Ehemaliger Chef der rechtsterroristischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ referiert am 26.11. im NPD-Zentrum in Leipzig

Karl-Heinz Hoffmann, Gründer der berüchtigten “Wehrsportgruppe Hoffmann”, hat sich für den kommenden Samstag, 26.11.2011 in Leipzig angesagt. Auf Einladung der Jugendorganisation JN will er in diesem Rahmen über die Wehrsportgruppe Hoffmann, den staatlichen Umgang mit dieser terroristischen Gruppe und weitere Themen referieren.  Die Veranstaltung wird im NPD-Zentrum in der Odermannstraße 8 stattfinden.  Die antifaschistische Kampagne „Fence off“ ruft zu einer Demonstration auf.

Karl-Heinz Hoffmann gründete die „Wehrsportgruppe Hoffmann“ im Jahr 1973, war deren Ideengeber und Führungsfigur. Die militante neonazistische Gruppe, die 1980 verboten wurde, war in dieser Zeit u.a. für Saalschutz bei NPD und DVU-Veranstaltungen zuständig, tat sich vor allem aber in Gewaltausübung gegen politische Gegner hervor. Hoffmanns Vize Uwe Behrend erschoß 1980 den jüdischen Verleger Shlomo Levin und seine Lebensgefährtin Frieda Poeschke. Der Täter des Oktoberfestattentats 1980, bei dem 13 Menschen zu Tode kamen, wird ebenfalls mit der Wehrsportgruppe Hoffmann in Verbindung gebracht.

Seit 2004 ist Hoffmann Besitzer eines ehemaligen Rittergutes in Kohren-Sahlis (Landkreis Leipzig). In jüngerer Vergangenheit referierte er des Öfteren bei neonazistischen Veranstaltungen, u.a. des „Freien Netzes“.

Juliane Nagel, Stadträtin in Leipzig erklärt dazu:

„Ein weiteres Mal zeigt die NPD wessen Geistes Kind sie ist. Mit Karl-Heinz Hoffmann hat sich der NPD-Nachwuchs einen verurteilten Rechtsterroristen eingeladen. Vor dem Hintergrund der aktuellen, überaus erschreckenden Ereignisse um die rechtsterroristische Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ ist diese Veranstaltung ein Affront, ein Affront gegen Opfer rechter Gewalt sowie gegen die zehn ermordeten Menschen, die dem „NSU“ zugeschrieben werden, deren Hinterbliebene und die anderen von der Gewalt des Nazi-Trios Betroffenen.

Dass die NPD-Jugendorganisation JN hier als Veranstalterin auftritt verwundert nicht. Sie weist große Schnittmengen zum so genannten „Freien Netz“, einem neonationalsozialistischen Netzwerk mit Schwerpunktaktionsfeld in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf. Erst vor wenigen Wochen gelangten Teile der internen Kommunikation dieses Netzwerkes an die Öffentlichkeit. Damit kann belegt werden, dass es sich beim „Freien Netz“ um eine organisierte Struktur handelt, die klare nationalsozialistische Positionen vertritt und vor Gewalt nicht zurückschreckt.

Es ist nicht ausgeschlossenen, dass es Kontakte von im „Freien Netz“ Aktiven vor allem aus Thüringen und dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ gegeben hat.

Ich fordere die zuständigen Behörden auf vor diesem Hintergrund zu prüfen ob die für den 26.11.2011 geplante Veranstaltung Karl-Heinz Hoffmann unterbunden werden kann.

Es ist außerdem an der Zeit zu ermitteln und offen zu legen, in welchem Verhältnis der sächsische Ableger des „Freien Netzes“ im Zusammenhang mit der Terrorgruppe „NSU“ stand und welche Erkenntnisse hiesigen Geheimdienststrukturen vorlagen und vorliegen. Mehrere Recherchen haben inzwischen  Spuren nach Sachsen, insbesondere ins Erzgebirge und in den Raum Chemnitz/ Zwickau, offen gelegt. Da das Nazizentrum in der Odermannstraße als ein zentraler Anlaufpunkt der sächsischen Naziszene gilt, sind auch hier mögliche Berührungspunkte zu prüfen.“

Die antifaschistische Kampagne „Fence off“ ruft für den 26.11.2011 zu einer  Demonstration unter dem Motto „Nazis entwaffnen: Rechten Terror bekämpfen, “Freies Netz” zerschlagen!“ auf. Start ist 15.30 Uhr am Naturkundemuseum Leipzig.
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