsfraktion jedenfalls nicht über den ­Erhalt der Partei stellen. Wenn man sich nicht mehr alle zwei Wochen mit ­irgendwelchen reaktionären Aussagen wortgewaltiger Akteure beschäftigen will, dann muss man vielleicht auch den Fraktionsstatus zur Disposition stellen. Ich weiß, was davon abhängt, von Ressourcen bis hin zu Arbeitsplätzen, aber eine Bundestagsfraktion zu haben, die ein Hort von Querschlägern in der Meinungsbildung ist, ist schlimmer, als keine Bundestagsfraktion zu haben.</p>
<p><strong>Welche Hoffnungen verbinden Sie mit dem Parteitag Ende Juni in ­Erfurt?</strong></p>
<p>Dass eine Kurskorrektur in der Außenpolitik stattfindet, zumindest in Hinblick auf Russland. Da bin ich zuversichtlich. Ich glaube aber nicht, dass die Linkspartei Waffenlieferungen prinzi­piell befürworten wird&nbsp;– oder sollte. Eine sozialökologische Transformation und der Klimawandel werden Themen sein sowie die innerparteilichen Strukturen. Ich kann mir vorstellen, dass da gute Beschlüsse gefällt werden. Die Frage ist, ob die Zeit vor dem Parteitag dazu genutzt wird, an der Basis eine Meinungsbildung voranzutreiben. Ein Parteitag ist vor allem eine Ansammlung von Funktionären, aber die Positionen müssen von der Basis mitgetragen werden. Mit dem Parteitag wird es also nicht getan sein. Es dürfte auch diskutiert werden, ob die Bundestagsfraktion sich neu aufstellen muss. Ich bin dafür.</p>
<p><strong>Wie viel Zeit bleibt der Linkspartei über den Parteitag hinaus noch, um sich neu zu formieren?</strong></p>
<p>Ein wichtiger Marker wird die Wahl in Thüringen in zwei Jahren sein, aber ich denke, man muss schon in diesem Jahr handeln, wenn man das Ruder noch herumreißen will. Wir brauchen eine personelle Erneuerung an der Parteispitze und eine klare Außenkommunikation. Auch bessere Ergebnisse bei Wahlen zu erzielen, gehört dazu, um sich dann auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf die Politik, die man macht, auf die Rolle, die man als Oppositionsfraktion im Bundestag hat. Dort braucht es ein soziales, demokratiepolitisches Korrektiv. Das sind die Aufgaben, die anstehen, und zwar jetzt&nbsp;– nicht in drei Jahren.</p>
<p>Im September soll in der Partei ein Mitgliederentscheid zur Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen stattfinden. Man kann das von links, aber auch aus einer traditionalistischen Gewerkschaftssicht kritisieren. Wir hatten teilweise Konferenzen, auf denen alte Gewerkschafter mit ihrem Austritt gedroht haben, wenn der Entscheid positiv ausgeht. Was ist das für eine Diskussionskultur: zu drohen, statt sich auf eine Diskussion einzulassen?</p>
<p><strong>Was müsste passieren, damit Sie aus der Linkspartei austreten?</strong></p>
<p>Ich bin eher ein treues Parteimitglied, aber ich habe mich in den vergangenen Jahren oft gefragt, wie lange rechtsgerichtete Aussagen und eine reaktionäre Außenpolitik der Bundestagsfraktion noch aushaltbar sind. Wenn die Linkspartei sich weiter von Querfrontlern treiben lässt und zulässt, dass diese Akteure verantwortliche Positionen in der Bundestagsfraktion oder in den Landesverbänden einnehmen, dann ist bei mir auch irgendwann Schluss.</p>
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		<title>Sie sind dabei die Mauer zu bauen &#8211; Gespräch zur Situation im polnisch-belarussischen Grenzgebiet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[luna]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Jan 2022 09:23:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Außerparlamentarisch]]></category>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<category><![CDATA[Partei]]></category>
