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Aus fürs Fighting catwalk!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im vergangenen Jahr gab es eine kurze Welle des Protestes gegen einen Laden im Täubchenweg 43b in Leipzig-Reudnitz. Das so genannte „Fighting catwalk“ führt nicht nur irgendwelche bei Kampfsport-erprobten Menschen beliebten Marken a la „Hooligan“ oder „Brachial“ im Sortiment, sondern vor allem Thor Steinar. Dass die Marke Thor Steinar bei Nazis überaus beliebt ist, in der Gestaltung Anleihen an NS und nordische Mythologie nimmt und dass die Markenmacher keine Distanz zur entsprechenden Szene hatten, ist hinlänglich bekannt. Auch dem Inhaber des „Fighting catwalk“, Christian Pohle, der sich gegenüber freundlichen Ansprachen und öffentlicher Kritik an seinem Verkaufssortiment resistent zeigte.
Infolge der Proteste gegen den Laden und anderen neonazistischen Erscheinungen im Leipziger Osten forderte die Hausvermietungsfirma das Geschäft auf, den  Verkauf von Thor Steinar einzustellen. Dem kam der Inhaber nicht nach, so dass der Sachverhalt irgendwann vor dem Landgericht Leipzig landete. Die Räumungsklage wurde  nunmehr am 31.1.2013 verhandelt. Im Ergebnis eines Vergleiches muss das „Fighting catwalk“ die Räumlichkeiten zum 31.3. räumen.

Ein kleiner Erfolg antifaschistischer Interventionen.

Detailinformationen zum Urteil und zu möglichen Reaktionen (Feiern ;) folgen. Und wer noch Thor-Steinar-Laden-Tourismus betreiben will, dem bleibt nicht mehr viel Zeit.

Und trotz alledem: das Verschwinden eines dubiosen Ladens an einem bestimmten Ort wird wenig an menschenverachtenden Einstellungen und aggressivem Neonazismus ausrichten. Also: Augen offen halten.

Und noch die Pressemitteilung zum Thema: 

Thor-Steinar-Laden „Fighting catwalk“ in Leipzig-Reudnitz muss räumen – Erfolg gegen einen weiteren Versuch der Etablierung der bei Neonazis beliebten Marke

Ein reichliches Jahr nach seiner Eröffnung muss der Bekleidungsladen „Fighting catwalk“ seine Geschäftsräume im Täubchenweg 43b zum 31.3.2013 räumen. Dies teilte die Hausverwaltung dem Aktionsbündnis Ladenschluss mit.

Der Laden hatte im Dezember 2011 eröffnet und führt in seinem Sortiment neben allerlei Marken für Kampfsport-affines Klientel vor allem Artikel der Marke Thor Steinar. Thor Steinar ist hinlänglich dafür bekannt, gestalterisch Anleihen an nationalsozialistischer Symbolik, deutschem Kolonialismus und nordischer Mythologie zu nehmen. Die Marke gilt als Erkennungsmerkmal der Neonaziszene.

Nach der Eröffnung des „Fighting catwalk“ reaktivierte sich zu Anfang 2012 das Aktionsbündnis Ladenschluss, das sich 2007 aufgrund der Eröffnung der Thor-Steinar-Filiale „Tönsberg“ im Leipziger Zentrum gründete und dazu beitrug, dass diese 2009 geschlossen werden musste.

Der Höhepunkt der neuerlichen Aktivitäten des Ladenschluss-Bündnisses war eine antifaschistische Demonstration im März 2012, die auch am „Fighting catwalk“ vorbeiführte. Darüber hinaus kontaktierte das Bündnis die Verwaltung des Hauses im Täubchenweg 43b, die den Inhaber des Ladens aufforderte die Marke Thor Steinar aus dem Sortiment zu nehmen. Als dieser der Aufforderung nicht nachkam und sich auch einer Kündigung widersetzte, wurde am Landgericht Leipzig eine Räumungsklage eingereicht. Diese wurde am 31.1.2013 verhandelt und endete mit dem benannten Räumungsvergleich.

„Es ist überaus erfreulich, dass es ein weiteres Mal gelungen ist der Marke Thor Steinar Grenzen zu setzen. Da der Inhaber des Ladens weder auf problematisierende Ansprachen des Ladenschluss-Bündnisses und der Hausverwaltung bezüglich der Marke Thor Steinar reagierte, liegt nahe, dass er sich der politischen Aufladung der Marke bewusst ist und damit kein Problem hat.

Mit der Räumung des „Fighting catwalk“ wird ein weiterer Versuch der Etablierung eines öffentlichen Anlaufpunktes für Neonazis im Leipziger Osten vereitelt. Parallel zur Eröffnung des Ladens hatten einschlägig bekannte Leipziger Neonazis versucht in der Langen Straße, unweit des Täubchenweges, einen Anlaufpunkt in einer Wohnung zu schaffen. Auch dieser Versuch scheiterte aufgrund der öffentlichen Skandalisierung.

Es bleibt zu hoffen, dass VermieterInnen sensibel bleiben und es dem „Fighting catwalk“ nicht gelingt an anderer Stelle wiederzueröffnen.“

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