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1. FC Lokomotive Leipzig muss sich mit dem Naziproblem in der eigenen Fanschaft auseinandersetzen und handeln

Nachdem es um die neonazistische Lok-Fangruppierung „Blue Caps“ ruhig geworden ist, tritt seit geraumer Zeit die Gruppe „Scenario Lok“ an deren Stelle. Der am 2.9.2012 stattgefundene Fanmarsch zur Red Bull Arena, wo das Stadtderby FC Lok gegen RB Leipzig stattfand, wurde von „Scenario“ angeführt.

Wer sich dessen Protagonisten und die erste Reihe dieses Fanmarsches allerdings etwas genauer anschaut, wird bemerken, dass der unpolitische, rein sportliche Anspruch nur Fassade ist. Der Kern der Fangruppe besteht aus bekannten, organisierten Neonazis. Das hat auch das Sächsische Innenministerium gemerkt, das „Scenario Lok“ in Antwort auf eine Kleine Anfrage des MdL Miro Jennerjahn (1) als Fangruppe klassifizierte, die „überwiegend von Personen aus dem rechten Spektrum“ bestimmt wird.

Korrektur: Das hat das Sächsische Innenministerium mit seinen fragwürdigen Kriterien eben noch nicht bemerkt, wie die Anfrage des MdL Miro Jennerjahn beweist.

Der „Scenario“-Vorsänger Marcus W. wird dem Umfeld der NPD-Jugendorganisation JN und dem Nazi-Netzwerk „Freies Netz“ zugerechnet. Er gehörte unter anderem zu einer Gruppe von Nazis, aus der heraus im August 2011 zwei Teilnehmer einer zivilgesellschaftlichen Kundgebung in Geithain tätlich angegriffen wurden. (2)

Auch alt bekannte Köpfe der Leipzig Neonaziszene wie Istvan R., Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion, oder der NPD-Stadtratskandidat Andreas S. sind dem Umfeld von „Scenario Lok“ zuzurechnen.

Zuletzt machten die rechten Hooligans am 18.8.2012 mit einer Feier im NPD-Zentrum in der Odermannstraße 8 auf sich aufmerksam. Ein in der Nachbarschaft stattfindendes Sommerfest eines Kunstvereins musste aufgrund von Bedrohungen durch die Gäste der Nazi-Fußball-Feier abgebrochen werden. (3)

Juliane Nagel, Stadträtin der LINKEN in Leipzig fordert die Verantwortlichen des Vereins 1. FC Lokomotive Leipzig auf sich dem offensichtlichen Problem zu stellen: „Gerade ein Verein, der in seiner Vergangenheit immer wieder mit neonazistischen Bestrebungen in der eigenen Fanschaft zu tun hatte, muss klar und deutlich Flagge zeigen.“ Vorstellbar wären ein Hausverbot für die Gruppe „Scenario Lok“ und gezielte Hausverbote für Einzelpersonen, wie den Vorsänger der Fangruppe. Ähnlich war der Verein auch im Fall der neonazistischen Fangruppierung „Blue Caps“ verfahren.

Die Äußerungen der Vereinsführung lassen ein Problembewusstsein allerdings nicht erkennen.

„Ich empfehle dem 1. FC Lok sich mit dem von DFB, Freistaat Sachsen und Stadt Leipzig finanzierten Leipziger Fanprojekt zusammenzusetzen und gemeinsam nach Strategien gegen Nazis und diskriminierende Einstellungen in der Fanschaft zu suchen. Das seit Anfang des Jahres 2012 arbeitende Fanprojekt ist genau auf solche Problemlagen spezialisiert und kann dem Verein, der das Problem scheinbar nicht selber in den Griff bekommt, mit Sicherheit Unterstützung bieten.“ so Juliane Nagel abschließend.

Fußnoten:

(1) Kleine Anfrage Aktivitäten im Umfeld des 1. FC Lok Leipzig“ DS 5/ 6219 „Rechtsextremistische http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=6219&dok_art=Drs&leg_per=5&pos_dok=-1

(2) Bericht bei Chronik.LE http://www.chronikle.org/ereignis/kundgebung-npd-freies-netz-geithain

(3) AugenzeugInnenbericht von Betroffenen http://jule.linxxnet.de/index.php/2012/08/nazibeschimpfungen-und-gewaltdrohungen-beenden-sommerfest-eines-leipziger-kunstvereins

Weitere Beiträge zum Thema:

* “Unser Spiel – Unser Stadion – Unsere Stadt” (publikative.org, 2.9.2012)

* Leipzigs überwachte Fußballfans (DIE ZEIT, Ronny Blaschke, 24.8.2012)

* Aufgehobene Stadionverbote bei Lok: Schuld haben immer die anderen (GAMMA, 1.8.2011)

* Scenario Lok will „heim ins Stadion“ (in GAMMA 187, Sommer 2010) download als pdf

4 Gedanken zu „1. FC Lokomotive Leipzig muss sich mit dem Naziproblem in der eigenen Fanschaft auseinandersetzen und handeln

  1. Hansi

    Erstmal vor der eigenen Haustür kehren, liebe Juliane.
    Wenn sie sich mit dem Problem der gewaltbereiten und randalierenden Linksextremen in ihrem Viertel auseinandergesetzt haben, können wir auch gerne wieder über Fußball sprechen.

  2. Jule Artikelautor

    Dieses Statement zeugt ja von Kritikfähigkeit. Was haben denn Randalen in Connewitz (und welche überhaupt??) a) mit mir zu tun und b) mit dem Nazi- und Gewaltproblem bei LOK.Wenn ich darauf eine plausible Antwort bekomme,lässt sich sicherlich weiterreden.

  3. GL

    Das ist wieder mal der totale Müll! Wenn Scenario so rechts ist warum wurde Spank dan damals Geduldet oder Omik K? Aber soviel hintergrund wissen habt ihr ja nicht ihr schreibt einfach was euch in den Sinn kommt.! Schonmal von den Raben gehört? War noch vor der Wende eine Hooligan Gruppierung. Wo damals auch zweimaximal pigmeintierte mitdabei waren! Also schon immer rechts? Viele von Sl sind nur zu irgendwelchen Nazi Veranstaltungen gegangen weil man dort auf andere schläger trifft! Und ihr Schaben müsst euch gerade aufregen ihr habt damit angefangen ihr habt politik in den Fussball sport gebracht ihr habt gehetzt und behauptet bei Lok sind nur Faschos ihr habt die wahren Nazis damit angelockt! Ihr seit einfach nur verlogenes Dreckspack! Politik hat im Fussball nix verloren! WIR SIND DIE KRIEGER WIR SIND DIE FANS LOKOMOTIVE.

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