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					<description><![CDATA[Radio blau hat mich ausführlich zur Delegationsreise nach Polen interviewt. Es geht um die einzelnen Station der Reise, um Wahrnehmungen, politische und praktische Konsequenzen und darum was jede*r tun kann, um die Situation der Geflüchteten in Polen und im Grenzgebiet zu Belarus im Bewusstsein zu halten. &#62;&#62;&#62; zum Interview]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/01/hainowka3-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-22541" src="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/01/hainowka3-300x200.jpeg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/01/hainowka3-300x200.jpeg 300w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/01/hainowka3-1024x683.jpeg 1024w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/01/hainowka3-768x512.jpeg 768w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/01/hainowka3-1536x1024.jpeg 1536w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/01/hainowka3-2048x1365.jpeg 2048w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2022/01/hainowka3-1200x800.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px" /></a>Radio blau hat mich ausführlich zur Delegationsreise nach Polen interviewt. Es geht um die einzelnen Station der Reise, um Wahrnehmungen, politische und praktische Konsequenzen und darum was jede*r tun kann, um die Situation der Geflüchteten in Polen und im Grenzgebiet zu Belarus im Bewusstsein zu halten.</p>
<p><strong>&gt;&gt;&gt; <a href="https://www.freie-radios.net/113442">zum Interview</a> </strong></p>
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		<title>Retrospektive zur Waffenverbotszone in der Leipziger Eisenbahnstraße</title>
		<link>https://jule.linxxnet.de/retrospektive-zur-waffenverbotszone-in-der-leipziger-eisenbahnstrasse-30-11-2021/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[luna]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Nov 2021 21:53:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Außerparlamentarisch]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheitsrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtrat]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Waffenverbotszone auf der Leipziger Eisenbahnstraße war bei der Einführung die erste und einzige Waffenverbotszone in Sachsen. Sie ist ein repressives Mittel innenpolitischer Sicherheitspolitik. Nach Evaluierungen, Gerichtsurteilen und großem Bürgerprotest ist die Waffenverbotszone so wie sie mit Verordnungen eingeführt wurde, nun Geschichte. Das Viertel der Eisenbahnstraße steht aber weiterhin im Fokus von Polizei und Verfolgungsbehörden. &#8230; <a href="https://jule.linxxnet.de/retrospektive-zur-waffenverbotszone-in-der-leipziger-eisenbahnstrasse-30-11-2021/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Retrospektive zur Waffenverbotszone in der Leipziger Eisenbahnstraße“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Waffenverbotszone auf der Leipziger Eisenbahnstraße war bei der Einführung die erste und einzige Waffenverbotszone in Sachsen. Sie ist ein repressives Mittel innenpolitischer Sicherheitspolitik. Nach Evaluierungen, Gerichtsurteilen und großem Bürgerprotest ist die Waffenverbotszone so wie sie mit Verordnungen eingeführt wurde, nun Geschichte. Das Viertel der Eisenbahnstraße steht aber weiterhin im Fokus von Polizei und Verfolgungsbehörden.</p>
<p><strong>Radio Corax hat im Interview mit mir auf die Geschichte der Waffenverbotszone in Leipzig geblickt &gt;&gt;&gt;<a href="https://www.freie-radios.net/112554">Anhören</a></strong></p>
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		<title>&#8222;Das ist eine Einschränkung der Versammlungsfreiheit&#8220; Interview in der jungen welt</title>
		<link>https://jule.linxxnet.de/das-ist-eine-einschraenkung-der-versammlungsfreiheit-interview-in-der-jungen-welt-29-10-2021/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[luna]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Oct 2021 08:18:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Außerparlamentarisch]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheitsrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Tageszeitung junge welt interviewte mich zum Zustand der Versammlungsfreiheit in Sachsen. Anlass war das Verbot von linken Demonstrationen am 23. Oktober 2021 in Leipzig und den verstärkten Einsatz von Hubschraubern bei Versammlungen. Es gab am vergangenen Wo­chenende viel Kritik am Verbot von drei Demons­trationen durch die Stadt Leipzig, das vom dortigen Verwaltungs­gericht Leipzig bestätigt &#8230; <a href="https://jule.linxxnet.de/das-ist-eine-einschraenkung-der-versammlungsfreiheit-interview-in-der-jungen-welt-29-10-2021/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„&#8222;Das ist eine Einschränkung der Versammlungsfreiheit&#8220; Interview in der jungen welt“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2020/11/EnXFcOsXEAAcPyn.