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Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung in Leipzig-Dölitz: Unterstützung bei Kommunikation und Information

LINKE Wahlkreisabgeordnete unterstützt geplante Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in der Friederikenstraße in Leipzig-Dölitz

Am 28.1.2015 gab das Sächsische Innenministerium bekannt, dass ab Juli 2015 eine Interims-Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in der Friedrikenstraße in Leipzig-Dölitz errichtet wird. Dort sollen 300 bis 350 Menschen unterkommen, bis die neue Erstaufnahmeeinrichtung in der Max-Liebermann-Straße in Leipzig-Gohlis fertig gebaut ist. Dies ist für das 2. Halbjahr 2017 geplant. Dazu erklärt Juliane Nagel, direkt gewählte Landtagsabgeordneten in Leipzig-Süd und Sprecherin für Flüchtlings- und Migrationspolitik der Fraktion DIE LINKE:

Ich begrüße, dass eine Lösung für eine Interims-Erstaufnahmeeinrichtung gefunden wurde. Die bestehenden Einrichtungen in Chemnitz und Schneeberg sind ausgelastet oder sogar überbelegt (Zum 30.9.2015 waren die Kapazitäten in Chemnitz zu 94 % und in Schneeberg zu 105 % ausgelastet, vgl Antwort auf Kleine Anfrage 6/55)

Im Herbst vergangenen Jahres wurde das Bundeswehrkrankenhaus in Leipzig-Wiederitzsch als Standort für ein Erstaufnahme-Interim ins Gespräch gebracht. Dies stieß auf Protest von Anwohner/innen. Zudem gestalteten sich die Verhandlungen mit dem Eigentümer, der in dieser Zeit Insolvenz anmelden musste, schwierig. Der Standort in Dölitz hat durchaus Vorteile: er ist gut an die städtische Infrastruktur angebunden und bietet beispielsweise mit dem Naherholungsgebiet Silbersee ein gutes Umfeld. Das Gebäude, ein ehemaliges Lehrlings- und Studentenwohnheim, muss nun so hergerichtet werden, dass die neu ankommenden Asylsuchenden menschenwürdige Wohnbedingungen vorfinden.

Zudem müssen Anwohner/innen und der hiesige Bürgerverein schnell direkt informiert und einbezogen werden. Auch während des Betriebs der Einrichtung sind Kommunikationsstrukturen nötig. Als im Leipziger Süden direkt gewählte Abgeordnete stehe ich hier selbstverständlich gern unterstützend zur Verfügung. 

Neu in Sachsen ankommenden Asylsuchende werden zuerst bis maximal drei Monate in Erstaufnahme-Einrichtungen untergebracht. Dort werden sie registriert, von der Asylbehörde über ihre Fluchtgründe befragt und ärztlich untersucht. Dann werden sie sachsenweit auf die Kommunen umverteilt. DIE LINKE fordert unter anderem die Verkürzung des Aufenthalts in den Erstaufnahme-Einrichtungen auf maximal sechs Wochen, die Öffnung der EAE für unabhängige Initiativen der Asylverfahrensberatung sowie die Einführung eines Clearingverfahrens für besonders schutzbedürftige Geflüchtete.

PM, 29.1.2015

8 Gedanken zu „Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung in Leipzig-Dölitz: Unterstützung bei Kommunikation und Information

  1. Romy Fichtner

    Ich begrüße die Entscheidung für diesen Standort, nicht nur, weil nun das Bundeswehrkrankenhaus vom Eigentümer hoffentlich in eine ihm zuträgliche Nutzung geführt wird, sondern weil auch die von Ihnen beschriebenen Kriterien wichtig für die Bewohner der EAE sind. Viel Grün und trotzdem angebunden an die Stadt. Auch Aldi in unmittelbarer Nähe u. Straßenbahn in 800m bieten ein Hauch von Wohnqualität. (Das Objekt ist natürlich bei weitem nicht so gut erhalten wie das BWK.)
    Was bleibt ist die Massenunterkunft, die damit verbundenen Konfliktsituationen innerhalb der EAE und auch wieder eine Null-Kommunikation mit den direkten Anwohnern. Dies sind in der Tat deutlich weniger, da es ein Mischgebiet Wohnen-Gewerbe ist.
    Es bleibt zu hoffen, und da werden Sie sicher genau mit hinschauen, dass ein gutes realistisches Übergangskonzept umgesetzt wird und die Anliegen der Anwohner ernst genommen werden.

  2. Hans-Juergen

    Wenn ich mich auf der facebookseite von wiederitzsch im Blick umsehen kommt mir das kotzen. Die jubeln und feiern sich regelrecht. Pfui!!! Es sind dort jetzt alle froh das die eae in den sueden kommt Hauptsache nicht vor deren Haustür. Wiederitzscher schaemt Euch.:-(

  3. Romy Fichtner

    Hallo Hans-Jürgen,
    wir sollen uns schämen, dass wir unsere demokratischen Grundrechte in Anspruch genommen haben? Entscheiden Sie, Hans-Jürgen wann man anstehende Entscheidungen in Frage stellen kann oder wann diese still zu akzeptieren sind? Haben Sie unsere inhaltliche Arbeit verfolgt? Ich denke 3x nein.

