*Eine neue „Lex Roma“?/ „Antiziganismus“ – Das Problem heißt Rassismus

Zwei Veranstaltungen in Leipzig widmen sich einerseits der rassistisch konnotierten Asyldebatte, die vor allem Roma-Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien betrifft, und andererseits dem virulenten Rassismus gegen Roma in Europa

>>> Donnerstag, 13.6.2013, 19:00 @ linXXnet, Bornaische Str. 3d, 04277 Leipzig

„Antiziganismus“ Das Problem heißt Rassismus!

Nicht erst seit den rassistischen Pogromen der letzten Jahre in Ungarn und Bulgarien ist Antiziganismus mehr ins Blickfeld der bundesdeutschen Medien gerückt.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts existieren europaweit noch immer starke Vorbehalte gegen Menschen, die sich selber als (Sinti und) Roma bezeichnen.
In der Veranstaltung soll ein kurzer Blick in die Geschichte des Antiziganismus in den deutschsprachigen Ländern geworfen werden.

Im Anschluss daran werden am Beispiel der Tschechischen Republik struktureller, institutioneller aber auch Alltags-Rassismus anhand von Ereignissen der letzten Jahre aufgezeigt bzw. erläutert. Dabei wird im Besonderen auf die unterschiedlichen Vorurteilsstrukturen, welche sich Rassist_innen zu eigen machen, eingegangen.

Vortrag mit Videoimpressionen & Diskussion mit Michael (Usti nad Labem, CZ)

Im Rahmen der Ausstellung „Diskriminierung von Roma in Tschechien“, die bis Mitte Juni im linXXnet zu sehen ist.

 

>>> Freitag, 7.6.2013, 18:00  @ Galerie KUB, Kantstraße 18, Leipzig

*Eine neue „Lex Roma“? * Die versuchte Demontage des Asylrechts für Schutzsuchende aus Serbien und Mazedonien

Seit geraumer Zeit sind aus dem CDU/CSU-geführten Bundesinnenministerium verschärfte Töne gegen Asylsuchende aus Mazedonien und Serbien zu vernehmen. Flankiert werden die Vorschläge zur Einschränkung des Asylrechtes für diesen Personenkreis mit rassistischer Stimmungsmache.

Ein Großteil der Asylsuchenden aus Teilstaaten des ehemaligen Jugoslawien sind Roma, die in ihren Herkunftsländern massiv diskriminiert werden. Ihnen werden grundlegende Rechte, wie der Zugang zu Bildung und Ausbildung, Gesundheitsversorgung und Arbeitsmarkt verwehrt. Das hat neben zahlreichen Menschenrechtsorganisationen auch die EU-Kommission erkannt.
Doch die Konsequenz aus diesen unhaltbaren Zuständen – die Einschränkung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Menschenrechte als Asylgründe anzuerkennen – bleibt aus. Stattdessen wird munter von „Wirtschaftsflüchtlingen“, die „Asylmissbrauch“ betreiben würden, gesprochen.

In der Veranstaltung wird die Situation von Roma in Serbien und Mazedonien beleuchtet. Plastische Einblicke geben Ausschnitte des serbischen Filmes „Kenedi is Getting Married“.

Die ReferentInnen erörtern darüber hinaus die Frage welche wirksamen Maßnahmen für die Verbesserung der Lebenssituation der größten Minderheit in Europa ergriffen werden können und ob und wie der Zugang zu regulären Asylverfahren für Roma gesichert werden kann.

DiskutantInnen:

– Dr. Cornelia Ernst, Mitglied des Europäischen Parlamentes, GUE/NGL-Fraktion, verantwortlich für die Belange von Roma in Europa
– Dr. Karin Waringo, Chachipe e.V., Menschenrechtsorganisation mit besonderem Fokus auf die Situation von Roma
– Stefan Stein, Netzwerk Asyl, Migration, Flucht Dresden, engagierte sich für einen Winterabschiebestopp von Sachsen nach Serbien, Mazedonien und Kosovo
Moderation: Jule Nagel (linXXnet)

veranstaltet von  der GUE/ NGL-Fraktion – Delegation DIE LINKE im Europaparlament

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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