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-21684" src="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2020/11/EnXFcOsXEAAcPyn-300x169.jpeg" alt="" width="300" height="169" srcset="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2020/11/EnXFcOsXEAAcPyn-300x169.jpeg 300w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2020/11/EnXFcOsXEAAcPyn-1024x576.jpeg 1024w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2020/11/EnXFcOsXEAAcPyn-768x432.jpeg 768w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2020/11/EnXFcOsXEAAcPyn-1536x864.jpeg 1536w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2020/11/EnXFcOsXEAAcPyn-2048x1152.jpeg 2048w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2020/11/EnXFcOsXEAAcPyn-1200x675.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px" /></a>Die Tageszeitung junge welt interviewte mich zum Zustand der Versammlungsfreiheit in Sachsen. Anlass war das Verbot von linken Demonstrationen am 23. Oktober 2021 in Leipzig und den verstärkten Einsatz von Hubschraubern bei Versammlungen. <span id="more-22339"></span><br />
<em>Es gab am vergangenen Wo­chenende viel Kritik am Verbot von drei Demons­trationen durch die Stadt Leipzig, das vom dortigen Verwaltungs­gericht Leipzig bestätigt worden war. Ist die Justiz parteiisch, wenn es gegen links geht?</em></p>
<p>In diesem Fall würde ich das Problem nicht zuerst an der Justiz festmachen. Ich sehe die Schuld hier ganz klar bei der Polizei und beim sächsischen Innenministerium, die politisch motiviert diese Versammlungen verhindern wollten. Polizei und Verfassungsschutz haben eine Gefahrenprognose erstellt, in der offenbar viele Indizien zusammengetragen wurden, die einen gewalttätigen Verlauf der Demos nahelegten. Die Absicht war ganz klar, eine Situation herbeizuführen, in der dem Ordnungsamt der Stadt nichts anderes übrigbleibt, als die&nbsp; Versammlungen zu untersagen.</p>
<p><em>Offenbar befürchtete die Polizei, dass es zu Ausschreitungen kommt wie bei der »Wir sind Linx!«-De­monstration am 18. September.</em></p>
<p>Ja. Damals hatte es so gut wie keine Polizeipräsenz gegeben. Die Lage ist<br />
damals eskaliert. Ich halte das jetzige Vorgehen für eine Revanche für den<br />
18. September. Ich habe zu den Demoverboten eine Anfrage im Landtag<br />
vorgelegt, die vermutlich nicht direkt beantwortet werden wird. Wahrscheinlicher ist, dass man uns im Parlamentarischen Kontrollgremium die geheime Gefahrenprognose vorlegen wird.</p>
<p><em>Am vergangenen Wochenende haben mehr als 2.000 Beamte aus mehreren Bundesländern und von der Bundespolizei die Stadt teil­ weise abgeriegelt. Wie bewerten Sie diesen Einsatz?</em></p>
<p>Was wir jetzt in Leipzig erlebt haben, war unverhältnismäßig. Es war eine<br />
große, einschüchternd wirkende Polizeipräsenz. Mit der Einrichtung einer<br />
weiträumigen Zone als Kontrollgebiet, in dem jeder und jede verdachtsunabhängig kontrolliert werden durfte, wurde in Grundrechte eingegriffen. So sind Teilnehmer einer genehmigten Gedenkkundgebung für einen erstochenen Geflüchteten bei Zu- und Abgang kontrolliert&nbsp; worden. Das ist eine Einschränkung der Versammlungsfreiheit, denn schon der Weg zu einer Versammlung ist geschützt.</p>
<p><em>Sie haben im Landtag eine An­frage zu Polizeieinsätzen mit Hub­schraubern gestellt, die vor kur­zem beantwortet wurde. Welchen Hintergrund hat die?</em></p>
<p>Im vergangenen Jahr gab es in der Stadt intensive Diskussionen quer durch alle Spektren der Bevölkerung wegen einer hohen Belastung durch solche Einsätze. Auch nachts und im Sommer kam es da zu Belästigungen. Vor diesem Hintergrund wollten wir wissen, ob die Kritik gefruchtet hat. Dabei kam heraus, dass die Zahl von Hubschraubereinsätzen zwar insgesamt in den vergangenen Jahren zurückging, aber nicht bei Versammlungen. In 19 Fällen an 13 Tagen im ersten Halbjahr 2021 überwachte die sächsische Polizei Versammlungslagen über viele Stunden hinweg aus der Luft. Das betrifft auch Demonstrationen. Für Kritik sorgte zum Beispiel im Februar, dass die Gedenkkundgebungen zum Jahrestag des Anschlags von Hanau die ganze Zeit von Hubschraubern begleitet wurden – die Zivilgesellschaft gedenkt der Opfer rassistischer Morde, und die Polizei überwacht das aus der Luft. Viele waren fassungslos.</p>
