Aufruf nach Wurzen: Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Gegen jeden Geschichtsrevisionismus

Antifaschististische Kundgebung gegen den Naziaufmarsch zum „Volkstrauertag“: Samstag, 12.11.2011, 14:30 Uhr am Bahnhof Wurzen

Wurzen? – Diese Stadt kann nichts gutes bedeuten! Angriffe auf einen antirassistischen Sonntagspaziergang, regelmäßige Naziaufmärsche und Kundgebungen, Sitz vom neonazistischen Versand „Front Records“ usw.

Ein besonders krasser Höhepunkt war und ist das jährliche Zelebrieren des sogenannten „Volkstrauertages“. So kamen im Jahr 2009 rund 170 und 2010 rund 200 Neonazis ins „national befreite“ Wurzen um den „deutschen Opfern“ zu Gedenken. Zivilgesellschaftlicher Protest wurde organisiert, nahm aber sehr schnell bedenkliche Züge an. So wurde 2009 allen Opfern von Krieg und Gewalt gedacht und neben Funktionären der NDP ein Kranz niedergelegt. 2010 ignorierten die versammelten BürgerInnen die Nazis und zogen ihre „alternative“ Volkstrauertagsveranstaltung durch.
Dieses Jahr lässt die Zivilgesellschaft nichts anbrennen und gedenkt einen Tag nach den Nazis.
Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Nazis ihr geschichtsrevisionistisches Opfergedenken unbeachtet durchführen können und rufen deshalb zu einer antifaschistischen Kundgebung am Bahnhof auf.
Der Volkstrauertag ist kein beliebiger Tag, sondern die institutionalisierte Verdrehung der Geschichte. So wurde er während des Nationalsozialismus zum nationalen Feiertag erhoben, kurze Zeit verboten, schnell aber vom ersten deutschen Bundestag rehabilitiert.
Grund für uns lautstark Kritik am Tag und den Wurzener Zuständen zu üben!

Gemeinsame Anreise aus Leipzig am 12.11. pünktlich 13:45 am Gleis 19 Hauptbahnhof

AntifaschistInnen aus Leipzig und Umland

PS: Die Nazidemo ist von 16 bis 20 Uhr angemeldet und soll durch die Innenstadt zum Kriegerdenkmal am Alten Friedhof (direkt am Bahnhof) verlaufen. Angemeldet sind 200 Personen, Anmelder der sächsische NPD-Vize Maik Scheffler, Versammlungsleiter soll Mathias König, Anführer der JN im Muldental sein. Dass am selben Wochenende NPD-Bundesparteitag sein soll, scheint die Veranstalter nicht zu stören. Mann setzt eben Schwerpunkte.

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