Beschluss über umstrittenes Stadtteilzentrum Lindenauer Markt vertagt

Einen Tag vor der Ratsversammlung am 24.3. wurde die Beschlussvorlage über den „Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 286 „Stadtteilzentrum Lindenauer Markt“ von der Stadtverwaltung von der Tagesordnung genommen. Damit wollte die Stadt wohlmöglich das Scheitern des Projektes zuvorkommen. In den letzten Wochen war es zu wachsenden Protesten gegen den Bau eines Mega-Supermarktes durch Kaufland gekommen. Am Rande der Stadtratssitzung übergaben AnwohnerInnen 200 Unterschriften an die StadträtInnen.


Sowohl das Stadtforum Leipzig, ein Zusammenschluss, der sich für die Entwicklung und Umsetzung einer nachhaltigen städtebaulichen Strategie einsetzt, die Klimaallianz Leipzig, die IHK Leipzig, Mehr Demokratie Sachsen sowie zahlreiche AnwohnerInnen und Gewerbetreibende sprechen sich gegen das Projekt und FÜR eine alternative Gestaltung und Belebung des Lindenauer Marktes aus (zb Stadtforum Leipzig 19.3.2010).

Inzwischen fahren die Befürworter des Projektes ihre Geschütze auf. So schrieb Projektentwickler Günther Kuhn in Reaktion auf einen Brief des Stadtteilvereines Lindenau und des Stadtforums einen denunziatorischen Brief an die StadträtInnen. Auch Schadenersatzforderungen und die Unzuverlässigkeit der Stadt gegenüber Investoren stehen drohend im Raum.
Mittlerweile allerdings signalisieren andere Investoren, die das Vorhaben Einkaufen am Lindenauer Markt ganz und gar nicht abwegig oder unkalkulierbar finden, dass sie sie Prüfung einer Ansiedlung ins Auge fassen würden, wenn sie denn gefragt werden.
Die kommenden vier Wochen – bis zur Stadtratssitzung am 21.4. – bleiben spannend. M.e. ist nun eine kluge, unaufgeregte und kommunikationsorientierte Strategie gefragt, damit der Lindenauer Markt als lebendiger öffentlicher Raum gestaltet werden kann statt als Zentrum von einkaufsinteressierten Autokarawanen „stillgelegt“ zu werden.

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