13. und 19.2.2011: Auf nach Dresden – Gegen jeden Geschichtsrevisionismus

The same procedure as every year – zum 66. Mal jährt sich am 13.2.2011 der Jahrestag der Bombardierung Dresdens. Vom 13. bis 15.2.1945 nahmen Luftstreitkräfte der Alliierten gezielt Angriff auf das nationalsozialistische Rüstungs, Industrie- und Verkehrszentrum mit dem Ziel Kriegsinfrastruktur der Nazis zu zerstören und die führertreue Bevölkerung zu demoralisieren.

Seit Ende der 1990er Jahren veranstalten Neonazis in Dresden einen jährlichen Trauermarsch um dieses historische Ereignis als Verbrechen zu klassifizieren und das mörderische Regime des Nationalsozialismus zu verharmlosen. Doch auch im Sinne der offiziellen Erinnerungskultur wird Dresden zur unschuldigen Stadt. Eine Gedenkstelle auf dem Heidefriedhof, wo am 13.2. jeden Jahres Neonazis neben VertreterInnen demokratischer Parteien und gesellschaftlicher Institutionen den Opfern der Luftangriffe gedenken, setzt Dresden dreist mit Orten nationalsozialistischer Verbrechen wie Auschwitz, Buchenwald, Warschau oder Coventry gleich. Die offizielle Stadtgeschichtsschreibung spricht nicht in erster Linie von Dresden als Bestandteil des vernichtungsorientierten NS-Regimes, sondern vordergründig von der Zerstörung der „Kunst- und Kulturstadt“.
An diese Geschichtsauffassung, nach der Dresden zur „unschuldigen Stadt“ und zum „Opfer“ des Krieges umgedeutet wird, knüpfen die Neonazis mit ihren Aufmärschen Jahr für Jahr an.
Im vergangenen Jahr gelang es erstmals den europaweit größten Naziaufmarsch mit breit getragenen, zivilgesellschaftlichen Blockaden erfolgreich zu verhindern. 12.000 Menschen aus der gesamten Bundesrepublik und darüber hinaus beteiligten sich an diesen Aktionen, während eben so viele dem Aufruf der Oberbürgermeisterin zu einer Menschenkette folgten, die – fernab des Geschehens – im Symbolischen verharrte und gleichsam am Mythos der unschuldigen Stadt Dresden mitspann.
In diesem Jahr wollen die Neonazis sowohl am 13.2. als auch am 19.2.2011 in Dresden aufmarschieren. Darüber hinaus wird die Stadt Dresden am 13.2. auf dem Heidefriedhof und in der Altstadt ihr Gedenken an die Bombardierung zelebrieren.

Das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz ruft neben zahlreichen anderen Gruppen und Initiativen dazu auf sich am 13. und 19.2.2011 an den Protesten gegen Neonazis und Geschichtsrevisionismus zu beteiligen.

*Bustickets für 5 Euro gibt’s ab sofort im el libro (Bornaische Str. 3d), und bald im Campus-Service der Uni Leipzig, in der Vleischerei (Zschochersche Straße/ Karl-Heine-Str.), im Atari (Kippenbergstr./ Täubchenweg).

*Veranstaltungen

Für Donnerstag, 3.2.2011, 19 Uhr lädt das Aktionsnetzwerk zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ins Geisteswissenschaftliche Zentrum der Universität, Beethovenstr. 15, Hörsaal 2.0.10 ein. Eine Vertreterin des Bündnisses „No pasaran“ wird über die Neonaziaufmärsche, die Proteste dagegen sowie über den „Mythos Dresden“ referieren.

Am Donnerstag, 10.2.2011 findet ab 19 Uhr im Absturz (Feinkostgelände), Karl-Liebknecht-Straße 36 ein Aktionstraining statt. Hier sollen mit erfahrenen TrainerInnen schnelle Entscheidungsfindung in Gruppen, Blockadetechniken und die Überwindung von Barrieren geübt werden, mit denen wir gemeinsam den Naziaufmarsch verhindern können.

Material der mobilisierenden Gruppen/ Bündnisse No Pasaran, Dresden nazifrei und Venceremos gibt´s im linXXnet, Bornaische Str. 3d, 04277 Leipzig.

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