Freiräume statt InvestorInnenträume: Zwei (neue) Wagenplätze im Leipziger Osten

Interview mit Aktivist*innen des neuen Wagenplatzes „RhizomiA“ in Leipzig-Volkmarsdorf. Gemeinsam mit dem Wagenkollektiv „Trailermoon“ wollen jene die kollektive und nicht-kommerzielle Nutzung der in Besitz genommenen Fläche erreichen

„Wir haben nicht vor, einen Platz zu mieten oder zu kaufen, da wir der Meinung sind, dass alle Menschen ein Recht auf einen für sie guten Lebensraum haben; unabhängig ihrer Zahlungskräftigkeit. Alle sollten wohnen, wo sie möchten und wo Platz ist und nicht, wo sie wohnen sollen oder es bezahlen können.“
Mit diesen Worten nahmen Menschen, die sich als Wagenplatz „RhizomiA“ zusammengeschlossen haben, am 18.10.2014 eine ungenutzte Fläche in Leipzig-Volkmarsdorf in Besitz. Bereits 5 Monate vorher hatte das Wagenkollektiv „Trailermoon“ um die Ecke einen Platz bezogen.
Die Flächen gehören der Deutschen Bahn, die diese an die Stadt Leipzig verkaufen will. Alte Pläne besagen, dass dort ein Stadtteilpark entstehen soll. Die Räumung der beiden Plätze schwebt im Raum. Momentan gibt es Verhandlungen zwischen den Beteiligten.

Im Gespräch mit Aktivisten von „Rhizomia“ geht es um das Leben in Wagen, und Motivationen und Perspektiven der Inbesitznahme.
Am Ende des Interviews ist der selbst gemachte „Trailermoon-Soundtrack“ zu hören.

>>> zum Audio-Interview (Radio blau, 7.11.2014)

>>> Blog Trailermoon
>>> Blog RhizomiA

7 Gedanken zu „Freiräume statt InvestorInnenträume: Zwei (neue) Wagenplätze im Leipziger Osten“

  1. Klasse Idee wenn die Flaechen ungenutzt sind, und die Anwohner das unterstützen!
    Blöd, wenn es Privatbesitz ist – wegen gesetzlicher Haftung der Besitzer mit Gefängnisstrafen und so… :(

    In Deutschland gibt es Rechte und Pflichten und Gesetze die das Regeln. Macht irgendwie auch Sinn, sonst würde ich einfach das im Laden mitnehmen, was ich gern Esse – unabhängig von meinen fingierten Möglichkeiten :)

  2. Ja, haben sie schon recht. Ich denke den Leuten gehts aber auch ums Prinzip.. 1. ungenutzte Flächen beleben, 2. die Vorstellungen der AnwohnerInnen einbeziehen (dürfte sie ja auch interessieren, nur ist ein Stadtteilpark was anderes als eine de faco Notunterkunft für Asylsuchende) und 3. ist das vielleicht eine grundsätzliche, philosophische Frage: sollen nicht die menschlichen Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Wohnen, Mobilität..) allen ohne Gegenleistung zustehen?

  3. Ich liebe diese Utopie des Kommunismus sogar (das ist es ja, richtig)?
    Klappt aber nur mit (utopische Annahme) selbstlosen, gerechten und nichtegoistischen Menschen.
    Das gute an Utopien => sie könnten in der Zukunft einmal Real werden :=)
    Bis dahin sollten sie zurecht philosophisch erörtert und nicht real umgesetzt werden.

    P.S.:
    Ich wär auch irgendwie sauer selber Miete zahlen zu müssen wenn Andere sich das „umsonst“ nehmen. Gleiches Recht für Alle. Sonst könnte ich es denen doch dann auch einfach wieder wegnehmen, weil es mir ja doch auch gut gefällt :)

    Beste Grüße,
    Dirk Neumann

  4. http://www.zeit.de/;cookieEnabled=0/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-07/christen-verfolgung-muslime-fluechtlinge-deutschland-vorab

    http://m.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/beschlagnahmen-fuer-fluechtlinge-ob-verteidigt-wortwahl-aid-1.4651112
    ——-
    Sehr geehrte Frau Nagel,