<p><em>Beim G20-Gipfel in Hamburg im Sommer 2017 litten die Bewohner der Innenstadt tagelang unter Polizeihubschraubern. Müsste man nicht auch daran denken, un­bescholtene Menschen vor solch einer Lärmbelästigung zu schüt­zen?</em></p>
<p>Ja, sicher. Und man darf auch nicht vergessen, dass die Hubschrauber jede a, sicher. Und man darf auch nicht vergessen, dass die Hubschrauber jede<br />
Menge Überwachungstechnik mit sich führen, hochauflösende Kameras zum Beispiel. Von denen weiß man nie genau, was sie gerade filmen. Meine Anfrage hat allerdings ergeben, dass sich die Lage hier insgesamt verbessert hat. Kritische Nachfragen, Beschwerden und die Selbstorganisation von Bewohnern besonders betroffener Stadtteile hatten offensichtlich Erfolg. Nun sollte sich der Trend fortsetzen und die grundlose Luftüberwachung friedlicher Versammlungen unterbleiben. Dies erhöht das Verständnis der Bevölkerung für wirklich nötige Einsätze und schont Gesundheit, Umwelt und Staatshaushalt.</p>
<p><em>Interview: Kristian Stemmler, jw 29.2021</em></p>
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		<title>Zu Gast bei &#8222;So nicht bestellt&#8220; &#8211; dem kritischen Podcast zum Thema Abschiebungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[luna]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 2021 14:21:44 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Außerparlamentarisch]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich hatte die Ehre bei &#8222;So nicht bestellt&#8220;, dem kritischen Podcast zum Thema Abschiebungen zu Gast zu sein. Im Gespräch mit Sandra und Mark geht es um parlamentarische Möglichkeiten und Versuche der Abschiebepraxis Einhalt zu gebieten und Abschiebungen vorzubeugen, um die notwendige Verknüpfung von Aktivismus und Parlamentarismus und um greifbare und ferne Visionen einer grenzenlosen &#8230; <a href="https://jule.linxxnet.de/zu-gast-bei-so-nicht-bestellt-dem-kritischen-podcast-zum-thema-abschiebungen-25-07-2021/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Zu Gast bei &#8222;So nicht bestellt&#8220; &#8211; dem kritischen Podcast zum Thema Abschiebungen“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2021/07/d0c04189-dd77-463b-b24b-bf552c00c881.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-22152" src="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2021/07/d0c04189-dd77-463b-b24b-bf552c00c881-300x300.png" alt="" width="300" height="300" srcset="https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2021/07/d0c04189-dd77-463b-b24b-bf552c00c881-300x300.png 300w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2021/07/d0c04189-dd77-463b-b24b-bf552c00c881-150x150.png 150w, https://jule.linxxnet.de/wp-content/uploads/2021/07/d0c04189-dd77-463b-b24b-bf552c00c881.png 513w" sizes="auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px" /></a>Ich hatte die Ehre bei &#8222;<strong>So nicht bestellt&#8220;,</strong> dem kritischen Podcast zum Thema Abschiebungen zu Gast zu sein.<br />
Im Gespräch mit Sandra und Mark geht es um parlamentarische Möglichkeiten und Versuche der Abschiebepraxis Einhalt zu gebieten und Abschiebungen vorzubeugen, um die notwendige Verknüpfung von Aktivismus und Parlamentarismus und um greifbare und ferne Visionen einer grenzenlosen Welt. Eine gute Gelegenheit die so realistische, aber im Kontext der aktuellen Stimmungslage und Politik doch so besondere Vision der Stadt Palermo als Inspiration zu benennen.</p>
<p><strong>Hier geht&#8217;s zur Folge: </strong><a href="https://so-nicht-bestellt.podigee.io/10-gesprachmitjule"><strong>https://so-nicht-bestellt.podigee.io/10-gesprachmitjule</strong></a></p>
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