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Nazibeschimpfungen und -gewaltdrohungen beenden Sommerfest eines Leipziger Kunstvereins

Am 18. August 2012 feierte ein Kunstverein in Leipzig (Lindenau) sein Sommerfest mit Mitgliedern und Freunden des Vereins. Es fiel während dessen bereits auf, dass parallel mehrere Menschen in dem benachbarten NPD-Zentrum in der Odermannstraße 8 feiern.

AugenzeugInnenbericht

Gegen 1 Uhr nachts, nun der 19. August 2012, fixiert einer der Nazis, offensichtlich betrunken und mitten auf der Kreuzung Odermannstraße/Demmeringstraße stehend, die Gruppe von circa 50 Personen, die vor dem Ausstellungsraum des Kunstvereins sitzen, stehen, essen, trinken, sich unterhalten und Musik hören.

Wenig später gegen 1:30 Uhr erscheinen zwei betrunkene Personen, die offensichtlich zum benachbarten Fest der Nazis gehören, auf dem Sommerfest. Es dauert nicht lang, bis sie beginnen die Anwesenden zu beschimpfen, z.B. „“Scheiß Studenten!““, „„linke Drecksäcke““, „„linke Fotzen““ und dergleichen. Die Anwesenden fühlen sich entsprechend bedroht, worauf mehrere Personen entscheiden die Polizei per Notruf (1:45 Uhr) um Hilfe zu bitten, die auch etwas später (2:00 Uhr) mit erst einem, dann zwei, später bis ca. sieben Einsatzwagen erscheint.
Während die Teilnehmer des Sommerfestes die Polizei bitten, die beiden Nazis des Festes zu verweisen, spitzt sich die Situation zu. Mehr und mehr Nazis erscheinen auf dem Sommerfest, beschimpfen die Gäste mit „“Zecke““, „„Jud Süߓ“ etc. und filmen die Anwesenden mit ihren Mobiltelefonen.
Sie wurden seitens der Polizei lediglich aufgefordert dies zu unterlassen, ob sie Bilder gemacht haben und was damit passiert ist, bleibt den verängstigen Gästen unklar. Es kommt zu verbalen Gewaltdrohungen wie: „„30 Leute von euch mischen wir locker auf!““ Vor den gerade noch friedlich Feierenden baute sich ein Pulk von circa 6 bis 8 weiteren Nazis auf, die Sprüche skandieren (z.B. „“Juden abschieben!“, “ „Sieg …!““ und weitere fremdfeindliche Sprüche), ihre Kameraden, die sich immer noch unter den Feierenden befinden, anfeuern und Gesten der Gewalt (Fäuste recken, „Stinkefinger“, Schimpfrufe etc.) demonstrieren. Es kommt in diesem Zusammenhang auch zu Versuchen einzelner Nazis einzelne Gäste des Kunstvereins körperlich mit Tritten etc. zu attackieren, die nur durch die Anwesenheit der Polizei unterbunden werden konnten.

Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen, das Fest zu beenden, abzubauen und einen möglichst sicheren Heimweg der Gäste zu gewährleisten. Immer mehr Nazis strömen aus der Odermannstraße hinzu, letztendlich muss ein Sondereinsatzkommando eine Gruppe von ca. 20 bis 30 Nazis in die Odermannstraße 8 zurückdrängen, wobei u.a. Pflastersteine von Seiten der Nazis Richtung Polizei und Gäste des Kunstvereins fliegen.

Nach und nach ziehen die verschreckten Gäste des Sommerfestes ab, wobei mehrere Gruppen sich mühen müssen, nicht von in den Straßen Lindenaus marodierenden und lauernden Nazischlägergruppen erwischt zu werden.

4 Gedanken zu „Nazibeschimpfungen und -gewaltdrohungen beenden Sommerfest eines Leipziger Kunstvereins

  1. お休みなさい

    odermannstraße 8 muss schnellstens dicht gemacht werden damit die bürger in lindenau im frieden leben können ohne rechter gesinne usw npd dicht machen nonazis

  2. Pingback: Nazi-Party in Leipzig / Bedrohungen und ignoranter Umgang « ASJ Leipzig

  3. B

    Unfassbar.. Und traurig. Wie kann es sein, dass die Polizei in solchen Situationen nichts macht!? Nazis sind eine furchtbare Plage und es müsste viel mehr Unterstützung seitens Staat und Polizei geben, damit so etwas nicht passieren kann.

  4. Steven

    Ich war auf dem Sommerfest, daß durch die „Nazis“ gestört wurde, bin mehr oder weniger bis zum Ende geblieben und hatte mehrmals mit verschiedenen Polizisten über die Lage gesprochen. Bei der anfänglichen Kontaktaufnahme mit dem ersten Beamte – der allerdings ganz alleine da stand – war dieser zunächst eher abweisend, im Sinne von; es sie also nichts vorgefallen. Man hat ihn aber relativ schnell überzeugen können, daß die zwei, inzwischen 3 Typen von der NPD-Zentrale deutliche Drohungen ausgesprochen hatten, und daß wir somit Schutz brauchten. Im Grunde fand ich das weitere Vorgehen der Polizei, soweit ich es überblicken konnte, in Ordnung, sofern sie mit dem Grad der Eskalation mithielten, die Typen abzuführen begannen, wenn sie sich unter uns mischten usw. Ich weiß nicht genau, wie sie sehr viel wirksamer hätten vorgehen können. Der Umgangston war ok und es war klar, daß sie insoweit Position bezogen, daß sie ihre Aufgabe darin sehen, die Zumutungen der NPD-Typen abzuwehren.
    So viel zu dem, was ich direkt mitbekommen habe.
    Ich sympathisiere mit der Empörung von „Robbe“ über den ganzen Verlauf und denke die Erwartung ist angebracht, man müßte besser vernetzt sein, um zu hindern, daß solche Veranstaltungen überhaupt stattfinden können. Das muß man eben beginnen aufzubauen. Daß man es noch nicht geschafft hat, die NPD daraus zu entfernen, ist dennoch nicht wunderlich.

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