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Linksfraktion begrüßt Trägerwechsel beim Fußball-Fanprojekt Leipzig

Wie der Freisstaat Sachsen und die Stadt Leipzig am 18.10.2011 bekanntgaben, wird der Trägerwechsel des Fußball-Fan-Projektes Leipzig nun endlich vollzogen. Noch in diesem Jahr wird die Outlaw gGmbH die Sozialarbeit mit Fußballfans bei den Leipziger Vereinen 1. FC Lok, SG Leipzig-Leutzsch und BSG Chemie beginnen. Sowohl der Freistaat, der DFB und die Stadt werden ihren finanziellen Anteil tragen.

Pressemitteilung Juliane Nagel, 19.10.2011

Damit ist das über zwei Jahre währende Ringen um den Trägerwechsel beendet. Entgegen der Position der fachlich zuständigen Gremien – Jugendhilfeausschuss und Koordinationsstelle  Fanprojekte – hatten insbesondere Polizei und Innenministerium an dem alten Träger Sportjugend e. V. festgehalten, obwohl dieser wegen fachlicher Mängel, akzeptierender Arbeit mit Neonazis und gewaltaffinen Fans sowie Intransparenz massiv in die Kritik gekommen war.

Die Linksfraktion im Stadtrat begrüßt, dass es nun endlich zum Trägerwechsel kommt und dass Outlaw der alleinige Träger der Sozialarbeit mit Fußballfans sein wird. Insbesondere die Fokussierung auf Gewaltprävention und Antidiskriminierung machen das Konzept von Outlaw überzeugend. Die Vorfälle beim Pokalspiel SG Leipzig-Leutzsch gegen Roter Stern Leipzig im September zeigen, wie wichtig eine solche Schwerpunktsetzung in der Fansozialarbeit ist.

Unverständnis zeigt die Linksfraktion darüber, dass Innenministerium und Polizei mit aller Kraft an der Personalie Udo Ueberschär festhalten. Schließlich zeichnete dieser als Leiter des alten Fanprojektes für die unzureichende Fansozialarbeit verantwortlich. Das Angebot einer Anstellung beim Jugendamt der Stadt Leipzig muss jedoch als Kröte geschluckt werden. Ohne diesen Kompromiss wäre der Trägerwechsel aufgrund der unversöhnlichen Haltung des Freistaates vermutlich nicht zustande gekommen und die Stadt Leipzig hätte gänzlich auf ein Fanprojekt verzichten müssen. Bleibt zu hoffen, dass das Amt die Kompetenzen von Herrn Ueberschär, sollte dieser das Stellenangebot annehmen, klar eingrenzt und damit eine Behinderung der Arbeit des neuen Trägers Outlaw nicht zulässt.

Links:

* Pressemitteilung des Innenministeriums, 18.10.11 (sicher nicht zufällig missverständlich formuliert, was die Weiternutzung des „Know-How“ der Leipziger Sportjugend betrifft)

* Lösung für Fußball-Fanprojekt in Leipzig – Stadt will für Übergangszeit neue Stelle schaffen (LVZ, 18.10.2011)

* Provinzposse oder Politikum? Sächsisches Innenministerium blockiert qualifizierte Fanprojektarbeit in Leipzig (Pressemitteilung Jule Nagel,15.9.2011)

* Auseinandersetzungen um das Fußballfanprojekt Leipzig (17. Juni 2011)

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