    eine kleine Lektüre zum Abend für Sie: ein Artikel ist schon etwas älter : aber für uns aktuell! Ich habe mir nun endgültig ein Urteil über Sie gebildet: Sie leben offensichtlich in einer ganz auserwählten kleinen Welt. In geduckter Haltung – ohne, dass Sie offiziell Gesicht zeigen, führen Sie hauchfeine Polemik gegen Ihre Mitbürger ohne Migrationshintergrund, welche durch Reife, allumfassendes Verantwortungsgefühl und Weltoffenheit dieses Land mitgestaltet haben (zumindest eingefordert und “ erlaubt“: finanziell durch erhebliche Steuerabgaben, welche sie durchaus gerne entrichten) und es auch weiterhin mitgestalten möchten! Dabei das Auge nie verlierend im Blick auf diejenigen, welche wirklich in Not sind. Ihre unterstützende Aktion -das durch Bauplanen umhüllte Haus betreffend- fand ich persönlich großartig; die gleichen Prinzipien von „Verwertungswahn“ gelten auch herkömmlich für Asylbewerberheime – man muss nur hier genau anders herum denken: wenig Investition für (politisch) wortreich viel Ergebnis: welches qualitativ keines ist: für die Anwohner und auch für die Bewohner! In der Stadt Krefeld offenbar, tragen hier nur Miethaie dazu bei, überhaupt freien Unterkunftsraum zu finden. Versicherungsunternehmen und auch Immobilienunternehmen haben immer mehr momentan einen „Kundenrenner“ : die öffentliche Hand! Sicheres Geld – und wenigstens relativ hohe Rendite – festgemacht über Jahre! Und: warum zieren Sie sich so, unsere wirklichen Ängste nachzuvollziehen? Es wird weichgespült agiert und reagiert seitens der Bundesregierung, was das Asylverfahren betrifft. Das ist so! Und wir wissen hier nicht, wer hier Asyl beantragt: ggf. terroristisch geprägte Menschen, welche ja dann auch die wirklich Notleidenden im „Heim“ drastisch belehren möchten! Ich verstehe auch nicht, wie Sie auf den fundierten Artikel von Herrn Neumann so reagierten konnten: Container ist nicht gleich Container, heutzutage! Manche können Sie rein äußerlich von einem Massivbau nicht auf den ersten Blick unterscheiden. Die Branche hat sich extrem entwickelt: es ging und geht hier um den Wettbewerbsvorteil der raschen Fertigstellungszeiten. Fahren Sie doch mal zu Audi nach Ingolstadt… Wieviel der staatliche Auftraggeber gewillt ist auszugeben, steht auch hier auf dem „kapitalistischen“ Verhandlungspapier… Bitte überdenken Sie, unsere Petition zu unterschreiben. Und: ich möchte hier keine Antwort von Ihnen erhalten! Sie können mich gerne persönlich kontaktieren, um ein Gespräch zu führen: Der_Sonne_entgegen@t-online.de. Heute ist der 9. November – ein besonderer Tag für mich und viele andere. Haben Sie von diesem Tag schon einmal gehört – außerhalb der Medien? Freundliche Grüße Iris Baum.

  5. Sehr geehrte Frau Baum.

    ehe ich mich wiederhole, verweise ich auf diese Kommentare:

    http://jule.linxxnet.de/index.php/2014/11/container-fuer-menschenwuerdige-unterbringung-ungeeignet/#comments (v.a. Nr 9)
    und

    http://jule.linxxnet.de/index.php/2014/10/in-leipzig-nichts-neues-wiederitzscherinnen-formieren-sich-gegen-moegliche-asylunterkunft/#comments

    Und ich bleibe dabei: ich unterzeichne die Petition nicht. Ich sehe dass es dringend Kapazitaeten für die Unterbringung von Asylsuchenden gibt und will mir die Ausführungen der LD am 17.11. anhören.
    Welche Ideen haben sie denn bez Unterbringungsmöglichkeiten für so viele Menschen, die dort jeweils 3 Monate max bleiben sollen?
    Und ja, ich habe etwas gegen Mobilisierungen, die sich gegen Menschen, v.a. Menschen in Not wenden und werde nicht aufhören dort zu intervenieren. Die Mitbürger ohne Migrationshintergrund, auch denen widme ich mein politisches Tun. Ich orientiere vielmehr darauf, dass niemand! wegen seiner o ihrer Herkunft oder des eigenen Status diskriminiert wird.
    In diesem Zusammenhang vielleicht eine Leseempfehlung:
    http://www.sueddeutsche.de/leben/alltagsrassismus-unter-weissen-1.2202098

  6. Hallo Frau Nagel,

    das tun wir auch. Nur können wir die Lösung nicht suchen und anbieten. Wir erkennen nur, daß die Lösung BWK schlecht ist. Sie wurde gewählt weil sie einfach und schnell umsetzbar ist – zu Lasten der Flüchtlinge und der Anwohner.
    Container und Brachflächen (siehe Wagenplätze) gibt es. Natürlich gibt es da noch etwas zu organisieren und zu planen. Ob und welche freien Gebäude/Hotels auf dem Stadtgebiet hier auch zur Verfügung stehen – wurde das geprüft?
    Ich sage: Nein. Die Verwaltung (SMI) agieren unprofessionell und verhindern so funktionierende Integration. Ihre Rolle als sehr positiver Treiber von Integration sollte es sein für die Einhaltung guter Rahmenbedingungen zu kämpfen => und daher die Petition FÜR BÜRGERBETEILIGUNG zu unterstützen. Ohne die Bürger mitzunehmen wird ein Miteinander im Wohngebiet nicht funktionieren.

    P.S.: Haben sie bereits mit Herrn Ulbig bzgl. seines Verweises auf die Verantwortung des Betreibers für die Zustände innerhalb eines EAE sprechen können und hier etwas erreicht?

    Beste Grüsse,
    Dirk Neumann

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