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Am 14.9. – NPD will an rassistische Stimmung in Rackwitz (Nordsachsen) andocken

Die Welle rassistischer Stimmungsmache hat Sachsen spätestens jetzt erreicht. In Rackwitz (Nordsachsen) stehen BürgerInnen gegen die geplante Einrichtung einer Unterkunft für Asylsuchende auf, die NPD dockt an. Für den 14.9. hat die neonazistische Partei nun eine „Info-Stand“-Kundgebung angemeldet um den sowieso schwelenden Protest gegen die Wohnstätte für sich zu nutzen.
Bei einer BürgerInnenversammlung am 29.8. fanden sich in der 5000 EinwohnerInnen zählenden Gemeinde in Nordsachsen etwa 300 Menschen ein, von denen zahlreiche Stimmung gegen den Plan der Landkreisverwaltung das ehemalige Lehrlingswohnheim als Unterkunft für Asylsuchende zu nutzen, machten. Die Versammlungen in Berlin-Hellersdorf oder Leipzig-Wahren dürften sich in ihrer rassistischen Konnotation wenig von der in Rackwitz unterschieden haben.
1.200 Unterschriften hatten die RackwitzerInnen bis dato bereits gesammelt; gegen 120 geflüchtete Menschen, die vielleicht in „ihrer Stadt“ leben müssen. Der Standort ist nur einer, den der Landkreis derzeit prüft.

Die Szenerie ähnelt sich überall. Kommunen und Landkreise müssen Wohnmöglichkeiten für die wachsende Zahl von Menschen, die in Deutschland Asyl suchen, schaffen. Eine vollkommen normale Anforderung, die an den meisten Orten dafür sorgt, dass der BürgerInnen-Mob sich erhebt. Die Umnutzung von leer stehenden Häusern wird auf einmal zum Problem, nur weil darin nicht in Deutschland geborene Menschen leben sollen. Und das müssen jene entgegen ihrem Willen, unter vollkommen unzumutbaren Zuständen, die durch die deutsche Asylgesetzgebung bedingt werden.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Asylanträge um 90 % von ca. 27.760 (Juli 2012) auf 52.754 erhöht. Was von Medien, Politik und deutscher/m NormalbürgerIn als problematisch, bedrohlich etcpp. bezeichnet wird, ist einerseits Ergebnis internationaler Konflikte (Syrien und Serbien sind unter den „Top 3“ der Herkunfstländer), andererseits reichen die Zahlen bei weitem nicht an die, der 1990er bis Mitte der 2000er heran. Die sukzessive Absenkung der Zahlen war vor allem Resulat einer restriktiven Asylgesetzgebung. Zudem werden heut über 80 % der Anträge abgelehnt. Anträge von den Menschen, die es überhaupt durch die martialischen Grenzwälle und Abwehrmechanismen geschafft haben.

Dass die NPD gegen Unterkünfte für Asylsuchende mobil macht, ist real das kleinste Übel. Das Problem bleibt eine von der Idee her auf biologistischen und Nützlichkeits-Kriterien beruhende Asylpolitik und die damit in Wechselwirkung stehende gesellschaftliche Stimmung.

Es wird sich lohnen den 14.9. frei zu halten und nach Rackwitz zu fahren.

Gefunden: Flugblatt, das in Rackwitz aushängt …

rackwitz

65 Gedanken zu „Am 14.9. – NPD will an rassistische Stimmung in Rackwitz (Nordsachsen) andocken

  1. Bürger 2.1

    LVZ Panikmache – LVZ Hetze :-) Ich hätte fast die Ironie nicht bemerkt…..

    Beide Artikel geben den aktuellen Stand gut wieder. Frau Nagel hat es sich mit Ihren Statemant viel zu einfach gemacht bzw. schlichtweg schlecht recherchiert. Es stimmen weder Zahlen noch Inhalte.
    Dann ruft sie “ihre Polizei” und der linke Mob schießt los. Frau Nagels Kommentar vom 11.09.13 wirkt wie eine verzweifelte Rechtfertigung.
    Die Sachlage ist nun so, am Samstag macht die NPD Wahlwerbung auf dem Dorf und Frau Nagel ruft die Antifa. Da haben Sie aber künftig viel zu tun wenn sie auf jedem Dorf dabei sein wollen.
    Weiterhin hat Sie bis jetzt nichts konstruktives für Asylsuchende in Rackwitz getan, weder das Gespräch mit der Gemeinde noch mit Kritikern gesucht. Die einzige Glanzleistung die mir einfällt wären die vielen Inet-Einträge über Rackwitz und Asyl. Als Asyslsuchender wäre ich wenig begeistert wenn ich in Rackwitz untergebracht werde. Sowas schürt die nächsten Vorurteile.
    Aber einfach mal abwarten was von Ihrer Seite am Samstag kommt. Sollte hier etwas “schiefgehen” wird es sicher eng für die Politikerin Frau Nagel.

  2. Falk

    @Maria

    Wenn man solche Quellen anführt sollte man vorher mal schauen wer da dahinter steckt. Wenn man, auf Grund eines solchen Blogs, Angst hat seine Kinder an einem Gebäude mit Menschen vorbei laufen zu lassen hat man Paranoia. Auch zeugt der Glauben an das dort geschriebene von einer rechten Grundhaltung. Das es Vergewaltigungen begangen werden ist schrecklich. Die meisten Vergewaltigungen werden durch Männer begangen. Das bedeutet, aus Deiner Sicht heraus, dass Du jeden Umgang mit Männern unterbinden solltest. Die häufigsten Übergriffe finden im häuslichen Umfeld statt. Hast Du deinen Mann schon raus geworfen?