    Wenn die Landesdirektion ihre Hausaufgaben mangelhaft erledigt und wir Betroffenen darauf sachlich Hinweisen nenn ich es Grundrecht. Das der Inhalt sensibel ist, versteht sich von selbst. Trotzdem, kein Grund sich zu schämen.

  4. Dirk Neumann

    Hans Jürgen: Frau Nagel hat selber erkannt, daß der neue Standort Vorteile bietet. Und genau aufgrund der Nachteile des BWK wollten die Menschen das hier auch nicht, und freuen sich jetzt ob der Einsicht/Umentscheidung.
    Das ist gut so. Denn hier wären die Nachteile für Flüchtlinge und Anwohner deutlich größer gewesen – die Flüchtlinge würden sich auch freuen – können sie jedoch nicht, wissen ja nix davon…. Was ich raushöre, ist der olle doofe Reflex sobald jemand kritisch über das Thema Integration redet – Ausländerhasser muss er dann wohl sein….und dann wundern sie sich über das schlechte Image der „Gutmenschen“…Realistisch und konstruktiv – so gehts.

  5. Maria von Davelsheim

    Wir Wiederitzscher vor allen die Anlieger des ehemaligen BWK sind sehr froh das die Entscheidung nun so getroffen wurde. Nun müssen wir keine Angst mehr haben das unsere Kinder auf dem Schulweg von Flüchtlingen weggegangen werden. unsere schmucken Häuschen werden noch an Wert verlieren und man kann im Garten sein Würstchen grillen ohne das einige hundert Asylsuchende mit tropfenden Zahn zusehen. Und es war ja auch sehr demokratisch wie wir vorgegangen sind.Wiederitzsch hat zwar einige tausend Einwohner, aber in diesem Fall haben wir als Minderheit das erreicht was wir wollten. Nun können wir uns wieder vor den Fernseher setzen und uns ins Faeustchen lachen was da in Doelitz und anderswo vor sich geht. So geht Demokratie O:-)

  6. Jens

    Ich hoffe auch, dass die Anwohner bei der Entscheidung dazu einbezogen werden, aber ich als nicht-ganz-Dölitzer würde mich sehr freuen, wenn das ungenutze Wohnheim den absolut unterstützenswerten Nutzen erhält, den Asylbewerbern eine würdige Unterkunft zu bieten, wenn auch nur ‚zwischen Tür und Angel‘. Wichtig ist, dass die Menschen nach ihrer dramatischen Reise von Anfang an einen positiven Zugang zur hiesigen Gesellschaft erhalten, wozu diese hoffentlich bereit ist! Ein paar Freunde wohnen dort jedenfalls gleich um die Ecke, und die sagen auch schonmal „Willkommen!“.

  7. David

    @Maria von Davelsheim:
    liest man Ihren Kommentar ohne Kontext, würde man ihn vermutlich unter derber Satire verbuchen. Dass Sie wirklich denken, was sie schreiben, zeigt mir nur wie berechtigt die Zweifel von @Jens sind, was die Bereitschaft der Gesellschaft zum menschlichen Umgang mit Flüchtlingen ist. Jedes Ihrer Argumente tut geradezu weh, und mit „Nun können wir uns wieder vor den Fernseher setzen und uns ins Faeustchen lachen“ haben Sie den Vogel abgeschossen. Wenn man Sie unter dem Klientel „besorgte Bürger“ einordnen soll, erübrigt sich die Frage, warum diese kaum ernstgenommen werden.

  8. Dirk Neumann

    Hallo Jens und David,

    glaubt doch bitte nicht alles. Das war satirisch gemeint. Und wie Satire halt immer so ist, wird überzeichnet. Ehrlich wäre gewesen, es auch ranzuschreiben…

    Wenn ihr Euch für die Asylsuchenden in der neuen EAE engagieren wollt, lest auch den Forderungskatalog auf IG-Wiederitzsch mal durch. Das ist leider nicht alles selbstverständlich. Das SMI ist kein unbedingt professioneller Auftraggeber – und die unterstellte Landesbehörde auch nicht. Also, was den Maltesern als Betreibern nicht beauftragt wurde, findet dann auch nicht statt. Das geht von Nachbarschaftstreffen über Vor-Ort-Versorgung der Kinder im Objekt mit betreuenden Erziehern bis zu einem simplen schwarzen Brett zur gegenseitigen Kommunikation.
    Bei Fragen, bitte melden.
    Wir hier sind 2016/2017 mit der Max-Liebermann-Strasse und 700 Asylsuchenden dann wieder „live“ dabei. Bis dahin kann man sich aber auch im Leipziger Norden in vielen städtischen Massenunterkünften engagieren.

    Beste Grüsse,
    Dirk Neumann

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