  3. ein linksdenker

    Liebe Maria, ich glaube Ihre Angst ist übertrieben. Klar gibt es überall auch Ganoven, nur da dürfen sie gar nicht mehr aus dem Haus gehen. Ich bin viel auf Montage und arbeite mein ganzes Leben mit Ausländern zusammen. Vor der Wende viel mit Polen und Mosambikanern und danach vor allem mit Jugoslawen, Portugiesen und Osteuropäern. Ich habe nur wenige Probleme gehabt und wenn dann waren es oft arrogante Altbundesdeutsche, die den Sachsen wenig zutrauen. Garantien gibt es nie.

  4. der pseudo armenier

    Auch für Asylsuchende gilt in diesem Land die Unschuldsvermutung.
    Es macht mich traurig zu lesen, wie zum großteil notleidende Menschen mit negativen Stigmatas vorbelastet werden.
    Der augehängte Rackwitzer Flyer ist beschäment in Inhalt und Formulierung.

    Allerdings ist ein Heim unter scheinbar derartigen Bedingungen einfach nur abzulehnen.
    Berücksichtigent muss aber auch klar sein, das Rackwitz genauso wie alle anderen Gemeinden und Kommunen ihre Verantwortung tragen in Sachen Flüchtlings Problematik.

  5. Jule Artikelautor

    Schauen sie sich mal die Nazikommentare unter ihren die NPD hofierenden Einlassungen an. Es ist unglaublich. Unglaublich traurig.

  6. Rackwitzer Bürger

    Gratulation,Frau Nagel.
    Ein „voller Erfolg“ ihre heutige Veranstaltung! Ein pöbelnder Mob, für den sich kein Schwein interessiert. Und die handvoll Leute am Straßenrand werden dann noch aufs übelste beschimpft und beleidigt. Man muss kein Prophet sein um zu wissen wer aus diesem Wochenende als Sieger vorgeht…

    MfG

  7. Pingback: Rackwitzer Zustände – Ein Ausschnitt : Juliane Nagel

  8. Demonstrant der sich etwas anderes erhofft hat

    Ich kann dem 57. Post von „Rackwitzer Bürger“ nur beipflichten.
    Wie kann man nur für sich beanspruchen tolerant zu sein und sich dann so dermaßen daneben benehmen?
    Es kann sich keiner beschweren, wenn die Rackwitzer_innen sich beim nächsten Mal wirklich ablehnend zeigen.
    Traurig!

  9. Terrie

    Ich muss meinem Vorredner, Demonstrant, recht geben. Vor der Demo Blätter zu verteilen, auf denen die Parolen wie „rackwitzer raus-Ausländer rein“ (diese Zettel liegen vor) stehen, die dann skandiert werden, ist nicht kreativ sondern unterste Schublade. Auf diese weise gewinnt man glaub ich keine Befürworter unter den beleidigten Bürgern. Das zeigt, dass es in der Sache eigentlich weder um Belange von Flüchtlingen geschweige denn von Anwohnern geht. Worum es bei der Demo genau ging wissen eigentlich auch die Bürger nicht und anscheinend ein Teil der Demonstranten schon gar nicht. Der eigentliche Grund war wohl gegen den NPD- stand vorzugehen. Aber den gabs ja nicht. Also schnell ein neues Feindbild suchen und loshetzen. Richtig, dass dies keine Beachtung fand außer bei den Armen traktorfahrern welche die Ernte einbrachten und durch blockierte Straßen am Samstag wohl Überstunden leisten mussten. Aber einer muss es ja machen, essen wollen ja schließlich alle …

  10. Pingback: Blog zu Geschehnissen in Rackwitz | Netzwerk Naunhof

  11. ein linksdenker

    zum Nachgang folgende Zeilen: Ich bat um Absage der Demo um es uns linksdenkenden Rackwitzern nicht noch schwieriger zu machen und die üblichen Klischees zu nähren. Frau Nagels Truppe hat den Konservativen Wahlhilfe geleistet und wir werden einen linken Bürgermeister nicht bekommen. Frau Nagel sollte aus der Lionkspartei ausgeschlossen werden.

  12. 0.0

    Als ob das eine Frage von Parteienkalkül oder einer zukünftigen Bürgermeisterwahl wäre. Und als ob man mit einer nun mal überwiegend „konservativen“ Bevölkerung überhaupt die Chance hätte und gerade dies nun das Zünglein an der Waage sein soll. Die Demo war vielleicht nicht schön, vielleicht auch nicht sonderlich konstruktiv (auch Dank es Wegsehgebots und ja keine Autos auf den Straßen) – aber sie war wenigstens da. Wie die NPD-Plakate, die den Weg vom Bahnhof zum Konsum säumen.
    Im Übrigen: Greift man schon Personen namentlich im öffentlichen Raum an, dann nicht mit anonymen Forderungen. Das ist dasselbe, wie Flugblätter, die auffordern zur Gemeinderatssitzung zu kommen, um es dem Bürgermeister mal richtig zu zeigen.

  13. Terrie

    Oder wie dämliche anonyme Plakate, mit dem Aufruf „Pogrome verhindern“. Könnte man zum Beispiel auch sagen…

  14. ein linksdenker

    Klar habt Ihr z.T. recht, aber kleine Dinge summieren sich und in den „Gesprächen über´n Gartenzaun“ merkt man die Denke der Mitbürger. Der Wunsch zur Demoabsage kam ja aus dem Wissen vor Ort und wurde nicht respektiert. Die Art und Weise Des Vorgehens mag in Connewitz richtig sein. Ich bin auch in Leipzig und unterstütze die, mit dortigem Wissen, organisierten Gegendemo´s, weil ich das rechte Denken nicht mag, würde aber von Rackwitz keine Demo organisieren -> Es fehlte mir da an dem nötigen Vorortwissen. Vielleicht ist das von euch nachvollziebar.

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